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Publikum spart nicht mit Anerkennung: Clowninnen als Character-Clowns

Publikum spart nicht mit Anerkennung : Clowninnen als Character-Clowns

Die Zambalas zaubern den Zuschauern ein Lächeln aufs Gesicht.

Mal temperamentvoll und gar übermütig, dann wieder besinnlich und mitunter auch melancholisch, aber stets herzlich und spontan – das sind die „Zambalas“, die am Sonntagabend bereits zum dritten Mal ein Gastspiel im Theater in der Brotfabrik gaben.

In ihrer liebenswerten, teils überzogenen, teils skurrilen Art brachten sie die Besucher wieder einmal zum Schmunzeln, zum Nachdenken oder zum lauten Lachen, was ja bekanntlich gesund sein soll.

„Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“, hat bereits Charlie Chaplin gesagt. Für die Besucher war der Sonntag somit ein gesunder und kein verlorener Tag, Coronavirus hin oder her. „Rondell“ lautet der Titel des clownesken Stücks, das elf Clowninnen der „ClownsZeit Köln“ unter der Leitung von Denise May präsentiert haben.

„Wir spielen offenherzig mit unseren eigenen Marotten, überzeichnen uns vertraute Charakterzüge in Bewegung, Mimik und Bekleidung“, sagen die Damen von sich.

Ob beim Tanztee (Siechfried: „Nur mal kucken“), bei der Psychotante („keiner sieht mich“) oder beim alten Ehepaar (Kwietsch: „Dass Du daran gedacht hast“) – das sind Sketche, die so herrlich überzeichnet sind und doch einen hohen Wiedererkennungswert haben, da blieb kein Auge trocken.

Und der „Mann“ vom Baumarkt, Eugen Haberescht („Isch bin der Baumarkt“), der (s)einen Zollstock für die Frau anpreist und den Frauen Tesafilm („aber transparent“) empfiehlt, um ein Lächeln ins Gesicht zu bekommen.

Köstlich auch Herr von Bodefeld, ein Politiker, der von Visionen in weltumspannenden Dimensionen spricht: „Ihr habt mich, meine Partei und meine Genialität verdient.“

Seit 2013 gibt es die „Zambalas“, die Denise May ins Leben gerufen hat. „Das Wort Zambala stammt aus dem Buddhismus und bedeutet innerer Reichtum“, erklärt sie.

Seit 1998 bildet die Theaterpädagogin, Atemtherapeutin, Psychotherapeutin, Tanztherapeutin und Yogalehrerin Character-Clowns aus. „Wir müssen jedoch zwischen Circus-Clowns und Character-Clowns unterscheiden“, sagt sie. Ein Circus-Clown habe Aspekte, die sie nicht schule. Sie unterscheidet in ihrer Schule für Character-Clowns noch zwischen dem Bühnen-Clown und dem Clini-Clown. Wie der Name bereits sagt, gehen die einen in Kliniken, die anderen präsentieren sich auf einer Bühne.

„Wie kann ich einen Menschen optimal unterstützen, ihn zu mehr Lebensfreude, zu einem Clown hinzuführen“ – so beschreibt sie ihre Aufgabe. Waren anfangs noch Männer dabei, so sind heute nur noch Frauen in ihrer Schule, eben „Clowninnen“, die auch alle Männerrollen übernehmen. „Frauen sind als Clowns nicht so etabliert wie Männer. Sie brauchen ein anderes Training, um die gleiche Anerkennung zu bekommen.“

Anerkennung für die Clowninnen gab es am Ende der Aufführung vom Publikum reichlich. Dass der Sonntag nicht nur für die Besucher ein gesunder Tag war, konnte man ganz zum Schluss hören. Denn von hinter dem Vorhang erklang herzhaftes, lautes, befreiendes, erfrischendes Lachen.