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Der tote Kaiser: Der neue Krimi von Karin Büchel

Neuer Krimi von Karin Büchel : Klassische Detektivarbeit in Beuel

„Der tote Kaiser“ ist der dritte Krimi von Carin Büchel. Wieder spielt der Fall in Beuel. Diesmal geht es um einen Toten unter der Südbrücke in Ramersdorf.

Es wurde still. Ganz still. Totenstill – für den Kaiser. Hannah konnte oder wollte es nicht glauben. „Ein Mord?“, fragte sie. „In Beuel? Hier bei uns?“ Ein Toter unter der Südbrücke in Ramersdorf, ganz in der Nähe des Polizeipräsidiums, grausam zugerichtet. „Den Weg hätten wir auch zu Fuß gehen können. Ein Toter fast vor unserem Arbeitsplatz“, meinte Kommissar Martin Jäger zu seinem Kollegen Claas Werner. Der Tote sah so übel aus, dass sich Jäger unsicher war, wann er dieses grausame Bild wieder aus seinem Kopf bekommen würde. Kommissare, zumindest in diesem Buch, sind auch nicht immer frei von menschlichen Regungen.

„Ich bin ja gar nicht so blutrünstig“, gibt Karin Büchel, die Autorin des Krimis „Der tote Kaiser“ zu Protokoll. Da wird „nur“ jemand im Kofferraum eines Autos in der Broichstraße erschlagen und schließlich sein Leichnam am Landgrabenweg unter die Konrad-Adenauer-Brücke gelegt. Aber Büchel hat recht: Blutrünstig, wie man dies inzwischen fast aus jedem Fernsehkrimi kennt, wird es nicht. Klassische Detektivarbeit ist angesagt. Klar schaffen es die Kommissare, das perfide Verbrechen auf 236 Seiten aufzuklären. Sorgfältig hat Büchel die Geschichte entworfen, die Handlungsstränge bauen aufeinander auf. Sie war an allen Orten, hat in Beuel auch die für die Handlung relevanten verlassenen Orte, die sie „Lost places“ nennt, gesucht, hat alles auf die Brauchbarkeit in den Szenen abgeklopft.

Zündende Idee im zweiten Lockdown

Entstanden ist das Buch in zwei Etappen. „Ich hatte vor über einem Jahr angefangen, kam aber nicht weiter und habe das Manuskript zur Seite gelegt“, erzählt sie. Doch beim zweiten Lockdown hat sie es wieder ausgegraben und die zündende Idee, wie es weitergeht, ist ihr eingefallen.

Die Ideen für ihre Kriminalromane nimmt sie aus dem Alltag. „Ich gehe gerne durch die Stadt, setze mich irgendwo hin und beobachte die Menschen. Der Marktplatz ist dazu wunderbar.“ Und dann schreibt sie aus dem Bauchgefühl heraus, berichtet sie. Im Fernsehen schaut sie gerne Krimis – „Der Sonntagabend ist dafür reserviert“ – und lässt sich inspirieren. Und beim Betrachten wird innerhalb ihrer Familie gewettet, wer der Mörder ist. Ihre Familie, sie hat vier Kinder, hat die mordende Mutter so akzeptiert, wie sie ist.

Karin Büchel wurde bekannt als Autorin von Kurzgeschichten. Doch wie kommt sie seit einigen Jahren dazu, Romane zu schreiben? „Ich dachte einfach,ich probier es mal“, sagt sie. Sie stellte schnell fest, dass man verschiedene Handlungsstränge braucht oder man mehr Personen haben muss. „Aber inzwischen geht es sehr gut“, erklärt sie. „Ich bin keine von denen, die mit Exposés arbeitet, ich arbeite mit vielen Post-its.“ Die Geschichte entwickelt sich beim Schreiben am Laptop. Sie hat in den letzten Jahren Gefallen daran gefunden, Romane zu schreiben. Auf „Die Toten vom Ennert“ folgte „Das Wäldchen“, jetzt „Der tote Kaiser“ und bereits fertig ist auch schon das nächste Werk mit dem Titel „ICH war es“.