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Bonn: Umfrage zur Friedrich-Breuer-Straße - Viele Teilnehmer

Bürgerbeteiligung zur Friedrich-Breuer-Straße : Viele wünschen sich mehr Platz zum Wohlfühlen

Viele Ideen für sind bei einer Visionswerkstatt auf Einladung der Stadt für die Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße zusammengekommen.

Man kann Jahrzehnte lang an einem Ort wohnen und immer noch überrascht werden. „Kaum gehe ich mit einem Klemmbrett durch Beuel, sehe ich es mit anderen Augen“, sagte ein Mann, der direkt am Bezirksrathaus wohnt. Er war am Samstag im Rahmen der Visionswerkstatt zur Umgestaltung der Friedrich-Breuer-Straße mit beim Rundgang und würde einiges ändern, wenn er denn könnte: Die Gehwege verbreitern, Fahrradständer reduzieren und den Radverkehr ab dem Doktor-Weis-Platz gezielt über die parallel verlaufende Siegfried-Leopold-Straße umleiten. Nur für den Konrad-Adenauer-Platz sieht er schwarz. „Das wird nie ein gemütlicher Ort zum Rumsitzen sein.“

Bonn: Umfrage zur Friedrich-Breuer-Straße - Viele Teilnehmer
Foto: Stefan Knopp

Es war ein kollektives Brainstorming auf Einladung der Stadt Bonn und ohne Denklimits. Dabei kamen viele Ideen und Anmerkungen zusammen, die nach dem halbstündigen Rundgang im Ratssaal weitergedacht wurden. Die Veranstaltung wurde in zwei Durchgängen mit jeweils etwa 30 von der Stadt zufällig ausgewählten und eingeladenen Beueler Bürgern durchgeführt, darunter auch Kinder und Jugendliche.

Viele Ideen und Denkanstöße

Für Organisator Oliver Märker von der Zebralog GmbH war das ein Erfolg, denn es kam viel dabei herum, wie er meint, vor allem eine sehr heterogene Ideenlandschaft. Da gab es Leute, die am liebsten alle Autos und auch die Straßenbahn aus der Friedrich-Breuer-Straße verbannen wollten. Andere wünschten sich, dass die Poller entfernt würden und wieder mehr Parkmöglichkeiten zur Verfügung stünden. Und dann gab es die Idee des „Shared Space“ für eine Fläche, auf der sich Fußgänger, Radfahrer, Autos, Busse und die Straßenbahn in der Hoffnung auf gegenseitige Rücksichtnahme ohne Markierungen bewegen könnten.

Neben dem Thema Mobilität war die Nutzungskonkurrenz zwischen Gastronomie und Fußgängern an der Straße ein weiterer wichtiger Punkt. Es zeigte sich beim Rundgang auf dem Gehweg an der Friedrich-Breuer-Straße gegenüber dem Rathaus: Der Weg ist ohnehin nicht breit, und Aufsteller einer Bäckerei, Warenpaletten am Supermarkt oder Bettler engen ihn noch mehr ein. Auf den Plätzen fehlten den Teilnehmern Sitzgelegenheiten. Ein Jugendlicher vermisste auf dem Doktor-Weis-Platz Mülleimer, allerdings herrschte Konsens darüber, dass die Aufenthaltsqualität dort nicht besonders hoch sei. Das galt genauso für den Konrad-Adenauer-Platz, der eher als Durchgangsfläche zu den Bussen oder zum Rathausplatz gesehen wurde.

Celina (14) sagte, in den Abendstunden würde sie den Platz lieber meiden. Sie wünschte sich mehr Grün, und in der Weihnachtszeit mehr Lichter. „Es könnte freundlicher sein, schöner.“ Der Wunsch nach mehr Bepflanzung wurde öfters formuliert. Karla (9) etwa wünschte sich mehr Fassadenbegrünung, ihr Bruder Piet (7) Spielmöglichkeiten auf dem Rathausplatz, wo allerdings der Wochenmarkt nur wenig Spielraum lässt. Die Straßenbahnschienen solle man für Radfahrer sicherer machen, fand Karla. „Ich bin da schon mal reingefahren, und dann bin ich umgekippt.“ Die Kinder fanden sehr gut, dass auch sie nach ihrer Meinung gefragt wurden.

Auf die Straßenbahn könnte Heinrich Ehlenz gut verzichten. Ihn störe vor allem der Lärm. Christiane Thiebe hätte gerne mehr Angebote für Kinder auf den Plätzen, Sigrid Wolvers wünschte sich mehr „Wohlfühlcharakter“ wie mehr Dachbegrünung, mehr Bänke und ein vielfältigeres Freizeitangebot. Zum Beispiel fehle ihr eine Kneipe in Beuel. Im Rathausfoyer konnten sich die Teilnehmer auch kreativ ausleben. Dort bastelten Karla und Piet eine Seilbahn für das Beueler Zentrum.