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Bonn-Beuel: Offener Ganztag der Josefschule hat nun einen Ruheraum

Entspannen neben der Blubbersäule : Die Josefschule in Beuel hat nun einen Ruheraum

Im Offenen Ganztag an der Josefschule in Beuel gibt es jetzt einen Ruheraum für Schüler. Das Angebot ist Teil einer Umstrukturierung des OGS-Bereichs.

Blubbernd steigen die grünen und roten Blasen in der Wassersäule empor. Im Hintergrund spielt leise Musik, und an der Zimmerwand öffnet sich ein Blick gen Himmel. Doch Ruhe und Entspannung finden hier nicht hektische Manager zwischen zwei Besprechungen. In dem sanft abgedunkelten Raum sollen Kinder der Josefschule, die eine kurze Auszeit brauchen, entspannen.

Das ist ein sogenannter Snoezelraum: Der Begriff ist eine Zusammensetzung der niederländischen Verben „snuffelen“, also schnuppern, und „doezeln“ wie schlummern. Die Umgestaltung machten eine Initiative von Marc Zwiebler, eine Spendenaktion der Aktion „Pützchens Markt hilft“ der Schausteller sowie die Nepomuk-Stiftung möglich. Der Raum soll Schülern helfen, Stress und Aggressionen abzubauen sowie die Aufnahmefähigkeit zu verbessern. Das Konzept erklärt Lehrerin Monika Wippermann: „Die veränderten Lebensbedingungen der Kinder in der oft hektischen, schnelllebigen Zeit beeinträchtigen die Entwicklung. Ihr Alltag ist mehr denn je geprägt von Reizüberflutung, Wahrnehmungsdefiziten und hohem Stresspotential.“

Lernblockaden vermeiden und Konzentration fördern

Durch einen kurzen Aufenthalt im Snoezelraum würden Lernblockaden vermieden und die Konzentration positiv beeinflusst. Dass eine kurze Auszeit in diesem Entspannungsraum nicht nur gut fürs Lernen ist, hat Tobias Gasteier, Leiter des Offenen Ganztagsbereichs, beobachtet: „Wir sehen, dass die Kinder nach einer kurzen Ruhephase Stress und Aggressionen abgebaut und ein besseres Sozialverhalten haben.“ Auch das OGS-Team von Gasteier ist von dem neuen Konzept überzeugt.

Mit Beginn des Schuljahres hat er gemeinsam mit seinem 18-köpfigen Team und dem Lehrerkollegium die Betreuung im Offenen Ganztag (OGS) neu aufgestellt. Seit dem Ende der Sommerferien werden die Josefschüler nicht mehr in einem separierten Gebäudeteil betreut, sondern „auf jeder Etage unseres Gebäudes sind jeweils alle Klassen einer Jahrgangsstufe untergebracht, die gemeinsam über einen Gruppenraum verfügen. Dieser wird nach Unterrichtsschluss dann von der OGS genutzt“, erklärt Schulleiter Sascha Zuber.

„Dadurch wachsen Schule und OGS noch besser zusammen“, sagt er. „Wir sind jetzt jeweils eine räumliche und pädagogische Einheit“, ergänzt Wippermann. „Natürlich mussten wir erst einmal neue Strukturen erarbeiten und Abläufe ändern. Aber mittlerweile hat sich alles eingespielt. Für uns sind die gute Vernetzung sowie die direkte Kommunikation mit den Lehrern der jeweiligen Jahrgangsstufe von großer Bedeutung“, sagt Gasteier. „Die ‚Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche’ sind für einen gut funktionierenden Austausch einfach unverzichtbar“, ergänzt Zuber. Auch die Beaufsichtigung der Kinder sei jetzt viel einfacher.

Als Nebeneffekt gibt es seit Schuljahresbeginn mehr OGS-Plätze an der Josefschule. Derzeit wird das Angebot von 160 Kindern genutzt. Zwar gibt es immer noch einige Kinder, die auf einen Platz warten, aber „im kommenden Schuljahr werden wir sehr viele freie Plätze haben“, sagt Wippermann.