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Casting der Zaubertrixxer im Tanzhaus Bonn

Frauen zum Zerlegen gesucht : Zaubertrixxer bitten zum Casting ins Tanzhaus Bonn

Zum Assistentinnen-Casting hatte das Illusionisten-Duo Zaubertrixxer ins Tanzhaus Bonn gebeten. Die Herausforderungen: aus einem eigentlich leeren Käfig steigen, vor den Augen des Publikums verschwinden und wieder auftauchen oder sich in acht Teile zerlegen zu lassen.

Was ihren Namen angeht, passt Joanina gut in die bisherige Assistentinnenriege der Zaubertrixxer. Denn ihr Name endet auf „a“, genauso wie der von Jana, Delia, Tara und Luisa. Letztere kann aus beruflichen Gründen nur noch selten mit dem Zaubererduo Ingo Brehm und Albin Zinnecker auftreten, und die beiden Illusionisten nahmen das zum Anlass, im Tanzhaus Bonn in Vilich ein Casting durchzuführen. Dort punktete Joanina nicht nur mit ihrem Vornamen, sondern auch mit anderen Voraussetzungen.

Die 20-Jährige war die erste, die an dem Abend dort auftauchte. „Mal gucken, ob überhaupt noch mehr kommen“, meinte Brehm vor dem Casting. Als er und Zinnecker die kleine Eröffnungsshow auf der Tanzfläche im Foyer präsentierten, schauten insgesamt sechs Kandidatinnen zu. Was die Assistentinnen dabei zu tun haben: etwa aus einem eigentlich leeren Käfig steigen, vor den Augen des Publikums verschwinden und wieder auftauchen oder sich in acht Teile zerlegen zu lassen. Und vorher und nachher immer eine gute Figur machen.

Das ist nicht alles, was die Damen auf der Bühne machen. „Das tradierte Bild von Assistentinnen ist das eines Requisits“, sagte Brehm. „Für uns sind sie Co-Stars und sollen auch eigene Rollen spielen.“ Sie führen auch eigene Nummern auf der Bühne vor, bei denen die Zaubertrixxer nur zuschauen. Das bedeutet, dass man auch als Team funktionieren muss, zumal einmal in der Woche in Niederkassel geprobt wird. Und in dieses Team müssen die Neuen auch hineinpassen.

Die Bewerberin hat's drauf: Joanina versucht sich mit Ingo Brehm (l.) und Albin Zinnecker am Käfig-Trick. Foto: Stefan Knopp

Ein Casting im klassischen Sinn war die Veranstaltung nicht, eher ein erstes Abtasten, um zu erfahren, welche Voraussetzungen die Bewerberinnen noch mitbringen. Bei Joanina sah es gut aus: Sie ist Tänzerin, und als solche weiß sie, sich elegant zu bewegen. Als Turniertänzerin kann sie auch noch gut posieren, sie ist attraktiv, hat laut Brehm die richtige Größe und ein gutes Auftreten.

Aus diesen Gründen sind Tänzerinnen für die Zaubertrixxer besonders interessant. Dass das Casting im Tanzhaus durchgeführt wurde, lag deshalb nicht nur an den guten Beziehungen der Zauberer zu den Tanzschulbetreibern. Zinnecker machte den jungen Frauen gleich klar, dass sie als Assistentinnen nicht reich werden: Wer einen Nebenjob suche, um das Studium zu finanzieren, sei dort falsch. Diese Ansage schreckte aber keine der Kandidatinnen ab. „Ich bin hier, weil ich das spannend finde“, sagte Aline, 24-jährige Studentin in Bonn. „Mich interessiert, wie das abläuft, und ich will neue Lebensbereiche erfahren.“ Bei Joanina war es auch die Neugier: „Ich finde es cool zu wissen, wie die Tricks funktionieren.“

Erfahrung im Showbereich hatte keine der Bewerberinnen. Sie würden hauptsächlich auf Firmenveranstaltungen auftreten, erklärte Brehm, und das deutschlandweit. Verlässlichkeit sei da ebenso gefragt wie Kreativität, und auch physisch müssten die Assistentinnen fit sein, um etwa von Tischen herunterspringen zu können. Eine der Frauen verabschiedete sich daraufhin vom Casting: Durch eine Verletzung ist sie körperlich eingeschränkt.

In entspannter Runde wurde geplaudert und informiert. Jana, Delia und Tara stellten einige Kostüme vor, hochhackige Schuhe etwa sind Pflicht bei den Auftritten. Am Ende blieben vier Bewerberinnen übrig, die jetzt laut Brehm nach und nach zu den Proben eingeladen werden. Joanina und Aline sind unter ihnen und hatten beim Casting einen besonders guten Eindruck hinterlassen. Was man allen aber noch beibringen müsse, sagte Brehm, sei das Sprechen vor Publikum. Ansonsten war er im Nachhinein mit der Veranstaltung und den Kandidatinnen sehr zufrieden. Vielleicht sieht man eine von ihnen schon bei einem der nächsten Auftritte, etwa bei den Zauberwochen Ende März.