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Bonn-Beuel: Förderverein will Martinszug gehen lassen

Diskussion um Martinszüge : Förderverein will Beueler Martinszug durchführen

Friedhelm Kruth vom Förderverein St. Martin Beuel-Mitte ist sich sicher: Der Martinszug am Montag, 8. November, wird stattfinden. Eine Versammlung der 1650 angemeldeten Teilnehmer, darunter viele Schüler, wird es in diesem Jahr aber nicht im Franz-Elbern-Stadion geben.

Seit 2019 sind die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins St. Martin Beuel-Mitte für die Planung und Durchführung des Martinszugs im Stadtbezirk verantwortlich. Einfach ist es für die Gruppe bisher nicht gewesen. Im vergangenen Jahr fiel der Zug wegen der Pandemie aus. Das soll in diesem Jahr nicht passieren. „Es wird einen St.-Martins-Zug geben“, sagt Friedhelm Kruth (59), Sprecher des Fördervereins. Los gehen soll es am Montag, 8. November, ab 17.15 Uhr vom Versammlungsort aus am unteren Ende der Ringstraße.

Zuletzt hatte es unterschiedliche Einschätzungen darüber gegeben, inwiefern die Stadt Bonn durch entsprechende Auflagen die Organisation von Martinszügen mit mehr als 2500 Teilnehmern erschweren könnte. In der Folge hatte das katholische Stadtdekanat erst den großen Martinszug in Bonn abgesagt, später eine Alternative im Münster angekündigt.

1650 Anmeldungen für Beueler Martinszug

Derzeit gilt mit der aktuellen, vorerst bis Freitag, 29. Oktober, gültigen Landesverordnung, dass Zugteilnehmer im Freien keine Masken tragen müssen. Zugleich gilt für Veranstaltungen im Freien, also auch für Martinszüge, mit mehr als 2500 Teilnehmern die 3G-Regel. Für den Beueler Martinszug liegen etwa 1650 Anmeldungen vor. Somit wäre die Einhaltung der 3G-Regel nach aktuellem Stand keine Voraussetzung zur Teilnahme. Den Austausch mit der Stadt und der Bezirksverwaltungsstelle Beuel bezüglich der Planung zum Martinszug bezeichnet Kruth unterdessen als gut.

Angemeldet für die Teilnahme am Zug sind Schüler der Klassen eins bis fünf aus insgesamt sieben Schulen. „Wobei die Teilnahme freiwillig ist“, sagt Kruth. Dazu kommen gegebenenfalls Eltern und Lehrer. Mit Problemen während des Zuges, beispielsweise bezüglich einzuhaltender Abstände der überwiegend jungen Teilnehmer zueinander, rechnet Kruth nicht. „Was das betrifft, sind die Schüler geschult.“

Erinnerung an Martin von Tours

Nach dem Start des Zuges in Erinerung an den heiligen Martin von Tours gehen die Teilnehmer über die Ringstraße und Hermannstraße in Richtung Beueler Zentrum. Über die Friedrich-Breuer-Straße, die Gottfried-Claren-Straße, die Siegfried-Leopold-Straße und die Neustraße kehrt die Gruppe schließlich zurück zur Ringstraße. Hier werden die Organisatoren die einzelnen Schulen begrüßen. Eine Versammlung im Franz-Elbern-Stadion wird es in diesem Jahr indes nicht geben. Ebenso kein Feuer oder Martinsspiel. „Der Eingang zum Stadion ist sehr eng, und wir können dort bei einer so großen Gruppe nicht die Abstände garantieren“, sagt Kruth. Allerdings wird Stephan Kern als heiliger Martin mit Kostüm und Pferd zu sehen sein. Kern und Ralf Birkner, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Beuel, teilen sich diese Aufgabe etwa bei Besuchen in Schulen und Kindertagesstätten (Kitas), die es neben dem Zug gibt.

2019 hatte sich der Förderverein gegründet und die Organisation des Martinszuges sowie der Besuche in Schulen und Kitas von der Bezirksverwaltungsstelle und dem Martinsausschuss übernommen. Aus Kruths Sicht sei es wichtig, auch in der heutigen Zeit an den heiligen Martin und dessen in der Überlieferung geschildertes Wirken zu erinnern. „Es geht um die Bedeutung der christlichen Nächstenliebe, um das Teilen und Weitergeben“, sagt Kruth. Diese Werte seien besonders auch während der Pandemie und der Flutkatastrophe deutlich geworden. Die Botschaft des Teilens sei zugleich nicht nur auf Christen beschränkt, sondern grundsätzlich in der Gesellschaft relevant. Insofern lädt der Förderverein auch über Grenzen christlicher Gemeinden hinweg zur Teilnahme ein. 

Weckmänner für Kinder

Viel Aufwand betreibe der Förderverein bei der Umsetzung des Zuges, aber auch bei der Organisation der Besuche in Schulen und Kitas. Die Weckmänner bezahlt der Förderverein, finanzielle Unterstützung gibt es durch die Johannes-Nepomuk-Stiftung beim Kauf der Tüten und beim Verpacken. 2019 verteilte der Förderverein 2400 dieser Tüten. Auch in diesem Jahr sollen viele Kinder in sieben Schulen und acht Kitas Tüten erhalten.

Und auch im Förderverein St. Martin Beuel-Mitte müssen die Vorstandsmitglieder auf die Finanzierung achten, sonst gibt es keinen Zug oder Weckmänner. Wichtig sind hierbei zahlende Mitglieder, Spenden und der Losverkauf, den es auch in diesem Jahr geben wird. 50 Cent kostet ein Los, und der Förderverein hofft auf entsprechende Einnahmen. 34 Preise, darunter Hühner, Gänse und Einkaufsgutscheine mit einem Gesamtwert von 500 Euro, laden zur Teilnahme an der Verlosung ein. „Wir freuen uns über jeden Euro, der reinkommt“, sagt Kruth. Zudem beantragt der Förderverein bei der Stadt einen Zuschuss.