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Benefizaktion: Bonnerin organisiert Sponsorenlauf für das Junge Theater

Benefizaktion : Bonnerin organisiert Sponsorenlauf für das Junge Theater

Die Lengsdorferin Christina Wiemer hat eine sportliche Benefizaktion ins Leben gerufen, um dem Team des Jungen Theaters Bonn zu helfen. Bis zum 24. Mai sollen sich möglichst viele Läufer und Walker mit einem Startgeld von je zwei Euro beteiligen.

Ihren Text hatte die 13-jährige Katharina bereits perfekt gelernt, und auch das Kostüm saß schon wie angegossen. Als Prinzessin Li Si sollte die Schülerin des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums in Röttgen beim Jungen Theater in Beuel in der Inszenierung von Bernard Niemeyers „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auf der Bühne stehen – doch aufgrund der Corona-Einschränkungen bleibt der Vorhang erst einmal unten. Das ist allerdings nicht nur für die Schauspieler und das Publikum bedauerlich.

„Nein“, sagt Christina Wiemer, die Mutter von Katharina. „Diese Zwangspause tut uns allen in der Seele weh“, ergänzt sie. „Das Junge Theater Bonn liegt mir sehr am Herzen. Seit Jahren sehen wir, welche tolle Arbeit dort für Kinder geleistet wird.“ Umso schmerzlicher sei jetzt zu erleben, dass aufgrund der Schließungen Kulturstätten ums Überleben kämpfen müssen.

Doch Christina Wiemer ist nicht nur Mutter von zwei Kindern, die seit Jahren zum Ensemble des Theaters in Beuel zählen – neben Tochter Katharina gehört auch der 16-jährige Sohn Vincent dazu –, sondern sie ist außerdem eine begeisterte Läuferin. „Warum also nicht beides miteinander verbinden?“, fragte sie sich. Und so organisiert sie jetzt einen Sponsorenlauf für das Junge Theater in Beuel. Eine Idee, für die sich auch Intendant Moritz Seibert schnell begeisterte. „Natürlich gibt es derzeit viele Kulturstätten, die ums Überleben kämpfen. Aber mit der Beueler Einrichtung verbindet uns eine ganz besondere familiäre Nähe“, so Wiemer.

Gesagt, getan. Zwar hat Christina Wiemer, die mit ihrer Familie in Lengsdorf wohnt, in der Vergangenheit bereits mehrfach Sponsorenläufe organisiert. Beispielsweise im Pfarrverband der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Maria Magdalena und Christi Auferstehung, zu dem sie gehört. Dabei sammelte sie meist Geld, um soziale Projekte und Einrichtungen in Indien zu unterstützen.

Jeder für sich und so weit wie möglich

Diesmal galt es jedoch eine besonders große Hürde zu nehmen. Denn aufgrund der Einschränkungen konnte sie den Sponsorenlauf nicht als eine gemeinschaftliche Veranstaltung organisieren. Jeder für sich und so weit wie möglich, so lautete deshalb ihr Aufruf, den sie über die sozialen Netzwerke verbreitete. „Egal, ob ihr für irgendeinen offiziellen Lauf trainieren wollt oder nicht: Lauft, walkt oder geht eine Strecke spazieren für das JTB“, forderte sie darin Gleichgesinnte auf. Als Startgeld setzte sie jeweils zwei Euro fest, die direkt an das Junge Theater in Beuel (Infos unter www.jt-bonn.de) überwiesen werden können. Bis zum 24. Mai will sie so dafür sorgen, dass die Kultureinrichtung durch möglichst viele Spenden überleben kann.
„Als gebürtige Bonnerin, die dort seit Grundschultagen regelmäßig Vorstellungen besuchte, begleitet mich dieses Theater deutlich über 40 Jahre, und ich will wenigstens einen kleinen Teil dazu beitragen, dass es auch nach Corona weiter geht“, sagt die Mutter der beiden Nachwuchsschauspieler.

Für die Teilnehmer des Sponsorenlaufs ist die Aktion außerdem eine Win-Win-Situation: Sie unterstützen nicht nur einen lokalen Kulturbetrieb, sondern sie trainieren fleißig weiter, damit beim nächsten Bonn-Marathon niemandem die Puste ausgeht.