Wechsel in der Anlaufstelle der Polizei Darum sind die Bezirksbeamten vor Ort so wichtig

Beuel · Auf Walter Zwiebler folgt Anja Kappernagel: Die Polizeihauptkommissarin komplettiert das Bezirksteam im Beueler Rathaus. Routine und Lebenserfahrung sind bei der Arbeit vor Ort besonders wichtig.

 Sie ist die neue Ansprechpartnerin der Polizei im Beueler Zentrum: Anja Kappernagel hat die Position von Walter Zwiebler übernommen.

Sie ist die neue Ansprechpartnerin der Polizei im Beueler Zentrum: Anja Kappernagel hat die Position von Walter Zwiebler übernommen.

Foto: Benjamin Westhoff

Taschendiebstahl, Dokumentenverlust, Betreuung von Seniorenheimen, Schulwegsicherung und Begleitung von Volksfesten: Das Aufgabenfeld von Bezirksbeamten ist vielfältig und abwechslungsreich. In der Regel schickt die Bonner Polizei nur erfahrene Kolleginnen und Kollegen in die Außenbereiche des Polizeipräsidiums. Der Grund: Lebenserfahrung, Menschenkenntnis und fachliche Routine aus der Berufspraxis sind enorm wichtig, um für die polizeilichen Aufgaben vor Ort gewappnet zu sein.

Die sogenannten polizeilichen Anlaufstellen halten den Kontakt zu den Menschen, sind Ratgeber für kleinere Alltagskonflikte und helfen oftmals schnell und unbürokratisch. Dominik Gaida, im Polizeipräsidium Bonn zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sagt über seine Kollegen: „Das sind unsere Allzweckwaffen für alle und alles. Sie sind Ansprechpartner für jede polizeiliche Arbeit.“

Walter Zwiebler ist im Ruhestand

So eine Allzweckwaffe war Walter Zwiebler bis vor wenigen Wochen. Er war das Gesicht der Polizei in der Beueler Innenstadt – immer freundlich, immer gut gelaunt. In den letzten Wochen vor der Pension hat er seine Nachfolgerin Anja Kappernagel eingearbeitet und in die Geheimnisse der Schäl Sick eingeweiht. „Im Volksmund heißen wir gerne Dorf-Sheriff und Schutzmann. Diese Nähe zu unserer Klientel ist gewollt und stößt auch auf positives Echo“, sagt Walter Zwiebler. Für den 63-Jährigen ist rund 40 Dienstjahren Schluss.

Im Beueler Zentrum kannten ihn viele Bürger. „Hier war ich für viele Beueler der ‚Herr Zwiebler‘. In meinen 31 Dienstjahren auf der City-Wache wurde ich bei vielen Einsätzen eher nur ‚Bulle‘ genannt“, sagt er. In Beuel sei eben alles viel persönlicher und ruhiger verlaufen.

Polizeihauptkommissarin Anja Kappernagel ist zwar in Norddeutschland geboren und aufgewachsen, aber das Rheinland kennt sie gut. Seit 1993 arbeitet sie bei der Bonner Polizei. In den vergangenen elf Jahren war sie als Polizeibeamtin der Wache Gabi in der Bonner Innenstadt beheimatet. Weiberfastnacht war ihre erste große Bewährungsprobe in Beuel. Und wie hat sie als Norddeutsche das Beueler Brauchtum erlebt? Kappernagel sagt: „Das war eine ganz neue Erfahrung für mich. Es ist sehr gut gelaufen.“

Drei Bezirksbeamte arbeiten im Beueler Rathaus

Die 54-Jährige arbeitet nun zusammen mit ihren Kollegen Andrea Blume und Lutz Engel als Bezirksbeamte von Beuel. Ihr Büro liegt in der ersten Etage im Beueler Rathaus, Friedrich-Breuer-Straße 65. An zwei Tagen in der Woche wird eine öffentliche Sprechstunde angeboten: montags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr. „Allerdings kann jeder jederzeit mit seinen Anliegen zu uns kommen. Es könnte allerdings sein, dass wir alle unterwegs im Einsatz sind und man uns nicht antrifft“, sagt Kappernagel. Im Gegensatz zur polizeilichen Anlaufstelle im Rathaus ist die Wache Ramersdorf im Polizeipräsidium rund um die Uhr besetzt.

„Früher waren die Anlaufstellen zumeist nur mit Männern besetzt. Aber das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert, weil es jetzt immer mehr weibliche Polizisten gibt. Und das tut der Polizeiarbeit gut“, sagt Kollegin Andrea Blume.

Wer einen Überblick über alle Bezirksbeamten in Bonn haben möchte, findet sie unter Regionale Bezirksdienste auf der Internetseite bonn.polizei.nrw.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort