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Bonn: Oberkasseler Nixen verschieben Jubiläumsfeier

75 Jahre Damenkomitee Nixen vom Märchensee : Oberkasseler Nixen verschieben die Jubiläumsfeier

Das Damenkomitee „Nixen vom Märchensee“ aus Oberkassel verschiebt die Feier zu seinem 75. Jubiläum auf das kommende Jahr.

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres liefen die Vorbereitungen zur Jubiläumssitzung der Nixen vom Märchensee auf vollen Touren. Das 16-köpfige Damenkomitee aus Oberkassel hatte zu diesem Zeitpunkt noch darauf gehofft, dazu einladen zu können. Getreu ihrem Motto, „anderen Leuten Freude zu bereiten, ist uns selbst die größte Freude“. Doch daraus wurde bekanntermaßen nichts. Selbst die Überlegung, ihr 75-jähriges Jubiläum in einer Open-Air-Veranstaltung zu feiern, ließen die Auflagen nicht zu.

Schon seit Monaten finden die Treffen des Damenkomitees nur noch virtuell statt. Nun hoffen sie darauf, dass es im nächsten Jahr zu einem 75-plus-eins-Jubiläum kommt. Dann solle auch Lena I. (Obliers) als dritte Wäscherprinzessin aus den Reihen der Nixen endlich die Beueler Weiber regieren können. „Es ist so wichtig, dass wir endlich wieder lachen können“, sagt eine der Nixen-Vorgängerinnen, Melanie Menzel (38), die in der Session 2005/2008 das Amt innehatte. Seit 2015 ist sie die Präsidentin des Komitees. Das Amt hatte sie 2015 von ihrer Mutter Ute Groll (66) übernommen, die 25 Jahre lang nicht nur die Geschicke des Vereins gelenkt, sondern auch als legendäre „Madam Motterboddem“ in der Bütt stand.

1946 erster „Weiberklatsch“

„Ich bin sozusagen in mein Amt hineingewachsen“, sagt Menzel. Der Verein drücke für sie ein Lebensgefühl aus. „Ein Leben ohne Nixen ist mir gar nicht vorstellbar.“ Mit solchen Gefühlen müssen sich auch 1946 einige Frauen zum ersten Mal zum „Weiberklatsch“ getroffen haben. In dem Nachkriegsjahr musste noch jede der späteren Nixen eine Brotmarke für Kuchen, eine Sammeltasse und ein Brikett für die Ofenwärme mitbringen. Da es zu dieser Zeit in Oberkassel noch den heute längst versiegten Märchensee gab, kamen die Frauen auf die Idee, sich die „Nixen vom Märchensee“ zu nennen.

Die ersten Weibersitzungen fanden dann bis 1949 im Hubertushaus am Ennert statt, was damals ein beliebter Treffpunkt für Feste und sportliche Aktivitäten – vor allem Schießsport und Handball – war. 1970 wurde es abgerissen und die Sitzung fand bis 1984 in der Gaststätte Hommerich statt, bis auch dort kein Platz mehr für die zunehmende Resonanz auf die Nixen war. Man zog in das evangelische Jugendheim, bis auch dieser Ort aus allen Nähten platzte. Bis 2010 fanden dann die Sitzungen in der Rheinhalle, der heutigen Jupp-Gassen-Halle statt, wo es zuletzt auch den ersten Rückschlag gab: Die Sitzung musste wegen zu wenig verkaufter Karten abgesagt werden. Ein zunehmender „Partykarneval“ sowie Nachwuchsprobleme trafen das Damenkomitee hart.

Erst 2014 richteten die Nixen wieder traditionellerweise ihre Sitzung im evangelischen Jugendheim aus. Die liebevoll gestaltete Veranstaltung brachte den Erfolg zurück, der sich auch noch die beiden letzten Vor-Corona-Jahre ungebrochen im katholische Pfarrheim fortsetzte.

Auch wenn in diesem Jahr das 75. Bestehen des Damenkomitees nicht gefeiert werden kann, blicken die 16 Damen im Alter von 17 bis 80 Jahren auf eine erfolgreiche Vereinsgeschichte zurück: Mit Silke I. (Frings, 1988), Melanie II. (Menzel, 2006) und der designierten Lena I. (Obliers, 2020/2021/2022) kommen drei Wäscherprinzessinnen aus den Reihen der Nixen. Drei weitere Nixen wurden im Laufe der Jahre mit dem Dank-Orden vom Festausschuss Siebengebirge sowie dem Verdienstorden des Regionalverbands Rhein-Sieg-Erft ausgezeichnet und zwei Nixen, darunter die ehemalige Präsidentin Ute Groll, konnten sich über den Närrischen Löwen der Stadt Bonn freuen.