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Brotfabrik Bonn: Neues Interviewformat gestartet

Kultur-Talk mit wenig Kultur : Neues Interviewformat der Brotfabrik Bonn ist gestartet

Oberbürgermeisterin Katja Dörner ist der erste Gast im neuen digitalen Interviewformat der Brotfabrik Bonn gewesen. Sie berichtete auch über den Kultur-Soli, für den 250.000 Euro für Kulturschaffende bereitstehen sollen.

Ein Abend im Theater bedeutet für Oberbürgermeisterin (OB) Katja Dörner nicht nur Entspannung, sondern auch Inspiration. Und Kultur ist für sie „ein Lebenselixier, etwas, das unser Leben extrem bereichert“ und unverzichtbar sei. Das verriet sie im neuen „Kultur-Talk“, den das Team der Brotfabrik Bonn am Sonntag digital startete. „Zieht euch warm an! Auf einen Punsch mit …“ lautet der Titel des Formats, das auf den Social-Media-Kanälen der Brotfabrik sowie über die Videostreaming-Plattform Vimeo abrufbar ist. Den Auftakt moderierte die Journalistin Nora Abu-Oun, die sich bei weiteren Interviews mit ihrem Kollegen Wolfgang Zimmer ablöst.

Aus dem Stadthaus mit Mütze und Schal

Warm anziehen musste sich vor allem Abu-Oun, denn der Talk findet zwecks coronakonformer Durchlüftung vor dem Eingang der Brotfabrik statt. Dörner war nicht vor Ort, sondern per Videoverbindung aus dem Stadthaus zugeschaltet. Dort zeigte sie sich solidarisch und trug – obwohl im Gebäude – Jacke, Mütze und Schal.

Wer bei „Kultur-Talk“ und „Zieht euch warm an“ erwartet, dass hier knallhart über die Kulturszene in Bonn gesprochen wird, wird enttäuscht. Nach 23 Minuten weiß der Zuschauer, dass die OB zuletzt das Buch „Das Museum der Stille“ von Yoko Ogawa gut fand, dass der Schritt in die Kommunalpolitik ein Sprung ins kalte Wasser war und dass sie die derzeitige Situation als sehr bedrückend empfindet. Und dass sie im ersten Lockdown auch ein wenig gehamstert hat – Nudeln, Linsen, Kartoffelchips und Weißwein – und positiv überrascht davon war, „wie viele Leute mit großer Solidarität diese schwierige Situation wuppen, und das auch über eine sehr lange Strecke“.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner hat auch über den Kultur-Soli gesprochen. Foto: Screenshot

Keine Basta-Politik

Im Stadthaus bemühe sie sich derzeit, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. „Ich glaube, da gibt es in der Stadtverwaltung durchaus noch Luft nach oben.“ Von Basta-Politik und Auf-den-Tisch-Hauen halte sie indes nichts. Und es sei, da ihr das Ehrenamt sehr am Herzen liege, eine schwere Entscheidung gewesen, Terminanfragen von ehrenamtlichen Gruppen abzulehnen, „um in Coronazeiten kein falsches Signal auszusenden“.

Nach 16 Interview-Minuten kam die Kultur ins Spiel, als die Moderatorin nach dem zweiten „Kultur-Soli“ in Bonn fragte: Den sollen Einnahmen der Stadt aus Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen speisen. Gedacht ist er für Kulturschaffende und Kultureinrichtungen, an denen die staatlichen Hilfen vorübergehen. Man habe bislang Bescheide von insgesamt mehr als 250.000 Euro verschickt, so die OB. Bislang sei noch nicht der komplette Betrag eingetroffen. Das Geld solle schnell ausgezahlt werden. „Deshalb haben wir diesen Fonds ja auch so gestrickt, dass er sehr niedrigschwellig ist, anders als in der ersten Lockdownphase, wo man ja sehr viele Nachweise erbringen musste.“

Nächsten Sonntag spricht Wolfgang Zimmer mit dem Soziologieprofessor Jörg Blasius und seiner Mitarbeiterin Susanne Bell, zu sehen unter anderem auf www.brotfabrik-bonn.de. Insgesamt wurden bereits drei Interviews aufgezeichnet, zwei weitere sind schon geplant.