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Bonn-Beuel: Stadt verlängert Schutzstreifen für Radfahrer

Sankt Augustiner Straße : Stadt verlängert Schutzstreifen für Radfahrer in Beuel

Die Stadt Bonn wird einen Radfahrschutzstreifen an der Sankt Augustiner Straße in Beuel verlängern. Vor dem Haus mit einer Tierarztpraxis gibt es auf einem kombinierten Geh- und Radweg zu wenig Platz. Die Idee dazu hatte ein Bürger. Seinen Antrag prüfte die Verwaltung.

Eng ist es auf der Sankt Augustiner Straße (B56) in Beuel an der Kreuzung B56 und Niederkasseler Straße/Königswinterer Straße in Fahrtrichtung Innenstadt. Ein Nadelöhr für alle Verkehrsteilnehmer ist besonders im Bereich bis zur Combahnstraße zu beobachten – weil hier der Platz für vier Fahrspuren nebst Bahngleise, Bürgersteige und Radwege kaum ausreicht. Die viel diskutierte Verbreiterung des Straßenquerschnitts wird noch geprüft. Eine Zwischenlösung gibt es jetzt für Radfahrer zwischen der Kreuzstraße und der Herbert-Rabius-Straße.

Die Stadt wird den Radfahrschutzstreifen auf der Ostseite der Sankt Augustiner Straße verlängern, und zwar an dem Haus mit der Nummer 74 vorbei. Vor diesem Gebäude, in dem eine Tierarztpraxis ist, müssen Radfahrer bislang den kombinierten Rad- und Fußweg nutzen. Aus Sicht eines Bürgers ist hier aber zu wenig Platz. Deshalb hatte er mit einem Bürgerantrag die Verlängerung des Schutzstreifens und die Entbindung von der Pflicht, den Radweg benutzen zu müssen, angeregt.

Verwaltung stimmt Bürgerantrag zu

Aus Sicht der Verwaltung schien sein Vorschlag richtig. Entsprechend legte sie der Beueler Bezirksvertretung (BV) einen entsprechenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung vor. Die Bezirksverordneten stimmten für den Vorschlag des Bürgers. Der Verwaltung zufolge sei die Situation für Radfahrer und Fußgänger vor dem Gebäude mit der Tierarztpraxis „nicht ideal“, weil es hier eine Engstelle im Gehweg gebe. Das habe eine Prüfung der Verwaltung ergeben.

Grundsätzlich sehe die Radverkehrsführung hier bisher entweder einen Radschutzstreifen oder einen Geh- und Radweg vor. Schutzstreifen würden dort eingerichtet, wo Straßen so schmal sind, dass sich weder Radwege noch Radfahrstreifen eignen. Der Unterschied: Schutzstreifen werden mit gestrichelten Linien auf der Fahrbahn eingerichtet, motorisierte Verkehrsteilnehmer können sie überfahren. Radfahrstreifen haben dagegen eine durchgehende Linie, die nicht überfahren werden darf.

Gehweg für unsicherere Fahrer

Laut der Verwaltung soll der Radverkehr nach Verlängerung des Schutzstreifens erst nach Vorbeiführen am Haus auf den Gehweg geführt werden. Dazu müssen eine Furt an der Kreuzstraße entsprechend angepasst, die Mittelmarkierung auf der Sankt Augustiner Straße entfernt und der Bordstein abgesenkt werden. Zusätzlich schlägt die Verwaltung vor, dass unsichere Radfahrer hier weiter auf dem Gehweg fahren können. Entsprechende Zusatzschilder sollen aufgestellt werden.

Seit Längerem steht in der Diskussion, die Sankt Augustiner Straße im Bereich zwischen der Kreuzung B56 und Niederkasseler Straße/Königswinterer Straße sowie Combahnstraße zu verbreitern. Dabei gibt es auch die Überlegung, für die in der Mitte der Straße verlaufenden Gleise eine eigene Trasse zu schaffen mit dem Ziel, eine Beschleunigung der Stadtbahnlinie 66 spätestens mit Fertigstellung des S13-Knotens in Vilich zu erreichen.

Ein erster Entwurf zur Straßenverbreiterung sei bereits im Mai 2020 beschlossen worden, so die Verwaltung: Mit der Maßgabe, eine weitere Variante zu prüfen. Aktuell laufe noch ein weiterer Prüfauftrag: Dabei geht es um die Frage, ob es nach einem möglichen Umbau der Straße einen Schutzstreifen oder einen Geh- und Radweg gibt. Im April hatte die grün-rot-rote Mehrheit in der BV einen eigenständigen Radweg gefordert.

Grundsätzlich geht es bei einer Verbreiterung des Straßenquerschnitts zunächst aber um mehr Platz und die Frage, ob die Stadt entsprechende Grundstücksteile im genannten Bereich ankaufen kann. In der Diskussion stand zuletzt auch eine schmale Fläche auf dem Combahn-Friedhof der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und Paulus.