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Bonn: Neues Programm im Pantheon - Vorverkauf läuft schleppend

Theater startet mit neuem Programm : Vorverkauf im Beueler Pantheon läuft bislang schleppend

Das Pantheon in Beuel hat ein neues Programm zusammengestellt. Bis Ende des Jahres hat es bereits Gestalt angenommen. Der Vorverkauf gestaltet sich bislang eher zäh.

Es geht wieder los im Pantheon. Am Samstag, 7. August, öffnet das Theater seine Pforten mit einem Programm von Julia Gámez Martín und Ariane Müller, das den bezeichnenden und vielversprechenden Titel „Suchtpotenzial“ hat. „Es ist kein Restart, es ist kein Neustart, es ist ein liebevoller, verzweifelter Versuch, das Theater wieder dahin zu bekommen, wo es einmal war, als wir vor eineinhalb Jahren aufgehört haben“, erklärt Martina Steimer, künstlerische Leiterin des Pantheons. „Wir haben die Hoffnung, dass es dieses Mal funktioniert und dass wir nicht wieder wie im Herbst letzten Jahres ausgebremst werden.“ Doch ihr Eindruck ist, dass der Start dieses Mal zäh sein wird. „Die permanenten Nachrichten mit schlechten Zahlen, Infektionen, Ansteckungen und neuen Mutanten haben die Leute ängstlicher gemacht, als sie es im letzten Herbst oder vor Corona waren.“ Diesen Eindruck gewinnt sie anhand der Vorverkaufszahlen für das aktuelle Programm.

Bereits im vergangenen Jahr ist eine neue Belüftungsanlage durch die Stadt Bonn, die der Vermieter der Immobilie ist, in das Theater eingebaut worden. Die Zuschauerzahl wird zur Wiedereröffnung auf 200 begrenzt, um den Hygienevorschriften zu entsprechen. Doch noch greifen die Interessenten zögerlich zu den Theaterkarten. „Es wird eine Zeit dauern“, so Steimer, „bis der Laden wieder normal läuft.“

„Die letzten 18 Monate waren schon komisch für mich“, erklärt Jean Faure, ein französischer Künstler, der inzwischen zum Urgestein im Pantheon geworden ist – er ist Mitgründer von Pink-Punk-Pantheon – und der mit seinem Orchester am 23. August eine Hommage an 100 Jahre Georges Brassens spielen wird. „Ob mit Corona oder ohne, Brassens wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden“, meint er ohne Ironie. Seinen Lebensunterhalt hat sich Faure in der Zeit ohne Auftritte als Sprecher für Werbung oder als Synchronsprecher für Filme verdient. „Doch auch diese Einnahmen sind spürbar zurückgegangen“, sagt Faure. Er freut sich darauf, wieder ein Publikum vor sich zu haben, auf das „Live-Gefühl“ – auch wenn er mit seinem Orchester nur einen Auftritt im August hat.

August-Programm im Schnellverfahren

Seit über einem Jahr, so berichtet Steimer, lag ihre Hauptbeschäftigung darin, Termine zu machen beziehungsweise sie zu verschieben. „Manche Engagements mussten wir bis zu vier Mal verlegen.“ Deshalb war es jetzt kein Hexenwerk für sie, ein volles August-Programm auf die Beine zu stellen und Künstler teilweise bis zum Ende dieses Jahres zu engagieren. „Einige Vorstellungen im November oder Dezember sind bereits ausverkauft“, freut sie sich.

Doch das Theater benötige eine Auslastung von ungefähr 70 Prozent, um kostendeckend zu arbeiten. „Das heißt aber, dass selbst wenn wir jetzt ausverkauft sind, wir immer noch draufzahlen. Aber was sollen wir machen, wir machen weiter, denn unser Publikum erwartet das von uns, auch wenn jetzt, bei reduzierter Bestuhlung, nicht alle Karten verkauft werden.“ Doch die Eintrittspreise, versichert sie glaubhaft, seien nicht erhöht worden.