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Bonn-Vilich: Polizei im Großeinsatz nach Geldautomaten-Sprengung

Einsatz in Vilich nach Geldautomaten-Sprengung : Ein Täter ist weiter auf der Flucht

Bei einer spektakulären Polizeiaktion an Fronleichnam in Beuel-Vilich wurden vier mutmaßliche Geldautomatensprenger festgenommen. Zwei weitere hatten die Beamten bereits am Morgen im Westerwald gefasst. Täter Nummer sieben ist noch auf freiem Fuß.

Am Tag danach ist wieder Ruhe eingekehrt auf der Gartenstraße in Beuel. Kaum etwas erinnert an die Aufregung vom Vorabend. Kurz vor den Bahnschranken hatten Polizisten an Fronleichnam kurz nach 20 Uhr ein Fahrzeug mit fünf Insassen gestellt. Die jungen Männer stehen im Verdacht, am frühen Morgen des 16. Juni gegen 2 Uhr in Kroppach im Westerwald einen Geldautomaten gesprengt zu haben.

Den Tag über hatte die rheinland-pfälzische Polizei nach den Tätern gefahndet und schließlich nach einer langen Verfolgungsfahrt in Vilich stellen können. Beim Zugriff konnten zwei der mutmaßlichen Täter sofort festgesetzt werden, zwei weitere wurden nach kurzer Zeit im Umfeld aufgegriffen, fixiert und zum Fahrzeug am Bahnübergang gebracht. Dem Fünften im Bunde, den die Beamten bei der Suche in den Wohngebieten von Vilich und Geislar als „arabischstämmig aussehend“ bezeichneten und mit einer blauen Jogginghose und einem blauen T-Shirt bekleidet, gelang die Flucht.

Hubschrauber fliegen bis in die Nacht

 Polizisten inspizieren den Feldweg bei Geislar.
Polizisten inspizieren den Feldweg bei Geislar. Foto: Jörg Manhold

Deshalb suchte die Polizei stundenlang bis in die Nachtstunden mit zwei Hubschraubern nach dem Flüchtigen. Einer der Helikopter stammte aus Rheinland-Pfalz, der andere aus Nordrhein-Westfalen. Sie flogen in unterschiedlicher Höhe vor allem über die bewaldeten Flächen, die Burg Lede und die Felder. Aber Fehlanzeige. Der mutmaßliche Täter blieb verschwunden.

Aufgeschreckt durch die in der Luft stehenden Hubschraubern gingen viele Anwohner auf die Straße, um herauszufinden, was vor sich geht. Parallel lief der Informationsaustausch über die Facebookkanäle „Du kommst aus Geislar“ und „Du kommst aus Bonn“.

 Hubschrauber überfliegen stundenlang die Felder von Vilich und Geislar.
Hubschrauber überfliegen stundenlang die Felder von Vilich und Geislar. Foto: Jörg Manhold

Da wurde schnell klar: Der Haupteinsatz der Polizei war nahe der Vilicher Arkaden am Bahnübergang. Dort sammelten sich zahlreiche Schaulustige, aber auch ungezählte Einsatzfahrzeuge der Polizei aus Koblenz, Bonn und Köln. Gegen 21 Uhr fuhren etliche Polizeihundeführer mit ihren Fahrzeugen auf den Aldiparkplatz. Sie hatten die Aufgabe, ihre Tiere mit der Fährte des Flüchtenden vertraut zu machen und der Spur zu folgen. Parallel schwärmten die Beamten in die Wohngebiete aus, um nach dem Flüchtenden zu suchen und den Bewohnern die Personenbeschreibung mit auf den Weg zu geben. Und natürlich waren auch warnende Worte mit dabei.

Vier Täter fixiert

 Polizisten sperren die Gartenstraße in Vilich.
Polizisten sperren die Gartenstraße in Vilich. Foto: Jörg Manhold

Die vier festgenommenen Täter blieben fixiert neben ihrem Fahrzeug sitzen oder liegen und wurden von den Polizisten bewacht, bis Transportfahrzeuge eintrafen, die sie in die Gewahrsamszelle brachten. Bis zuletzt blieb die Suche erfolglos, so dass sie gegen 3 Uhr in der Nacht abgebrochen wurde.

Der Koblenzer Oberstaatsanwalt Dietmar Moll, der die Leitung der Ermittlungen übernommen hatte, teilte am Freitagmittag mit: „Gestern konnten sechs Personen, denen zur Last liegt, an einer am 16. Juni gegen 2.10 Uhr durchgeführten Sprengung eines Geldautomaten in Kroppach beteiligt gewesen zu sein, vorläufig festgenommen werden.“

Zwei Beteiligte am Morgen festgenommen

Zwei Tatverdächtige seien schon am Fronleichnammorgen bei Roth im Westerwald gefasst worden. Vier weitere konnten demnach am Donnerstagabend durch Polizeikräfte in Bonn-Beuel festgenommen werden. „Einem Verdächtigen gelang die Flucht“, so Moll weiter.
Zu der Anzahl der eingesetzten Polizeikräfte und zu Einzelheiten des Hergangs der Festnahmen wollte er keine Aussage treffen. „Einzelheiten zum Vorgehen betreffen insbesondere auch ermittlungstaktische Belange“, erläuterte er. Zudem sei der siebte Tatverdächtige nach wie vor nicht gefasst.

Fünf Tatverdächtige sind niederländische Staatsangehörige, eine Person verfügt über die französische Staatsangehörigkeit. Die sechs Festgenommenen im Alter von 19 bis 30 Jahren werden im Laufe des Freitages beim Amtsgericht Koblenz vorgeführt. Die Ermittlungen dauern an.