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Notwendige Fällung: Der Mammutbaum am Combahnfriedhof muss weichen

Notwendige Fällung : Der Mammutbaum am Combahnfriedhof muss weichen

Er ist mehr als hundert Jahre alt. Aber schon seit einiger Zeit bereitet der Mammutbaum der Gemeinde Sankt Josef und Paulus Sorgen. Nun fällt ihn eine Spezialfirma.

Nun muss er doch fallen: Der mehr als 100 Jahre alte Mammutbaum wird aus Sicherheitsgründen gefällt. Ein Spezialunternehmen wird an diesem Freitag den Koloss, der auf dem Combahnfriedhof steht und unmittelbar an die Sankt-Augustiner Straße (B 56) grenzt, entfernen.

Schon länger bereitet dieser Baum den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde Sankt Josef und Paulus Sorgen. Ein Gutachten der Stadt Bonn empfahl schon Anfang des Jahres die Entfernung des Baumes, da viele Äste abgestorben seien. Deshalb hatte die Pfarrei die Fällung für den Spätherbst geplant. Doch vor wenigen Tagen hatte ein Friedhofsbesucher einen circa fünf Zentimeter dicken, abgebrochenen Ast in rund sieben Meter Höhe entdeckt und das städtische Ordnungsamt informiert. Die Stadt Bonn sperrte dann mit der Friedhofsverwaltung den gefährdeten Bereich ab, da es nicht gelang, den Ast zu entfernen.

Unteren Naturschutzbehörde riet zurschnellen Fällung

Der Kirchenvorstand setzte sich daraufhin mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn in Verbindung, die zu einer schnellen Fällung riet. Wegen der von dem Baum ausgehenden Gefährdung mit Blick auf einen möglichen trockenen Sommer wurde auch eine Ausnahmegenehmigung für die Fällung in der Schonzeit erteilt.

„Die Kirchengemeinde bedauert zutiefst diesen notwendigen Einschnitt in die Flora des Pfarrfriedhofes und sagt zu, in der nächsten Pflanzperiode in Abstimmung mit der Stadt Bonn eine Ersatzpflanzung vorzunehmen“, erklärte Michael Kranz, geschftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstands dem GA.

Der Pfarrfriedhof von Sankt Josef und Paulus hat in den vergangenen Wochen ein Facelift erhalten: An vielen Stellen wurde gearbeitet und die Anlage aufgewertet. „Der Umbau ist noch nicht abgeschlossen, dennoch können wir ein erstes Ergebnis unserer Arbeiten vorweisen“, sagt Heribert Niemann, im Kirchenvorstand der Gemeinde zuständig für den Friedhof, mit Johannes Lesch, der Landschaftsarchitekt und Mitglied der Kirchengemeinde ist.

Junge Amberbäume bilden nun Spalier auf der Ost-West-Achse

Gepflegte Hauptwege, einer ganz grob in Ost-West-, der andere in Nord-Süd-Richtung, kennzeichnen jetzt die Achsen des Friedhofs. Junge Amberbäume, an ihren weißen Stämmen zu erkennen, bilden ein Spalier auf der Ost-West-Achse, neue Bänke als Ruhezonen sind aufgestellt, auch erste Wasserstellen sind überarbeitet. Und an der Friedhofsmauer zu den Häusern hin sind sechs unterschiedliche, einheimische Laubbäume, Hainbuchen und Feldahorn, als Ersatz, gepflanzt worden. „Einer mehr, als wir gemusst hätten. Doch wir sind mit unseren Arbeiten noch lange nicht fertig“, sagt Niemann. Lesch ergänzt: „Die Liste mit unseren weiteren Ideen der Umgestaltung ist noch lang.“

Gut vier Jahre ist es her, dass sich der Kirchenvorstand erste Gedanken um die Aufwertung des Friedhofs gemacht hat. Dann kam noch hinzu, dass sich die Baumkommission der Stadt Bonn für die Fällung von fünf Atlaszedern und zwei Lebensbäumen auf dem Pfarrfriedhof ausgesprochen hatte (der GA berichtete). Zwölf neue Bäume waren geplant, elf sind inzwischen in die Erde gesetzt worden.

Neue Bäume werden erst in einigen Jahren Schatten spenden

Auch wenn sie schon über zehn Jahre alt sind, so wird es nach den Worten von Lesch noch dauern, bis sie Schatten spenden können. „Nur an der herbstlichen Buntfärbung der Blätter, vergleichbar mit dem Indian Summer in Nordamerika, werden sich die Besucher schon bald erfreuen können.“ Die neuen Bäume sollten nicht nur eine Ersatzpflanzung sein, man wollte damit auch Struktur in die Anlage bekommen, meint Lesch. Die weiße Schutzschicht um die Stämme herum, berichtet er, helfe gegen die Verdunstung und gegen „Sonnenbrand“, weil die Bäume in der Baumschule vielleicht die Strahlen von einer anderen Seite abbekommen haben und an den neuen Standort noch nicht gewöhnt sind.

„Bisher haben wir vier Bänke aufgestellt, alles Dreisitzer“, berichtet Niemann. Damit biete man schon mehr Sitzplätze an als zuvor. Eine weitere Bank und ein weiterer Amberbaum sollen noch in diesem Jahr hinzukommen. „Wir können uns jedoch gut vorstellen, noch weitere Bänke aufzustellen.“ Eine Grünabfallecke und eine erneuerte Wasserstelle zeigen auch schon, was noch getan werden könnte. „Wir müssen ohne Zuwendungen von Dritten auskommen“, berichtet Niemann, „denn wir sind eine private Begräbnisstätte, die sich über die Pachten der Gräber finanziert. Unser Ziel ist es, den Friedhof als Stadtmittelpunkt einladender zu machen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.“