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St. Albertus-Magnus-Haus: Corona-Infizierter aus Beueler Seniorenheim ist weiter wohlauf

St. Albertus-Magnus-Haus : Corona-Infizierter aus Beueler Seniorenheim ist weiter wohlauf

Der mit dem Coronavirus infizierte Bewohner des städtischen Seniorenheims St. Albertus-Magnus-Haus in Beuel ist weiterhin wohlauf und zeigt keine Symptome. Unterdessen bietet die Stadt allen Seniorenheimen freiwillige Corona-Tests an.

Der mit dem Coronavirus infizierte Bewohner des städtischen Seniorenheims St. Albertus-Magnus-Haus ist weiterhin wohlauf und zeigt keine Symptome. Das hat am Donnerstag Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann dem GA bestätigt. Derzeit leben 95 Bewohner im Seniorenheim in Pützchen. Die Versorgung durch 42 Pflegekräfte wird ergänzt durch zehn Beschäftigte im Sozialen Dienst und weitere Kräfte im hauswirtschaftlichen Bereich.

Gefragt, was neben dem Besucherverbot im Voraus unternommen wurde, um die Bewohner vor einer Ansteckung zu schützen, antwortete Marc Biedinger, Betriebsleiter der Seniorenzentren der Stadt Bonn: „Alle einschlägigen Rechtsverordnungen, wie die Coronaschutzverordnung und die Coronaaufnahmeverordnung, wurden umfassend seitens der Einrichtung umgesetzt, ebenso wie die umfangreichen Empfehlungen des ,Robert Koch-Instituts’ zur Prävention und dem Management von Covid 19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen.“ Darüber hinaus sei kontinuierlich eine enge Abstimmung aller Schutzmaßnahmen mit dem Gesundheitsamt erfolgt, die in verschiedene Verfahrensanweisungen für die Mitarbeiter der Seniorenzentren der Stadt Bonn mündeten.

Der betroffene Bewohner befindet sich nach Auskunft von Biedinger in seinem Einzelzimmer und wird getrennt von den übrigen Bewohnern gepflegt und versorgt. Vor Betreten seines Zimmers seien erhöhte Anforderungen an die Schutzausrüstung sicherzustellen, wie Einmalhandschuhe, Einmalschutzkittel, dicht anliegende Atemschutzmaske (mindestens Schutzstufe FFP2), Schutzbrille und langärmelige, wasserdichte Einwegschürze bei pflegerischen Tätigkeiten.

Eine Infektion im Haus ist nach Aussage Biedingers ausgeschlossen, da alle anderen Testergebnisse von Bewohnern und allen Beschäftigten negativ seien. Auf die Frage, ob die Bewohner in den kommenden Wochen nochmal routinemäßig getestet werden, erklärte Marc Hoffmann: „Das Gesundheitsamt bietet allen Seniorenheimen vorsorglich freiwillige Testungen an.“

In der Bonner Umgebung ist es immer wieder zu Corona-Fällen in Senioren- und Pflegeheimen gekommen. Zuletzt sind in der Bonner Lebenshilfe zwei Mitarbeiterinnen positiv getestet worden. In der Josefshöhe, wo sich Anfang April 18 Bewohner mit dem Virus infiziert haben, sind mittlerweile alle genesen. Ende März war es zu einem Fall unter den Mitarbeitern im Haus Rosental in Bonn-Castell und im Haus Steinbach in Bad Godesberg gekommen.

Vor allem die Corona-Fälle im CBT Wohnhaus St. Monika in Sankt Augustin sorgten in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen. Am 28. März gab es dort den ersten offiziellen Corona-Fall. Vier Tage später verstarb die erste Bewohnerin des Altenheims. Bis zum vergangenen Montag stieg die Zahl der Todesfälle auf 16 an. Tests wiesen bei insgesamt 48 Pflegebedürftigen und Mietern des Betreuten Wohnens das Virus nach. Auch 56 der 100 Mitarbeiten waren infiziert. Dies führte letztens Endes dazu, dass Katastrophenhelfer einspringen mussten, um die Versorgung in dem Heim zu sichern.

Das hat auch juristische Konsequenzen. Die Stadt Sankt Augustin stellte Strafanzeige (der GA berichtete). Dabei gehe es um Verstöße im Zusammenhang mit der Coronakrise, wie der Staatsanwalt Sebastian Buß dieser Zeitung mitteilte. Gleichzeitig signalisierte der Anwalt der beschuldigten CBT-Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH der Bonner Staatsanwaltschaft, bei den Ermittlungen zu kooperieren.

In einer 20-seitigen Ausarbeitung der Vorkommnisse, die die CBT dem Rhein-Sieg-Kreis vorgelegt hat, solle ersichtlich werden, wie viele und welche Mitarbeiter bei der ersten Massentestung am 2. April zwar Kontaktpersonen der Kategorie 1 waren, aber zunächst negativ getestet wurden.

Nach GA-Informationen hatte es die Vermutung gegeben, dass Mitarbeiter trotz Symptomen und teilweise sogar positiver Abstrichergebnisse weitergearbeitet haben.