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Kinder erstellen digitalen Stadtteilführer: Diese Orte sind bei Bonner Schülern beliebt

Kinder erstellen digitalen Stadtteilführer : Diese Orte sind bei Bonner Schülern beliebt

Schüler der Gottfried-Kinkel-Schule haben 22 besondere Orte in Oberkassel zusammengetragen und daraus einen digitalen Stadtteilführer erstellt. Darunter sind Lieblingsorte, aber auch Ecken, die für die Kinder gruselig sind.

„Dies ist mein Lieblingsort“, sagt Paul und zeigt auf der großen Karte, die im Klassenraum hängt, auf einen roten Punkt, der die Aussichtsplattform „Am Steinbruch“ markiert. „Von dort hat man eine tolle Aussicht über Oberkassel“, weiß der neunjährige Grundschüler. Natürlich wird die Aussichtsplattform aufgenommen in die Liste der Lieblingsorte der Mädchen und Jungen der Gottfried-Kinkel-Schule.

Während der Projektwoche unter dem Motto „Rund um Oberkassel“ hatte Projektleiterin Ilka Seulen gemeinsam mit den Kindern den Stadtteil genau unter die Lupe genommen. Während der Rundgänge haben die Mädchen und Jungen Fotos von ihren Lieblingsorten gemacht: von der Circusschule Corelli über den Max-und-Moritz-Buchladen bis hin zur örtlichen Eisdiele wurde alles fotografisch festgehalten.

Um möglichst vielen anderen Gleichaltrigen zu zeigen, was ihnen Oberkassel alles zu bieten hat, haben die Grundschüler beschlossen, ihre gesammelten Lieblingsorte in einem digitalen Oberkasselführer für Kinder zu veröffentlichen. Das Projekt läuft derzeit auf Hochtouren: Alle 22 gesammelten Stationen werden in eine digitale Karte übertragen, die allen interessierten Kindern und Erwachsenen über die App Stadtsache zur Verfügung steht. „So entsteht derzeit ein digitaler Stadtteilführer für Oberkassel, von Kindern für Kinder“, erklärt Projektleiterin Seulen.

Erste Lieblingsorte bereits verzeichnet

Die ersten Lieblingsorte wurden bereits aufgenommen, in den kommenden Monaten soll die App erweitert werden. Wer sie nutzt, kann einen schönen Rundgang zu Orten in Oberkassel erleben, die Kinder besonders lieben. Mädchen und Jungen anderer Grundschulen entdecken mithilfe der App vielleicht neue Lieblingsorte, die sie bisher noch nicht kannten. „Spannend ist die App sicherlich auch für neu hinzugezogene Kinder“, sagt Seulen.

Wichtig war es der Projektleiterin, dass die Kinder nicht nur ihre Lieblingsorte auflisten, sondern auch einen kritischen Blick auf ihren Stadtteil werfen: Welche Orte sind nicht kinderfreundlich gestaltet? Wo lauern möglicherweise sogar Gefahren für Kinder? Auch diesen Fragen sind die Mädchen und Jungen bei ihrem Rundgang nachgegangen.

Fehlende Sitzgelegenheiten wurden dabei ebenso moniert wie fehlende Zebrastreifen. „Mit unserem Projekt möchten wir die Stadt auch motivieren, dass da etwas getan wird“, sagt Seulen. Gleich mehrere Stationen kamen auf die Liste jener Orte, die den Kindern sogar Angst einjagen und entsprechend sicherer gestaltet werden müssen.

Kinder entdecken auch unheimliche Orte

„Den Bahnübergang fanden wir ganz gruselig“, berichtet Elisa. Ebenfalls gruselig fand die Neunjährige auch einige Bereiche zwischen den Schrebergärten. „Da haben die Kinder ein total verwachsenes Grundstück mit einem Warnschild entdeckt“, berichtet Seulen. „Das war ein sehr unheimlicher Ort“, erinnert sich Elisa.

Auch wenn Projektleiterin Seulen die Gottfried-Kinkel-Schule diesen Sommer verlassen wird, arbeiten die Kinder im kommenden Schuljahr am digitalen Oberkassel-Führer weiter: Referendarin Maricel Parisi wird das Projekt fortsetzen. „Wir werden unseren digitalen Oberkassel-Führer im Sachunterricht weiter entwickeln“, berichtet Parisi. Sobald alle 22 Stationen eingetragen sind, sollen alle Kinder die Möglichkeit bekommen, die App auszuprobieren.