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Historische Walcker-Orgel: Die alten Orgelpfeifen sollen wie neu klingen

Historische Walcker-Orgel : Die alten Orgelpfeifen sollen wie neu klingen

Die Restaurierung der historischen Walcker-Orgel in der evangelischen Kirche macht Fortschritte. Über die Arbeiten informierte sich jetzt eine Gemeinde-Delegation beim Orgelbauer Weimbs in Hellenthal. Für das Projekt werden weiterhin Unterstützer gesucht.

Vorsichtig und Stück für Stück wurden Anfang Februar die Pfeifen der historischen Walcker-Orgel aus der Großen Kirche an der Kinkelstraße ausgebaut, verpackt und auf Reisen geschickt – jetzt gab es ein erstes Wiedersehen in der Eifel. Vor Ort informierten sich Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel-Dollendorf über den Stand der Restaurierungsarbeiten. In der Werkstatt des Orgelbauers Weimbs in Hellenthal ließ sich die Delegation aus Bonn die verschiedenen Arbeitsschritte erklären. Aktuell werden dort die wertvollen Orgelpfeifen sortiert, um sie anschließend fachkundig zu reinigen und zu restaurieren. Zwar bleibt ein Großteil der Pfeifen erhalten, einige müssen jedoch ersetzt und neu hergestellt werden.

Frank Weimbs führte die Gruppe mit Kantorin Stefanie Ingenhaag sowie Pfarrerin Anne Kathrin Quaas durch seinen Betrieb. Dabei hob der Orgelbaumeister die Komplexität dieser Arbeit hervor. Denn um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, müssen viele Fachleute „mit an Bord“ sein: Schreiner, Designer, Konstrukteure, Pfeifenmacher und Intonateure.

Begeistert äußerte sich Stefanie Ingenhaag nach den Erklärungen: „Man merkt bei den Mitarbeitern, wie stolz es sie macht, Orgeln neu zu erstellen und auch historische Orgeln mit viel Umsicht wieder zum Klingen zu bringen. Sie erschaffen dadurch jedes Mal ein Kunstwerk.“ Um einige speziellen Detailfragen gleich vor Ort zu klären, war auch der Orgelsachverständige des Kirchenkreises, Manfred Schwartz, mit nach Hellenthal gefahren.

Der derzeit leere Altarraum der Großen Kirche in Oberkassel wird in den nächsten Monaten für den für 2022 erwarteten Wiedereinbau vorbereitet: Es wird eine zusätzliche Heizung installiert, Elektro-Arbeiten müssen erledigt sowie das Gewölbe geweißt werden.

Wer sich über den Fortgang informieren will, der findet auf der Homepage der Gemeinde stets aktuelle Neuigkeiten rund um die „Walcker-Orgel“. Neben einem Überblick über die Geschichte des Instruments gibt es eine Beschreibung der Register sowie eine Übersicht über die noch freien Pfeifenpatenschaften und auch einen Zeitrafferfilm über den Orgel-Abbau. Über die Patenschaften wird die Restaurierung der Orgel größtenteils finanziert. Spenden für das Projekt wurden zudem durch ein Live-Stream-Konzert von Kantorin Stefanie Ingenhaag eingenommen, das sie an der einzigen derzeit nutzbaren Orgel der Gemeinde in Dollendorf gegeben hatte.

Rund 460 000 Euro wird das Projekt insgesamt kosten, wovon die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien 190 000 Euro und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW 78 600 Euro übernehmen. Schließlich gilt die Orgel als „erhaltenswertes Kulturdenkmal“. Die Gemeinde muss allerdings einen nicht unerheblichen Teil der Kosten tragen. Nach derzeitigen Schätzungen werden das rund 190 000 Euro sein. Ein Teil soll durch die Übernahmen der Pfeifenpatenschaften erwirtschaftet werden. Noch werden weitere Unterstützer gesucht, damit der Klang des Instruments das Gotteshaus an der Kinkelstraße bald wieder erfüllt.

Weitere Informationen zum Sachstand der Orgel-Restaurierung auf www.kirche-ok.de