Ramersdorf Dienstleistungsgesellschaft entwickelte mit Partnern Internet-Unterrichtsmaterial

RAMERSDORF · Das Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) vom vergangenen November hat viele Eltern einmal tief durchatmen lassen. Der BGH entschied damals, dass Eltern nicht dafür verantwortlich sind, wenn ihr Sohn illegal Musiktitel aus dem Internet herunterlädt.

 Damit Schüler sicher im Internet unterwegs sind, hat Thomas Michel von der Bonner Dienstleistungsgesellschaft für Informatik mit Partnern Materialien für sie und ihre Lehrer erstellt.

Damit Schüler sicher im Internet unterwegs sind, hat Thomas Michel von der Bonner Dienstleistungsgesellschaft für Informatik mit Partnern Materialien für sie und ihre Lehrer erstellt.

Foto: dpa

Dem Gericht reichte es, dass die Eltern den 13-Jährigen vorher belehrt hatten, dass solche Tauschbörsen rechtswidrig sind. Wenn es nach Thomas Michel geht, muss es so weit gar nicht kommen. Der Geschäftsführer der Ramersdorfer Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI), die ihren Sitz am Bonner Bogen hat, setzt sich dafür ein, dass schon Grundschüler über Gefahren im Internet aufgeklärt werden. "Wir haben schon den Europäischen Computerführerschein entwickelt, aber dieser setzt erst ab der achten Klasse an", sagt er.

Deshalb freute er sich über die Anfrage der EU-Initiative "klicksafe.de" und des Herdt-Verlages, gemeinsam ein Projekt für Grundschüler zu entwickeln. "Im dritten Schuljahr beginnen die Kinder, mehr vor dem Computer zu sitzen", begründet Michel die Auswahl der Altersklasse. Herausgekommen ist "KlickITsafe für Kids", das aus einem Arbeitsheft für Schüler und einem Lehrerband besteht.

Warum das Thema Internet im Unterricht behandelt werden sollte, liegt für Michel auf der Hand: "99 Prozent der Seiten sind nicht für Kinder gemacht." So steht als eines der ersten Kapitel auch "Seiten beurteilen" auf dem Programm. Dort lernen die Grundschüler zu hinterfragen, wie viel Mühe sich der Anbieter bei den Inhalten gemacht hat. Nicht unwichtig sind auch die Materialien zu den Sozialen Netzwerken. Wobei Michel gerade - zumindest bei den Jugendlichen - eine Bewusstseinsänderung feststellt: "Sie werden vorsichtiger, was das Hochladen von Fotos und die Nennung des vollen Namens angeht."

Das Heftchen, das auch nett aufbereitete Infos zur Handynutzung oder der Präsentation eines Vortrags enthält, dient nach Einschätzung des DLGI-Chefs der "Gefahrensensibilisierung". Wobei Michel nicht nur den Nachwuchs in der Pflicht sieht: "Auch Eltern brauchen digitale Kompetenz, damit sie ihren Nachwuchs im Internet anleiten und auch klare Ansagen machen können." Dazu zählt für den IT-Experten durchaus auch eine Verlaufskontrolle der Seiten. "Ich möchte doch wissen, was meine Kinder machen." Die Urkunde, die nach einem erfolgreichen Online-Test ausdruckbar ist, sollten Eltern sich aufheben: "Sie kann im Falle eines Klageverfahrens eine Hilfe dabei sein nachzuweisen, dass sie ihre Kinder ausreichend belehrt haben."

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