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Im Dunkeln die Kirche erkunden: Der Ambo glitzert in der Dunkelheit

Im Dunkeln die Kirche erkunden : Der Ambo glitzert in der Dunkelheit

Viele kleine Lichtkegel flackerten am Freitagabend durch die Kirche Hl. Kreuz in Limperich. Kinder waren eingeladen, das Gotteshaus spielerisch und mit kleinen Rätsel zu erkunden.

35 Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren sowie 15 Eltern erkundeten in der Dunkelheit mit ihren Taschenlampen insgesamt 26 Stationen, an denen Aufgaben gelöst werden mussten. Im Dunkeln lässt sich der Kirchenraum ganz anders entdecken. Und viele spannende Dinge fallen mehr ins Gewicht, dachten sich Sonja Kressa und Julia Wagner-Orth, die die Tour organisiert und sich viele Aufgaben für die kleinen und großen Entdeckter überlegt hatten.

Wie viele Pfeifen hat die Orgel der Kirche Hl. Kreuz?

„Die Fragen sind ein Gemisch aus spannenden Entdeckungen und Fragen, wo man etwas zur sakralen Bedeutung erfährt“, erklärte Kressa, Koordinatorin im Familienzentrum. In der Krypta etwa mussten die Teilnehmer herausfinden, welche Bilder dort am Altar hängen – an der Orgel wurden eifrig die Pfeifen gezählt. Begeistert liefen die Kinder zwischen den Stationen umher und lösten die Fragen. Aufgehängte CD-Scheiben und flackernde Kerzen wiesen ihnen den Weg.

Im mittleren Teil des Kirchenschiffs hockten Lilly (9) und Maria (7) vor dem Ewigen Licht, das rötlich durch die Dunkelheit schimmerte. Unweit davon waren die Umrisse des Tabernakels auszumachen. Die Lichtkegel ihrer Taschenlampen hatten die beiden Schülerinnen auf zwei Fragebögen gerichtet. „Was ist das Ewige Licht?“, lautete die Frage, die es an Station 13 zu lösen galt. „Es zeigt uns, dass Gott da ist“, sagten die Mädchen und wählten die erste der drei Antwortmöglichkeiten aus. „Es macht großen Spaß, im Dunkeln durch die Kirche zu laufen“, fand Lilly. Den Tabernakel etwa hatten beide Mädchen noch nie zuvor gesehen.

Bei der Aktion können Kinder spielerisch viel erfahren

Maria die ebenfalls begeistert von der Entdeckungstour war, freute sich auf den Besuch in der Krypta. „Und ich fand die Orgel interessant“, sagte sie. 34 Pfeifen hätten die beiden Schülerinnen an dem großen Kirchenmusikinstrument gezählt, sagten sie im Chor. Lilly konnte sich gut vorstellen, auch mal andere Gebäude wie die Feuerwache im Dunkeln zu erkunden. Volker Ebert, der die beiden Schülerinnen begleitete, freute sich über den Kirchenbesuch. „Ich bin evangelisch und war erst einmal in dieser Kirche. Die Tour ist daher sehr interessant für mich“, sagte der Vater. Für die Kinder sei die Aktion ohnehin toll, weil man so spielerisch viel erfahren könne.

Clara (7) und ihre Mutter standen im Kircheneingang vor der 26. und letzten Station. „Ich fand das heute sehr spannend, weil es dunkel ist und weil man richtig viele Sachen erkunden konnte“, zog die Schülerin ihr Fazit. „Wir als gläubige Christen sind dankbar für das Angebot, denn so kann das Christentum den Kindern wieder ein bisschen näher gebracht werden“, sagte Ulrike Galinat.

Organisatoren sind zufrieden

„Wir sind sehr zufrieden und hätten nicht damit gerechnet, dass so viele Familien kommen“, befanden Kressa und Wagner-Orth. Selbst die Eltern hätten interessante Orte in der Kirche entdecken können. „Als wir die Tour vorbereitet haben, sind wir selbst mit der Taschenlampe durch die Dunkelheit gegangen und uns sind Dinge aufgefallen, die man bei Tageslicht nicht sieht“, erzählte Kressa. Der Ambo etwa glitzerte mystisch in der Dunkelheit. Man könne sich durchaus vorstellen, das Angebot nochmal anzubieten – vielleicht ja dann draußen, meinte die Koordinatorin.