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Mehr als 1000 Fans: Dart-Szene bejubelt in Beuel ihre Legenden

Mehr als 1000 Fans : Dart-Szene bejubelt in Beuel ihre Legenden

Mehr als 1000 Besucher feierten mit Wolfgang Pütz das 25. Jubiläum der gleichnamigen Dart-Liga. Mit dabei waren mit Phil Taylor und Raymond van Barneveld echte Legenden.

„Die Engländer spielen Steel-Dart und trinken dabei auch noch Bier“, erklärte Wolfgang Pütz. Beim Werfen der kleinen Pfeile mit Stahlspitze müsse man ja obendrein auch noch zählen, und das sei offensichtlich ein Manko, das den Deutschen wohl zunächst so schwergefallen ist, dass sich der Dart-Sport hierzulande erst mit dem Aufkommen elektronischer Zielscheiben Anfang der 80er-Jahre wirklich durchgesetzt habe, führte er grinsend aus.

Bei dieser Variante verfügen die kleinen Pfeile nämlich über eine Kunststoffspitze, und das Errechnen der jeweiligen Punkte wird dem Spieler abgenommen. „Das war die Geburtsstunde der Pütz Dartliga, in der heute rund 2000 Spieler organisiert sind“, so Pütz. Von Koblenz bis Düsseldorf reiche der so organisierte Bereich, zwei Bundesliga-Mannschaften trügen zum Erfolg der Liga bei. Aufgebaut ist die Dartliga ähnlich einer Fußball-Liga – angefangen bei der Kreisliga C bis zur Bundesliga.

Dass das Dart-Spiel und der Alkoholgenuss tatsächlich die ein oder andere Schnittstelle haben, ließ sich denn auch auf dem Schauturnier am Samstagabend im Beueler Brückenforum beobachten: Anlässlich des 25. Jubiläums der Liga hatte deren Gründer und Namensgeber zu einem hochkarätig besetzten Schauturnier eingeladen, und viele Mannschaften hatten sich an den Tischen jeweils um ein Pittermännchen gruppiert, um den Abend zu feiern.

Deutlich über 1000 Spieler und Fans hatten sich bestens gelaunt versammelt, um Szenegrößen wie dem holländischen Weltmeister von 2007, Raymond van Barneveld, oder dem 16-fachen Weltmeister Phil Taylor beim Spiel zuzusehen oder gar selber gegen sie anzutreten.

„Ein Bierchen gehört einfach dazu“, waren sich die Teilnehmer einer Gruppe einig. Viel mehr dürfe es aber auch nicht sein, wenn man ernsthaft spielen wolle. Und das wollten viele, obwohl der Abend hauptsächlich als große Show konzipiert war: Barneveld und Taylor ließen es sich nämlich nicht nehmen, ein paar Pfeile gegen ausgesuchte Spieler der Pütz-Liga zu werfen.

Dass auch viel Show zum Dart-Erlebnis gehört, machte Pütz einmal mehr bei seiner Begrüßung deutlich: Bereits als er von Musik begleitet inmitten einer Showgirl-Truppe den Saal betrat, kochte die Menge. Der Liga-Chef trug bei seinem Einmarsch einen Anzug, der mit einer Vielzahl von Dartscheiben bedruckt war, auf seinem Kopf saß ein riesiger pfeilgespickter Hut. Der Abend selbst war dann eine bunte Mischung aus Interviews, Spielen und einem Musik-Act: In der Pause sorgten die Lokalmatadore von Druckluft mit ihrer heißen Blasmusik für Stimmung.

Bereits seit ein paar Jahren hat sich rund um den Dart-Sport ein regelrechter Hype aufgebaut; die Szenegrößen werden von den Fans wie Popstars gefeiert. Und dass das zumindest bei Barneveld und Taylor einen guten Grund hat, zeigten die beiden Spitzen-Darter am Samstagabend wieder einmal auf beeindruckende Weise: Beide gewannen alle Spiele gegen die Pütz-Player. Im Finale konnte sich dann Taylor mit 5:0 gegen Barneveld durchsetzen: In der Dart-Sprache wird ein solcher Null-Sieg als White Wash bezeichnet.