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Güterbahnhof in Beuel: DB verpachtet ehemaliges Holzhandlungsgelände an Autofirma

Güterbahnhof in Beuel : DB verpachtet ehemaliges Holzhandlungsgelände an Autofirma

Am Güterbahnhof Beuel tut sich was: Auf dem Gelände der ehemaligen Holzhandlung Berthold bereitet das Beueler Unternehmen AutoProjekt die Eröffnung seines neuen Firmensitzes vor. In spätestens sechs Wochen will Geschäftsführer Achim Unger den Verkauf von Autos und Wohnmobilen starten.

Mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, dass Bruno Berthold das Lager und das Verwaltungsgebäude seiner Holzhandlung nach Bornheim verlagern musste, weil ihm die Deutsche Bahn (DB) das Gelände nicht mehr länger vermieten wollte. Grund: Die Fläche an der Königswinterer Straße wurde für den Bau der S13 (Schnellbahn von Troisdorf bis Oberkassel) benötigt. Damit endete 2010 auf der westlichen Straßenseite die Ära Berthold nach 60 Jahren. Geblieben ist allerdings bis zum heutigen Tag der Holzmarkt für Endverbraucher in der Königswinterer Straße 27.

Da Achim Unger von der Deutschen Bahn jetzt einen Mietvertrag über die Dauer von zwei Jahren mit automatischer Verlängerung um weitere zwei Jahre erhalten hat - sofern die DB das Pachtverhältnis nicht rechtzeitig auflöst - stellt sich die Frage: Wie steht es um die S13? Ein Bahnsprecher erklärte dazu dem GA: "Es handelt sich um eine befristete Zwischenvermietung, da wir die Fläche aktuell für den geplanten Bau der S 13 nicht benötigen." Die Deutsche Bahn rechnet nach Auskunft des Bahnsprechers damit, bis spätestens Ende des Jahres Baurecht für das ungefähr 14 Kilometer lange und 434 Millionen Euro teure Bahnprojekt zu erhalten.

"Nach Erteilung der Baugenehmigung müssen wir mit allen betroffenen Eisenbahnunternehmen den Neubau der Trasse absprechen. Dafür planen wir mindestens zwei Jahre ein. Somit kann der Bau frühestens Anfang 2016 beginnen", so der Bahnsprecher weiter. Die reine Bauzeit soll ungefähr ein Jahr dauern.

Derzeit dauern noch die Gespräche zwischen Bund, Land NRW und der DB über den Finanzierungsvertrag an. Nach Aussage des Bahnsprechers ist die finanzielle Beteiligung von Bund und Land an dem rechtsrheinischen Trassenbau der Schnellbahnlinie 13 im Bonn-Berlin-Vertrag verankert. "Die Gespräche über die Finanzierungsvereinbarung verlaufen gut", sagte der Bahnsprecher. Die Deutsche Bahn hat nach eigener Auskunft mittlerweile mehr als zwei Drittel aller erforderlichen Grundstücke entlang der Trasse gekauft.

Florian Kalff, Geschäftsführer des ebenfalls auf dem Gelände des Güterbahnhofs beherbergten VW-Entfallteiledienstes, sagte dem GA: "Ich bin froh, dass diese Brache endlich wieder genutzt wird und nicht weiter verdreckt." Kalff wie auch die benachbarte Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) hatten bereits vor Jahren, als die umstrittene Ansiedlung eines Lidl-Markts auf dem Gelände an der Königswinterer Straße gescheitert war, versucht, das Areal zu kaufen und zu bebauen.

Das hatte die Deutsche Bahn seinerzeit aber in beiden Fällen abgelehnt.