Eisenbahn-Fahrtag Die Signale stehen auf Grün

Beuel · Der in Beuel beheimatete Modelleisenbahn-Club Spur 1 ist jetzt offiziell im Bonner Vereinsregister eingetragen. Die Vorbereitungen für den großen Fahrtag laufen.

 Fritz Hanke (l.) und Wolfgang Quadt tüfteln in Vorbereitung auf den großen Fahrtag an einer Lok.

Fritz Hanke (l.) und Wolfgang Quadt tüfteln in Vorbereitung auf den großen Fahrtag an einer Lok.

Fritz Hanke schraubt das Dach der Lokomotive noch mal auf: „Der Lokführer sitzt noch nicht perfekt“, erklärt er und korrigiert sofort. Detailarbeit ist gefragt bei den Vorbereitungen für den großen Weihnachts-Eisenbahn-Fahrtag, zu dem der Modell-Eisenbahnclub Köln Spur 1 (MECK) für diesen Sonntag, 11. Dezember, von 10 bis 17 Uhr einlädt.

Seit mehr als einer Woche werkeln die Vereinsmitglieder intensiv daran, auf der einzigartigen Miniatur-Eisenbahnanlage im Keller der ehemaligen Tapetenfabrik alles für den Fahrtag vorzubereiten – den Tag der offenen Tür, an dem Besucher die auf einer Betriebsfläche von rund 600 Quadratmetern mit viel Liebe zum Detail aufgebaute Modelllandschaft mit all den ausgetüftelten Details bestaunen können.

Im Vorfeld gibt es viel zu tun: „Die Züge werden auf ihre Betriebsbereitschaft geprüft, Reinigungen der Loks und Waggons werden durchgeführt“, erklärt Hanke. Derweil ist Klaus Dieter Klein im Nebenraum damit beschäftigt, das Feinmechaniker-Werkzeug für Spur-1-Lokomotiven zu sortieren: „Damit am Fahrtag im Notfall wieder etwas in Gang gesetzt werden kann“, erklärt er.

Die Spur-1-Miniatur-Anlage mit Zügen im Maßstab 1:32 und Gleisen mit 45 Millimetern Spurweite ist einmalig in der Region. Hobbytüftler Hanke ist dem Verein vor sechs Jahren beigetreten und reist mindestens zwei- bis dreimal im Monat rund 50 Kilometer aus Leichlingen an, um aktiv an der Gestaltung der Miniatur-Anlage mitzuwirken. „Die Umsetzung von Original in Miniatur macht wahnsinnig Spaß. Beim Basteln kann man auch prima vom Alltag abschalten“, sagt Hanke.

 Blick in ein Zugabteil.

Blick in ein Zugabteil.

Von vier Stationen aus – die fünfte ist bereits geplant – können auf der Modellbahnanlage zeitgleich bis zu 25 Lokomotiven gesteuert werden. Sowohl Personenzüge mit Fahrgästen als auch Güterzüge mit bis zu einem Dutzend Waggons mit unterschiedlichem Ladegut preschen durch die Miniatur-Landschaft.

„Wir haben schätzungsweise mehr als einen Kilometer Gleis verlegt. Genau gemessen haben wir das aber noch nie“, sagt Wolfgang Quadt, Vorsitzender des Vereins. Faszinierend sind die Spur-1-Lokomotiven auch deshalb, weil sie mit digitalem Sound ausgestattet sind: Fahren sie los, hört man die originalen Geräusche der Loks.

 Es geht auch unter Dampf.

Es geht auch unter Dampf.

Nicht weniger beeindruckend sind die vollautomatischen Kupplungen: „Der Puffer ist wie im Original gefedert: Die Lok hakt bei den Waggons ein, wird umgeschaltet und fährt in Fahrtrichtung los“, erklärt Hanke und demonstriert den Ablauf gleich an der Dampflok „Die Berg“.

Nachdem die Dampflok gestartet ist, fährt sie am originalgetreu nachgebauten Bonner Hauptbahnhof vorbei und hält wenig später an einem Nachbau des historischen Siegener Bahnhofs um 1960. Zahlreiche Figuren, vom Mechaniker, der in einer Werkstatt ein Fahrzeug auf einer Hebebühne repariert, bis hin zum Obst- und Gemüsehändler bei der Arbeit in einem Lebensmittelladen lassen die Szenerie lebendig wirken.

Alte Straßenbahnen unterwegs.

Alte Straßenbahnen unterwegs.

In der Liste der 50 wichtigsten Bonner Sehenswürdigkeiten

Hochverdient wurde die eindrucksvolle, digitale Spur-1-Anlage, die kontinuierlich weiterentwickelt wird, in die Liste der 50 Sehenswürdigkeiten, die man in Bonn gesehen haben muss, aufgenommen.

Frisches Gemüse wird angeboten.

Frisches Gemüse wird angeboten.

Seit diesem Jahr ist der Beueler Modelleisenbahnverein MECK nun auch offiziell als Bonner Verein registriert. Seine Ursprünge liegen in Köln, wo er 1998 gegründet wurde. Dort hatte man aber nie den passenden Ort für den Aufbau der Anlage gefunden. Bereits im ersten Vereinsjahr waren viele Modelleisenbahn-Freunde aus Bonn dazugekommen, darunter Quadt.

Dieser bot gleich an, einen großen Raum im ehemaligen Walzenkeller der Tapetenfabrik zur Verfügung zu stellen. 1999 hatten die damals rund ein Dutzend Vereinsmitglieder begonnen, die Modellbahn-Anlage hier aufzubauen. Mit großem Enthusiasmus ging man ans Werk. Alle Vereinsmitglieder haben bereits im Kindesalter die Liebe zur Modelleisenbahn für sich entdeckt und die Leidenschaft für das Tüfteln an der Anlage auch im Erwachsenenalter nie verloren.

Auch wenn das K im Vereinsnamen MECK weiterhin für Köln stehen wird, gibt es heute keinen Bezug mehr zu der Stadt, in der der Verein gegründet wurde. Nachdem Kölner Gründungsmitglieder gestorben waren, hatte der Verein dieses Jahr beschlossen, sich offiziell im Bonner Vereinsregister einzutragen. Im kommenden Jahr feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen. „Wir werden den Verein weiter betreiben wie in den vergangenen 25 Jahren“, verspricht Quadt.

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