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Beueler Kul-Tour: "Die Kultur ist unser Rettungsschirm"

Beueler Kul-Tour : "Die Kultur ist unser Rettungsschirm"

"Kultur ist unser Rettungsschirm", betonte Bärbel Pagel immer wieder. "Und Beuel ist marktführend in Sachen Kultur." Wie zum Beweis zog sie gemeinsam mit Fräulein Annette von Hoppenstett als betagtere Reiseleiterinnen im Rahmen der Kul-Tour am Sonntag durch Beuel.

Die Frauen vorneweg mit pinken (Kulturrettungs-)Regenschirm, hinterher etwa zwei Duzend Teilnehmer der Kultur-Safari. Insgesamt acht Stationen standen auf dem Programm der Expertinnen. Neben etablierten Einrichtungen, wie dem Heimatmuseum oder dem Mehlem'schen Haus führte die Exkursion auch in entlegenere Kultur-Schmieden. Etwa in die Ateliers in der alten Fabrikhalle des Vereins "Kunst-Werk KHB".

"Normalerweise sollten sich Interessierte schon bei den jeweiligen Künstlern anmelden, wenn sie hierher kommen möchten", sagte die Künstlerin Ingrid Grießer. "Deswegen ist die Veranstaltung heute schon eine recht exklusive Gelegenheit, den Künstlern über die Schulter zu schauen." Denn anders als bei einer normalen Ausstellung erwischten die Teilnehmer der Kul-Tour die kreativen Köpfe inmitten eines Schaffensprozesses.

"Die Werke sind jetzt noch nicht fertig", erklärte das Gründungsmitglied des Vereins, Horst Becker. "Das ist ein Zustand, den Laien recht selten zu Gesicht bekommen." Außerdem bot sich so die Möglichkeit, mit den Künstlern direkt ins Gespräch zu kommen und sich so ungezwungen über die Werke auszutauschen. Auf insgesamt 900 Quadratmetern zeigten elf Künstler ihre Werke aus sämtlichen Bereichen, wie Bildhauerei, Fotografie, Malerei und Zeichnungen. Seit 1998 besteht der Künstler-Zusammenschluss am Buchenweg 27, die ihren Ursprung in der Alanus-Hochschule hat.

Ein musikalisches Intermezzo boten Victoria Valerstein, Christoph Müller und Lothar Reiche-Ebert mit Klavier, Klarinette und Horn als Trio romantique den Reisenden im Mehlem'schen Haus. Nach einem Lied von Carl Reinicke verrieten sie dem Publikum, dass das Trio erst seit einem Monat gemeinsam musiziert. "Wir arbeiten als Musiklehrer", erklärte Reiche-Ebert. "Aber wir hatten nun die Idee als Trio aufzutreten."

Mit viel Witz und Charme regten vor allem die beiden Tour-Leiterinnen das Gespräch an. Besonders der immer wiederkehrende kleine Zwist zwischen Frau Pagel und Fräulein Hoppenstett sorgte für eine unterhaltsame Reise durch das Viertel sowie für eine lockere Stimmung. Denn die beiden Namen sind eigentlich das Alter Ego der Kabarettistinnen Babette Dörmer und Karin Kroemer und als diese haben sie jede Menge Erfahrung im Spaß machen.