Klimaschutz-Messe in Schwarzrheindorf Das Veedel geht voran

Schwarzrheindorf · Auf der zweiten von Schwarzrheindorfer Bürgern organisierten Klimaschutz-Messe wurden am Freitagnachmittag thematische Bücher, ein Lastenfahrrad, ein besonderes Hochbeet, Foodsharing und vieles mehr vorgestellt.

 Lastenfahrrad, Hochbeet und mehr: Klimaschutz beginnt im Veedel, finden die Veranstalter und Mitwirkenden der Klimaschutz-Messe in Schwarzrheindorf.

Lastenfahrrad, Hochbeet und mehr: Klimaschutz beginnt im Veedel, finden die Veranstalter und Mitwirkenden der Klimaschutz-Messe in Schwarzrheindorf.

Foto: Stefan Knopp

Was ist nötig, damit Menschen begeistert bei etwas mitwirken? Diese Frage stellte Gesa Maschkowski vom Vorstand der Initiative Bonn im Wandel und Mitorganisatorin des Projektes Bonn4Future auf der zweiten Klimaschutz-Messe, die Bürger aus Schwarzrheindorf am Freitag auf dem Dorfplatz durchführten. Da kam einiges zusammen: Ziele brauche man, Gemeinschaft, einen Sinn, Emotionen, Empathie, gute Kommunikation, und vor allem müsse es allen eine Herzensangelegenheit sein.

Und man brauche Menschen, die vorangehen, um das Bonner Klimaneutralitäts-Ziel 2035 zu erreichen. „In jedem Viertel muss das passieren“, so Maschkowski. „Ihr seid die Vorreiter“, lobte sie die Schwarzrheindorfer. Auch Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn war überzeugt: „Das kann nur gelingen, wenn es getragen wird von der Bürgerschaft.“ Sven Harmeling und die anderen Organisatoren der Messe gehen im Veedel voran. „Wir müssen die Leute einbeziehen“, sagte Harmeling. Die erste Messe habe schon zu einer besseren Vernetzung verschiedener Initiativen geführt, die auch am Freitag wieder dabei waren. Das müsse weitergeführt werden, die Bürger bräuchten mehr Information, und „außerdem wird der Dorfplatz nicht genug genutzt“.

In diesem Jahr waren Parents for Future, die Naturfreundejugend und die Bonner Energieagentur dabei. Ein Büchertisch bot ausgewählte Literatur zum Thema, die Bürgerenergiewerke Siegburg stellten ihre Carsharing-Idee mit Elektroauto vor und Foodsharing warb dafür, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Die Arnold-von-Wied-Grundschule sammelte Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung in der Vilicher Straße und der Dixstraße. „Die sind viel befahren und teilweise sind die Bürgersteige sehr eng, zum Beispiel direkt vor der Schule“, erklärte Martina Suing. Die Gehwege würden auch immer wieder zugeparkt, und weil die Strecke auch von Bussen befahren wird, dürfe es keine vernünftigen Geschwindigkeitsbrecher geben. Man wünsche sich, dass der Bus wenigstens zu den Schulstoßzeiten umgeleitet würde, so Suing.

Für den Bürgerverein Vilich-Müldorf stellte Joachim Clemens den neuen Klimafonds (der GA berichtete) vor. Mit dem vereinseigenen Lastendreirad, auf dem eine Europalette und Gegenstände bis 150 Kilogramm Gewicht transportiert werden können, hatte er ein innovatives Hochbeet nach Schwarzrheindorf transportiert: Statt bloßer Füllmasse kann es unten Wasser für das Beet und für die Gartenbewässerung genutzt werden kann. Das Beet selbst besteht aus einem recycelten IBC-Container: Das obere Viertel wurde abgesägt und umgedreht. Für das Fahrrad, das die Vereinsmitglieder ausleihen können, möchte der Verein eine Minigarage realisieren, damit es sicher untergestellt werden kann.

Auch der „RheinRanger“ stellte sich vor: Schauspieler Daniel Breitfelder hatte, weil er in Coronazeiten ohne Beschäftigung war, als sinnvolle Ersatzbeschäftigung täglich am Rheinufer Müll aufgesammelt. Dazu hatte er sich ein altes Cowboy-Kostüm angezogen. „Wir müssen versuchen, weniger Müll zu machen und vom Fleischkonsum wegzukommen“, so sein Appell. Jeder einzelne müsse die Macht haben zu bestimmen, was er konsumiert.

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