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Bonn-Beuel: Unbekannte malen Radfahrstreifen auf die Siegburger Straße

Illegale Malerei in Bonn-Beuel : Unbekannte malen Radfahrstreifen auf die Siegburger Straße

Verschmierte weiße Farbe, schiefe Streifen: So sieht der Radfahrstreifen aus, den Unbekannte auf der Siegburger Straße in Bonn-Beuel aufgemalt haben. Stadt, Polizei und Straßen NRW prüfen jetzt, welche Konsequenzen die illegale Malerei hat.

Entweder hat sich jemand mit seinem Maleinsatz auf der Siegburger Straße einen Scherz erlaubt oder er (oder sie) fürchtet um die Sicherheit von Radfahrern in diesem Bereich. Seit einigen Tagen ist ein kurioser Radfahrschutzstreifen auf der Fahrbahn in Richtung der Unterführung der A59 zu sehen. Einen offiziellen Auftrag gibt es hierfür aber nicht. Alles deutet daher auf eine Aktion einer Einzelperson oder einer Gruppe hin.

Zu den Autofahrern, die am Mittwochmorgen auf den sozusagen über Nacht aufgetragenen Schutzstreifen zurollten, gehört Fabian Neuhaus (37). Der Neu-Vilicher war hier gegen 8 Uhr mit seiner Lebensgefährtin unterwegs, um sie zur Arbeit zu bringen und informierte dann unsere Redaktion. Daran, dass Arbeiter den Schutzstreifen aufgetragen haben könnten – zwar mit offiziellem Auftrag, dafür aber schlampig – dachte er keine Sekunde. „Der Streifen brilliert nicht unbedingt durch seine Schönheit oder die Einhaltung der normalerweise geltenden Standards in puncto Breite, Strichlänge und so weiter. Eher lassen die Optik und die technische Ausführung darauf schließen, dass der Radweg in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in Eigenregie auf die Straße aufgepinselt wurde“, sagt Neuhaus. Er hebt aber hervor, dass sich der Unbekannte Mühe beim Aufpinseln der Piktogramme gemacht und vermutlich eine Schablone dazu benutzt hatte.

Falscher Radfahrstreifen in Bonn-Beuel: Ausführung wirkt stümperhaft

Tatsächlich ist der Schutzstreifen auf einer Länge von etwa 100 Metern deshalb auffällig, weil die Ausführung stümperhaft wirkt: Zum Teil ist die Farbe verschmiert, sind die Streifen gebogen, die Piktogramme fehlerhaft. Dass dafür kein Arbeiter etwa im Auftrag der Stadt oder des Landesbetriebs Straßen NRW verantwortlich ist, bestätigen beide Behörden auf Anfrage des GA. Ebenso kurios: Stadt und Straßen NRW verweisen beide darauf, Baulastträger und somit verantwortlich für den genannten Abschnitt zu sein.

Für Straßen NRW verweist Nilgün Ulbrich von der zentralen Kommunikation in Gelsenkirchen zudem darauf, dass es an der Siegburger Straße in Richtung Bonner Innenstadt, also auf der gegenüberliegenden Seite zum nun aufgemalten Streifen, einen kombinierten Geh- und Radweg gibt. Deshalb gebe es keinen Radschutzstreifen in Richtung A59.

Zudem wollen Straßen NRW und die Stadt den Bereich nun beobachten: Zum Beispiel hinsichtlich der Frage, ob die weiße Farbe etwa durch Regen herausgewaschen wird. Notfalls, so ließ die Stadt durchblicken, müsse der Asphalt abgefräst werden. Und auch die zuständige Straßenmeisterei von Straßen NRW werde sich die Markierung ansehen. Dass es ein Aufmalen von Markierungen schon einmal im Zuständigkeitsbereich der Stadt und von Straßen NRW gegeben hat, sei beiden Behörden nicht bekannt.

Keine akute Gefahr durch aufgemalten Radfahrstreifen in Beuel

Auch die Polizei Bonn prüft den „neuen“ Schutzstreifen nach der Anfrage unserer Redaktion. Eine akute Gefahr liegt derzeit nicht vor. Diese wäre nach Angabe von Polizeisprecher Simon Rott etwa dann gegeben, wenn durch eine Markierung ein Halten von Verkehrsteilnehmern ausgelöst würde.

Witzig findet Neuhaus die Malaktion übrigens nicht. „Am Mittwoch war nicht ausgeschlossen, dass Farbspritzer am Wagenlack haften bleiben“, sagt er. Zudem regt er an, bei entsprechenden Wünschen den üblichen Weg zu gehen. Dies ist zum Beispiel mit einem Bürgerantrag in der Bezirksvertretung Beuel möglich.

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