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Abbau: Das Hüpfburgenland verlässt Beuel wieder

Abbau : Das Hüpfburgenland verlässt Beuel wieder

Die Betreiber des Kinderspielparks sind mit dem Geschäft in Beuel zufrieden. Und kündigen bereits jetzt ein Wiedersehen an.

Die Luft ist raus im Hüpfburgenland. Sonntag war letzter Tag. Jetzt wird abgebaut. Nach gut drei Monaten auf dem Gelände an der Siegburger Straße in Vilich zieht das Familienunternehmen Liebe mit Sack und Pack, das heißt mit Wohnwagen, Anhängern und Zugfahrzeugen, weiter. Nächste Station ist Prüm in der Eifel. „Trotz dem Auf und Ab beim Wetter ist die Saison in Beuel insgesamt gut gelaufen. An manchen Tagen tummelten sich bis 200 Besucher im Hüpfburgenland, resümiert Arthur Liebe. Im nächsten Sommer gibt es ein Wiedersehen, das steht schon fest.

„Beuel ist ein guter Platz“, findet der 45-Jährige. Auch sein Jüngster, Luis (9), will gerne wiederkommen. „Er hat in jeder Stadt eine Freundin“, frozzelt der Vater. Luis hat die Marktschule besucht. Der zwölfjährige Marlon die Gesamtschule. Insgesamt sind es vier Jungs, alle helfen im Unternehmen mit. Auch Liebes Eltern. Alle leben im Wohnwagen.

Und wie es aussieht, werden auch die Kinder Zirkusleute. „Das liegt in den Genen“, sagt der Vater. Dazu muss man wissen, dass sowohl er wie auch seine Frau Carmen aus Schaustellerdynastien stammen. Carmens Mutter hat den einstigen Staatszirkus der DDR geleitet. Carmen selbst war Luftakrobatin. Als Artur sie zufällig bei einer Vorstellung wie Boticellis Venus aus einer Muschel steigen sah, hat er sein Herz verloren.

Kasperle gegen moderne Medien

Der vom Niederrhein stammende Liebe ist Puppenspieler in der sechsten Generation. Auch im Hüpfburgenland ist das Kasperletheater aufgebaut. Arthur und sein Ältester, Dennis (20), erwecken die Puppen zum Leben. Der zweite Sohn, Michael (17), ist für die Bühnentechnik zuständig. „Diesen Sommer haben die Kinder so viel über Kasper und das Krokodil gelacht, wie schon lange nicht mehr“ ist Liebe aufgefallen. So laut, dass die Eltern, die sich nebenan eine Pause gönnten, mitlachen mussten. Das macht den Puppenspielern Hoffnung für die Zukunft. „Aber der kleine Kasper hat's schwer gegen die modernen Medien“, beklagt er.

Wenn der Sommer vorüber ist, werden Hüpfburgen, Rutschbahnen, Riesenlegosteine, Zelte und Dreirädchen bis zum nächsten Frühjahr eingepackt. Dann gastiert die Familie mit dem Puppentheater in den Sälen.

Aber jetzt wird erstmal gepackt. Nicht schön, wenn alles nass geregnet ist. Was die Familie unterm Strich in den drei Monaten eingenommen hat, ist noch nicht auf Punkt und Komma ausgerechnet. „Die Rechnungen für Strom und Wasser stehen noch aus“, sagt Arthur Liebe. Der Unternehmenschef ist nur froh, „dass sich die Miete für den Platz im Rahmen hält“. Die große Wiese gehört zu Teilen der Vilicher Pfarrei St. Peter und der Stadt Bonn. Immer wieder ist zu hören, dass ein Investor dort einen Lebensmittelmarkt bauen will, aber Pfarrer Michael Dörr weiß nicht, wie weit die Verhandlungen gediehen sind. So schnell werde dort nichts passieren, meint er. Zuletzt hatte der Weihnachtscircus auf der Wiese sein Zelt aufgeschlagen. Die Artisten haben wohl keine guten Erinnerungen an den Platz, denn die Wagen hingen nach Tauwetter und Dauerregen im Matsch fest. „Selbst als wir im Mai kamen, sah der Platz noch schlimm aus. Vor der Eröffnung haben wir erstmal einige Zentner Rasen eingesät“, berichtet Liebe.