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Hilfsaktion: Beuelerin hilft Pferden in Ägypten

Hilfsaktion : Beuelerin hilft Pferden in Ägypten

Dass Juliane Nieske ein großer Tierfreund ist, davon können Freunde und Familie ein Lied singen. Dass Nieskes Tierliebe im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos ist, hat die engsten Vertrauten aber ein wenig den Kopf schütteln lassen. Seit kurzem engagiert sich die Schwarzrheindorferin für Touristenpferde in Ägypten.

"Bekannte hatten auf Facebook einen Eintrag geteilt, der beschrieb, wie schlecht es den Tieren dort ging", erzählt die 25-Jährige. Sie überlegte, wie sie helfen könnte, und kam zu folgendem Schluss. "Die Ägypter sind auf die Tiere angewiesen, aber neben der Unkenntnis über die richtige Haltung sind durch Wirtschaftskrise und den Arabischen Frühling die Touristen ausgeblieben", so die Studentin. Deshalb sei es besser, den Leuten zu helfen, als sie anzuprangern oder ihnen die Tiere wegzunehmen.

Genau diesem Gedanken hat sich die Organisation "Prince Fluffy Kareem" verschrieben, die ihre Unterstützer über Facebook rekrutiert, aber auch eine Homepage betreibt (siehe Infokasten). "Von Gizeh aus kümmert sich die Organisation um Pferde, Esel und Kamele, auf denen die Touristen zu den Pyramiden reiten", sagt Nieske.

Die Studentin der Agrarwissenschaften rief kurzerhand über Facebook ihre Freunde auf, ihr Spenden in Form von Halftern, Gebissen (Mundstücke) oder Wurmkuren zukommen zu lassen. "Was dann passiert ist, hätte ich nie erwartet", meint die 25-Jährige: Ihre Freunde wiederum informierten weitere Freunde, und so kamen in Schwarzrheindorf schließlich Spenden von wildfremden Menschen aus ganz Deutschland an. Die Menge stellt die Studentin vor logistische Probleme.

"Eigentlich wollte ich alles nach England schicken zu einer Koordinatorin, aber 20 Gebisse wiegen schon um die 15 Kilo", so die Pferdenärrin, die in Deutschland schon ein Pony gerettet und zahlreiche Küken aufgepäppelt hat. "Deshalb hoffe ich, entweder eine Spedition oder Touristen zu finden, die vielleicht einen Teil der Spenden direkt nach Ägypten mitnehmen können", sagt Nieske.

Derzeit lagert alles im Wohnzimmer ihrer Eltern. Und zumindest ihre Mutter arbeitet auch schon für die Organisation "Prince Fluffy Kareem", die nach einem besonders abgemagerten Pferd benannt ist. "Die Tiere haben meistens Ketten um die Nase, deshalb nähen wir einen Hautschutz, den man mit Klettverschluss zumacht."

Über ihre Kontakte in Gizeh hat Nieske erfahren, dass man die Unterstützer, die vor allem aus Australien, England, Deutschland und Österreich kommen, gerne gewähren lässt. "Durch die zwei Helfer vor Ort und die Unterstützer, die mehrmals pro Jahr hinreisen, erfahren sie ja, wie sie Wunden versorgen, richtig füttern oder was sie unter den Hufen festmachen", so Nieske. Davon würden die Tiere und damit auch die Geschäfte der Besitzer profitieren.

Im Sommer wird die Schwarzrheindorferin ihr Studium in Bonn beenden. Sie hofft, dann selber nach Gizeh reisen zu können, um ihre Mitstreiter kennenzulernen. Beruflich würde sie gerne in die Entwicklungshilfe.