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Bonn-Beuel: "Freundlicher Imbiss" - Anwohner kritisieren Umzugsplan

Kult-Imbiss in Beuel : Anwohner kritisieren Umzugsplan des „Freundlichen Imbiss“

Ende 2021 muss der „Freundliche Imbiss“ an jetziger Stelle schließen. Beueler Politiker machen den Vorschlag, dass der Imbiss einige hundert Meter weiter an einen Park zieht. Daran stört sich ein Anwohner. Er hält diese Idee für einen „Schnellschuss“.

Politik und Verwaltung bemühen sich um einen neuen Standort für den  Freundlichen Imbiss. Kritik am möglichen Stellplatz an der Hermannstraße, Ecke Bergweg, übt Anwohner Christoph Steinhauer. Er hält den Vorschlag der Politik für einen „Schnellschuss“, sagt er dem GA. Und auch für Frank Maas, Beueler Bezirksverordneter des Bürger Bunds Bonn (BBB), gebe es offene Fragen, teilt Maas in einem Schreiben mit.

Imbiss-Inhaber Mohammed Parvez Syed muss den Betrieb am Standort an der Hermannstraße 94 zum Jahresende aufgeben. Der Grund ist eine Kündigung aufgrund eines geplanten Neubaus.

Steinhauers Kritik bezieht sich etwa auf die Frage, ob die Fläche für eine öffentliche Toilette, wie im Prüfauftrag angeregt, erschlossen werden muss – und damit Kosten für die Allgemeinheit entstehen. „Da müssen Kanalarbeiten gemacht werden. Und es soll ein Lager hier hinkommen. Das finde ich erklärungsbedürftig“, sagt Steinhauer, der auch eine Zunahme von Müll befürchtet.  Zudem verweist er darauf, dass es zu wenig Parkplätze im Eingangsbereich zum Park gebe. Und im Kreuzungsbereich würden ohnehin viele Autofahrer unterwegs sein. „Ich halte die Stelle deshalb für denkbar ungünstig“, sagt Steinhauer. Auch die mögliche Nähe des Imbiss zum Spielplatz sieht er kritisch, weil im Imbiss bisher alkoholische Getränke angeboten werden. Dazu äußert sich Syed: „Ich verkaufe zum Beispiel Bier, habe aber keine Schankerlaubnis. Deshalb achte ich darauf, dass die Kunden diese Getränke mitnehmen.“

„Freundlicher Imbiss“ muss umziehen: Brief an die Oberbürgermeisterin

Steinhauer „schätze“ Syed und verstehe dessen Lage. Er wundere sich aber über Syeds Zustimmung für den möglichen neuen Standort: „Hier gibt es keine Fußgänger, die das hoch frequentieren. Es ist nicht wie in einem Einkaufszentrum, wo jeden Tag Tausende von Menschen vorbeikommen.“ Seine Kritik hat Steinhauer in einem Brief an Oberbürgermeisterin Katja Döner zusammengefasst. Die Stadt will die insgesamt zehn Punkte prüfen, teilt das Presseamt mit.

Steinhauers Initiative hätten sich zudem bereits weitere Anwohner angeschlossen. Und er bestätigt, Urheber eines Infozettels mit dem Titel „Keine Frittenbude auf dieser Fläche!“ zu sein. Syed hat den Zettel in seinem Briefkasten gefunden. „Ich habe aber auch schon viel Zustimmung erhalten“, sagt Syed.

  Maas hat in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung keine Kritik am Standort geäußert. Für ihn stehe weiter außer Frage, dass Syed Unterstützung erhalten solle. Doch Maas argumentiert nun beispielsweise, dass es eine Ausschreibung für eine Konzession geben müsse. Er sehe keinen „sachlichen Grund, warum auf ein Wettbewerbsverfahren verzichtet werden könnte“.

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