Kidical Mass feiert Schulstraßen Fahrraddemo radelt durch Beuel für mehr Verkehrssicherheit

Beuel · Die Fahrraddemo „Kidical Mass“ fährt am 20. April ab der Paul-Gerhardt-Schule sieben Kilometer durch Beuel. Kinder und Jugendliche demonstrieren mit der Fahrt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Ein wichtiges Mittel aus Sicht der Veranstalter: Schulstraßen. Was steckt dahinter?

Die Kidical Mass fährt am 20. April ab der Paul-Gerhardt-Schule. Hier ein Archivbild der ersten Fahrraddemo dieser Art in Bonn.

Die Kidical Mass fährt am 20. April ab der Paul-Gerhardt-Schule. Hier ein Archivbild der ersten Fahrraddemo dieser Art in Bonn.

Foto: Benjamin Westhoff

Mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche im Straßenverkehr: Das ist das Ziel der Kidical-Mass-Bewegung. Aber wie kann das gelingen? Ein wichtiges Mittel ist nach Ansicht des Veranstalters, der Demo, des Bonner Radentscheids, die Einrichtung von Schulstraßen. Davon gibt es in Beuel mittlerweile schon vier. Das wollen die Initiatoren am Samstag, 20. April, mit dem Start der Demo ab der Paul-Gerhardt-Schule an der Neustraße feiern, die auch eine Schulstraße erhalten hat. Los geht es um 15 Uhr.

„Schulstraßen sind eine gute Möglichkeit, das oft zu beobachtende Verkehrschaos direkt vor den Schulen zu verhindern“, sagt Peter Laffin, Organisator der Kidical Mass in Bonn. „Sie erhöhen damit die Sicherheit auf dem Schulweg.” Ab einer halben Stunde vor Beginn des Unterrichts wird die Durchfahrt für den motorisierten Verkehr gesperrt, außer für Anwohner. Nach Unterrichtsbeginn wird die Sperrung wieder aufgehoben. „Mit dem Start der Kidical Mass vor der Paul-Gerhardt-Schule möchten wir das Projekt Schulstraßen bekannter machen und für die Einrichtung weiterer an anderen Schulen im Stadtgebiet werben.“

Infrastruktur für sichere Schulwege

Der Veranstalter rechnet am Samstag mit mehr als hundert Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sieben Kilometer und etwa ein bis zwei Stunden lang in kinderfreundlichem Tempo durch Beuel fahren werden. Hinter der Demo steckt die Forderung nach einer Fahrradinfrastruktur, die so gestaltet ist, dass auch Kinder und Jugendliche ohne Gefährdung alleine fahren können.

„Eine solche Infrastruktur fördert die selbstständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zur Schule und in der Freizeit und ist daher wichtig, um die erforderlichen Kompetenzen im Straßenverkehr unabhängig vom Verkehrsmittel zu entwickeln“, so der Veranstalter. Für alle Bonner Grundschüler wäre seiner Ansicht nach eine Schulstraße „ein großer Schritt zur selbstständigen Mobilität.“ So könnten die Kinder sicher mit Rad, Roller oder zu Fuß zur Schule kommen.

Kinder testen ihr Können im Verkehrsparcours

Auf der gesperrten Neustraße wird der ADFC am Tag der Demo einen Verkehrsparcours aufbauen, in dem die Kinder ihr Können testen dürfen, bis die Tour losgeht. Die gemeinsame Fahrt endet gegen 16.30 Uhr in der Nähe des Spielplatzes am Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. „Bei uns sind alle willkommen, die mitfahren möchten – selbstverständlich auch in Anhängern und auf Lastenrädern“, betont Laffin. „Eltern und Großeltern dürfen mitgebracht werden.“

Angelehnt an die Protestform der Fahrraddemos von Critical Mass, die es in Bonn seit einiger Zeit gibt, hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Städten auch die Kidical Mass etabliert: eine Radtour quer durch die Stadt, die sich vor allem an Familien und Kinder richtet, und langsamer fährt.

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