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Zwischen Gewerbe und Kultur: Bürgerbeteiligung für den Beueler Osten startet

Zwischen Gewerbe und Kultur : Bürgerbeteiligung für den Beueler Osten startet

Am Mittwoch können Bürger mit der Stadt über die Entwicklung des Quartiers Beuel-Ost diskutieren. Zudem startet eine Online-Beteiligung. Diese Konzepte stehen bislang auf dem Papier.

Die Quartiersentwicklung des Beueler Ostens schreitet voran – zumindest auf dem Papier. Über das, was Stadt Bonn und Planer bislang erarbeitet haben, wollen sie am Mittwoch in einem öffentlichen Forum diskutieren. Zusätzlich können die Bürger im Internet eigene Ideen einbringen. „Wir wollen die Meinung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und auch der Kulturszene hören“, sagt Petra Denny vom Stadtplanungsamt. Zu einigen Punkten gebe es bereits konkrete Vorschläge.

Der Zeitplan ist aus Verwaltungssicht eng gestrickt: Anfang nächsten Jahres wolle man dem Stadtrat einen Beschluss vorlegen. Anschließend würden die Fördermittel beantragt, die unter anderem aus dem integrierten städtischen Entwicklungskonzept (ISEK) kommen sollen. Innerhalb von zwei Jahren wolle man laut Stadtbaurat Helmut Wiesner zunächst kleine Maßnahmen angehen, die die Förderung nicht beeinflussen würden, im Verwaltungsjargon also förderunschädlich seien. Dann kann die Stadt schon mit Projekten beginnen, ohne die konkrete Förderzusage von Bund oder Land zu haben. Wie hoch die Kosten sein werden, lasse sich noch nicht abschätzen. Einen ungefähren Vergleich gibt es aber in Bad Godesberg, wo man mit dem ISEK schon weiter ist: Dort schätzt man mit etwa 30 Millionen Euro. Am teuersten ist dort die Umgestaltung des Rheinufers (rund 15 Millionen Euro)und der öffentlichen Flächen in der Innenstadt (rund 12 Millionen Euro).

Kulturstandort

Was sich Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönniger ganz persönlich für Beuel wünscht? „Dass die Theaterwerkstätten sich mehr öffnen“, sagt sie. Der Standort habe viel Entwicklungspotenzial und zahlreiche Projekte, allerdings fehle ein übergeordnetes Ziel. In ihren Augen müssten sich die einzelnen Akteure besser miteinander vernetzen. „Da gehören dann aber nicht nur die freie Szene, sondern auch die Markthallen mit einem eventuellen gastronomischen Angebot zu“, sagt sie. Die grundsätzliche Frage für den Kulturstandort müsse sein, wie man Menschen in das Quartier locke. Und Schneider-Bönninger ist sich sicher, dass es sich um eine „einmalige Chance für die kulturelle Stadtentwicklung“ handele. „Wir hatten bisher nichts Vergleichbares in Bonn.“ Das Planungsbüro schlägt für das Schauspiel-Gelände rund um die „Halle Beuel“ an der Siegburger Straße einige Änderungen vor: Zum Beispiel den Umzug der Freiwilligen Feuerwehr zur Berufsfeuerwehr an die Maarstraße.Die städtischen Karnevalsfahrzeuge sollen woanders untergestellt werden, der Innenhof umgestaltet und die Theaterwerkstätten über einen Weg mit den Markthallen, verbunden werden.

Beueler Bahnhof

„Wenn die S13-Baustelle abgeschlossen ist, bekommt der Beueler Bahnhof mit dieser regionalen Anbindung eine neue Funktion“, sagt Helmut Wiesner. Deshalb müsse sich auch der Verkehrsknotenpunkt weiterentwickeln. Beschlossen ist bereits, dass der Halt im kommenden Jahr eine der 36 Mobilstationen in der Stadt erhält. Dort ist eine automatisiertes Fahrradparkhaus geplant. Wiesner schwebt zudem ein „kleiner, zentraler Omnibusbahnhof“ vor, sozusagen als kleine Schwester des ZOB am Hauptbahnhof. Von der Deutschen Bahn habe man das Signal bekommen, dass das Bahnhofsgebäude anders genutzt werden könnte – hier seien vor allem die Bürger mit Ideen gefragt. Auch für andere Flächen rund um den Bahnhof, die der Bahn gehören, sei es möglich, Konzepte zu entwickeln. „Wichtig ist, dass der Bahnhof von beiden Seiten der Gleise gut zu erreichen ist“, sagt Wiesner. Dadurch würde es auch eine bessere Verbindung zwischen Innenstadt und dem Gewerbegebiet geben.

Königswinterer, Siegburger und Maarstraße

Durch den geplanten Anschluss der Maarstraße an die A 59 und die S 13 würden sich noch ungeahnte Chancen für eine verkehrliche Neuordnung im Quartier ergeben, sagt Stadtplaner Olaf Kasper vom Dortmunder Büro „Plan Lokal“. Er schlägt vor, die Paulusstraße nach Süden zu verlängern und an die Maarstraße anzubinden. Diese Verbindung würde sowohl die Siegburger Straße als auch die Königswinterer Straße entlasten. „Sie sollen aber auch fußgänger- und fahrradfreundlicher werden“, sagt Wiesner. In diesem Bereich sei noch alles offen, die Bürger könnten viel mitgestalten.

August- und Marquartstraße

Im Abschnitt zwischen August- und Marquartstraße sieht Kasper viel Potenzial. Dort existierten einige Industriebrachen, die für die Entwicklung des Quartiers dringend benötigt würden. Zum Beispiel schlägt er eine Stichstraße von der Marquartstraße zum Gelände der Sportfabrik vor, damit die Auguststraße für andere Nutzungen vorbereitet werden könnte.