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Bonn-Beuel: Sternsinger verteilen "Segen to go"

Sternsinger-Aktion in Corona-Zeiten : "Segen to go" in Beuel verteilt

Da der klassische Besuch der Sternsinger während des Lockdowns nicht möglich ist, wurden am Samstag in Beuel Leinen mit daran hängenden "Segen to go"-Päckchen gespannt. Auch für die Spenden wurden die Ehrenamtlichen kreativ.

Es ist eine alte Tradition, die wohl bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht: Am 6. Januar ziehen Sternsinger – meist Kinder – von Tür zu Tür, verkleidet als die Heiligen Drei Könige. Dabei wird gesungen und es werden Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt. In pandemischen Zeiten wie dieser ist sowohl gemeinsames Singen also auch das gemeinsame Besuchen mehrerer Häuser jedoch unangemessen und gefährlich, weshalb das diesjährige Sternensingen entfallen musste.

Für die Organisation des Sternensingens ist in der Beueler Gemeinde St. Josef und Paulus seit vielen Jahren eine Gruppe von zehn Ehrenamtlichen zuständig. „Normalerweise sorgen wir dafür, dass sich Kinder als Sternsinger anmelden, statten sie mit den Kostümen aus und machen die Planung der Besuche“, erklärt Bianca Pohlmann, sie ist zuständig für Engagementförderung und die Ehrenamtskoordination des Seelsorgebereichs An Rhein und Sieg.

Besprechung über Vorgehen schon im Oktober

Da man die Situation bereits vorausahnte, traf man sich bereits im Oktober via Zoom, um mögliche Veränderungen und Alternativen für das Dreikönigssingen zu besprechen. „Es wurden verschiedene Pläne erarbeitet für unterschiedliche Szenarien, da die Hoffnung bestand, man könnte zumindest in reduzierter Form Besuche der Sternsinger anbieten“, erzählt Pohlmann. Aber auch für den nun eingetretenen Fall des Lockdowns, in dem die Kinder nicht losziehen können, habe man sich vorbereitet. Auch für diesen Fall wollte man es ermöglichen, „möglichst kontaktlos für die Sternsingeraktion, die dieses Jahr das Thema ‚Kinder in der Ukraine’ als Schwerpunkt hat, zu spenden“.

Dort wachsen viele Kinder ohne ihre Eltern auf, da diese um genug Geld zu verdienen im Ausland arbeiten müssen. Daher gibt es viele Zentren der Caritas, in denen sie betreut werden. Hier landet das Geld der Spender (Kontodaten im Infokasten). 
Um viele solcher Spender zu erreichen suchte man nach einem Ort, an dem viele Menschen unterwegs sind. So kamen die Ehrenamtlichen zu der Idee, sowohl vor der Kirche St. Josef, als auch während des Wochenmarktes am Rathaus von 10 bis 13 Uhr eine Leine zu spannen, „von der sich jeder den Segensstreifen abnehmen kann, um ihn dann Zuhause an die Haustür zu machen“. Der Aktion hat auch die Stadt Bonn zugestimmt.

„Segen to go“-Päckchen mit Infos zur Aktion

Die „Segen to go“-Päckchen, die sich jeder gratis mitnehmen darf, beinhalten allerdings nicht nur den Segensstreifen. Darin befinden sich ebenfalls Informationen zur Sternsingeraktion sowie den Kindern in der Ukraine, denen die Spenden zukommen. Zudem wird auf das Spendenkonto sowie auf die Option, persönlich im Pfarrbüro zu spenden, hingewiesen. Vor Ort wird jedoch auch immer eine Person des Orga-Teams zu finden sein, „eine von ihnen hat Kescher selbst genäht und gebastelt, sodass auch vor Ort eine Spende in die Spendendose auf Distanz möglich sei wird“, berichtet Bianca Pohlmann.

Neben der Aktion am Samstag wurden bei angemeldeten Haushalten allerdings auch Segensstreifen in die Briefkästen geworfen. Zudem kann der Segen bei den sonntäglichen Gottesdiensten in der Kirche St. Josef mitgenommen werden, am Sonntag fand der Sternensingergottesdienst für Familien statt. Wegen der durch die Corona-Bekämpfungsmaßnahmen begrenzten Platzzahlen für die Gottesdienste ist eine Anmeldung per Email unter st.josef-und-paulus@netcologne.de oder telefonisch unter 0228/ 4036740 notwendig.

Wer für die Kinder in der Ukraine außerdem spenden möchte, kann die Nummer des Spendenkontos der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef und Paulus auf deren Internetseite erfahren.