Gesamtkriminalität sinkt Mehr Raubdelikte in Beuel

Beuel · Die Bonner Polizei hat im vergangenen Jahr eine Steigerung der sogenannten Rohheitsdelikte im Beueler Stadtbezirk verzeichnet. Was das für Straftaten sind und wie der Vergleich zu den Vorjahren ausfällt.

Tatort eines Rohheitsdeliktes: In der Fußgängerunterführung am Beueler Bahnhof ereignete sich im März ein Straßenraub. Der taucht aber erst in der nächsten Kriminalitätsstatistik auf.

Tatort eines Rohheitsdeliktes: In der Fußgängerunterführung am Beueler Bahnhof ereignete sich im März ein Straßenraub. Der taucht aber erst in der nächsten Kriminalitätsstatistik auf.

Foto: Sascha Stienen

Droht Beuel zu verrohen? Wenn man die Kriminalitätsstatistik der Polizei Bonn betrachtet, kann man keine Entwarnung geben, denn die Zahl der Rohheitsdelikte ist nach Angaben der Ordnungshüter im vergangenen Jahr gegenüber dem Jahr 2022 um neun auf 658 Delikte gestiegen. Vor zehn Jahren waren es noch etwa hundert Rohheitsdelikte weniger.

Rohheitsdelikte – dazu zählen Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Wie aus der Statistik weiter hervorgeht, hat die Erhöhung der Zahl bei den Rohheitsdelikten im vergangenen Jahr ausschließlich mit der Steigerung der Raub-Zahlen zu tun, denn deren Gesamtzahl stieg ebenfalls um neun auf 28 an. Davon ereigneten sich fünf Raubdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen. Bemerkenswert: Weder registrierte die Polizei 2023 einen Handtaschenraub, noch wurden Zahlstellen oder Geschäfte ausgeraubt.

Die meisten Rohheitsdelikte sind Körperverletzungen

Bei der überwiegenden Zahl der Rohheitsdelikte handelt es sich um Körperverletzungen. Deren Zahl ist für sich genommen 2023 um 23 auf 400 gesunken. Dafür gab es aber einen Anstieg bei der schweren Gewaltkriminalität um zwei Fälle auf 114 im vergangenen Jahr.

Erfreulich ist aus Beueler Sicht, dass die Gesamtkriminalität – also die Zahl aller Fälle – gesunken ist. Und das deutlich: im Vergleich zu 2022 um 450 Fälle – auf insgesamt nun 4009 Fälle im vergangenen Jahr. Damit erreichte die Gesamtzahl sogar ein leicht niedrigeres Niveau als vor zehn Jahren (4011 Fälle).

Deutlich weniger Diebstähle aus Autos

Sinkende Zahlen verzeichnete die Polizei im Vergleich zum Vorjahr auch in vielen anderen Bereichen, zum Beispiel bei den Wohnungseinbrüchen (minus acht auf 96), bei Taschendiebstählen (minus 19 auf 85) sowie Fahrraddiebstählen (minus zehn auf 261). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen im vergangenen Jahr sogar um 100 Fälle auf 255 gesunken ist.

Deutlich gesunken ist auch die Zahl der Betrugsfälle, nämlich um 150 auf 561. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen sank um 49 auf 396. Die Zahl der Rauschgiftdelikte ging um 37 auf 153 zurück.

Die Aufklärungsquote verbesserte sich

Bei der Aufklärungsquote 2023 ergibt sich ebenfalls ein leicht positives Bild: Die Aufklärungsquote der Polizei stieg demnach im Stadtbezirk Beuel um 1,6 Prozentpunkte auf 49,9 Prozent. Vor zehn Jahren lag diese Zahl noch bei 46,2 Prozent.

Bei der Aufklärungsquote gab es zwei Ausreißer nach unten: nämlich bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (minus 5,6 Prozentpunkte auf 74,4 Prozent) sowie bei den einfachen Diebstählen (minus 6,4 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent). Während also fast drei Viertel der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgeklärt werden konnten, gelang das nur bei einem Viertel der einfachen Diebstähle.

Übrigens: Die höchste Aufklärungsquote erzielte die Polizei 2023 bei den Leistungserschleichungen (100 Prozent von 268 Fällen), die niedrigste bei den Fahrraddiebstählen (3,4 Prozent von 261).

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Die Zahl der Gewalttaten ist in
So kriminell ist Bad Godesberg
Kriminalstatistik der PolizeiSo kriminell ist Bad Godesberg
Aus dem Ressort
Poeten-Showdown in Beuel
„Raus mit der Sprache“ im Pantheon Poeten-Showdown in Beuel