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Combahnviertel in Bonn-Beuel: Denkmalschutz möglich

Siedlung in Bonn-Beuel : Combahnviertel soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Der Bonner Stadtrat berät über ein Gutachten des Landschaftsverbands LVR. Darin steht, dass das Combahnviertel unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. Das Viertel nahe der Beueler Innenstadt ist über Jahrhunderte historisch gewachsen.

Die prächtigen Häuser sind mit Stuck und Erkern verziert, bereits 1343 wird „Kumban“ als Teil des Vilicher Ländchens erstmals urkundlich erwähnt. Jetzt soll das heutige Combahnviertel nahe der Beueler Innenstadt unter Denkmalschutz gestellt werden. Darüber berät der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung. Der Landschaftsverband hat ein Gutachten vorgelegt, in dem die Bedeutung des Wohngebiets hervorgehoben wird. Der Denkmalbereich soll auf das Gebiet zwischen Konrad-Adenauer-Platz, Sankt Augustiner Straße (B 56), Bröltalbahnweg und Rheinufer unter Einbeziehung des ehemaligen Bröltalbahnhofs begrenzt werden.

Im 19. Jahrhundert verdienten viele Anwohner des Rheinufers ihren Lebensunterhalt als Fischer oder als Arbeiter bei den Fähr- und Transportbetrieben. Der andere, mehr landwirtschaftlich genutzte Teil, lag an der Ecke Friedrich-Breuer- und Oberer Wilhelmstraße. Mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert stiegen die Bevölkerungszahlen. Der Wohnungsbau war daher eine der dringendsten Aufgaben. Für Arbeiter und Angestellte entstanden an der Siegburger Straße Wohnungen und Geschäfte. Für die „besseren Kreise“ wurde ein neues Siedlungsgebiet mit Miet- und Stadtvillen zwischen den beiden Siedlungsschwerpunkten des seit 1892 mit Beuel vereinigten Orts Combahn geschaffen. Vor 1918 wurden rund 40 Prozent der heutigen Häuser des Viertels errichtet. Durch die Ausweisung als Denkmalbereich soll die städtebauliche Grundstruktur geschützt und erhalten bleiben.