Bonner Lehrer als Krimiautor Dunkle Abwege menschlicher Hybris

Beuel · In seinem neuen Buch nimmt Hubert Wippermann seine Leser mit in eine düstere Welt und spart das Thema Künstliche Intelligenz dabei nicht aus. Das Ermittlerduo streift auf seiner Spurensuche durch Bonn.

Der Gymnasiallehrer Hubert Wippermann veröffentlicht seinen vierten Krimi.

Der Gymnasiallehrer Hubert Wippermann veröffentlicht seinen vierten Krimi.

Foto: Benjamin Westhoff

Unheimliches, Dämonisches, Abgründe der menschlichen Psyche, Wahnsinn, Erotik und Gewalt. Die „Schwarze Romantik“ ist für viele Sinnbild des Bösen und des Unheils. Hubert Wippermann hat jedoch kein Problem damit, sich mit dieser dunklen Epoche des 18. Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Im Gegenteil. Für den Beueler bietet sich eine Verknüpfung von Schwarzer Romantik mit den Chancen und Gefahren Künstlicher Intelligenz geradezu an.

Doch keine Angst: In seinem neuen Krimi „Des Menschen Schöpfung“ nimmt Wippermann seine Leser nicht nur mit in die abstrakte Welt der Wissenschaftswelt, sondern er lässt sein bewährtes Ermittlerduo, den Bonner Kunsthistoriker Professor Karl Jung und die Musikwissenschaftlerin Paula Lanzini, wieder gemeinsam einen spannenden Fall lösen. Mittlerweile sind die beiden ein eingespieltes Team im Überführen von Verdächtigen und Aufspüren von Beweisen. Ob sie sich im vierten Band von Hubert Wippermann jedoch endlich auch menschlich näherkommen, das will der Krimiautor nicht verraten.

Hubert Wippermann, Jahrgang 1968, studierte Deutsch, Geschichte und Philosophie in Paderborn. 1992 zog er zum weiteren Studium nach Bonn, wo er bis heute mit seiner Familie lebt und am Clara-Schumann-Gymnasium Deutsch, Geschichte und Politik unterrichtet.

Dubiose Persönlichkeiten

Auch in seinem vierten Buch geht es unter anderem natürlich wieder um einen brutalen Mord. Das plötzliche Verschwinden seines Freundes bereitet Ken, einem Doktoranden von Professor Jung, große Sorgen. Was ist passiert? Ist er einem Verbrechen zum Opfer gefallen? Als plötzlich auch noch ein renommierter Wissenschaftler der Bonner Universität stranguliert im Institut für Informatik aufgefunden wird, haben sie einen schrecklichen Verdacht: Beide Männer arbeiteten zusammen und forschten auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Haben die Fälle etwas miteinander zu tun oder ist das alles nur Zufall?

Bei ihrer Suche nach dem Vermissten begegnen sie gemeinsam mit Paula Lanzini dubiosen Persönlichkeiten und geraten auf die dunklen Abwege menschlicher Hybris. Ihre Nachforschungen bleiben nicht unbeobachtet und schnell werden die Jäger zu Gejagten. Zum vierten Mal werden Karl Jung, sein Doktorand Ken und Paula Lanzini zur Zielscheibe krimineller Machenschaften – und dieses Mal hätten sie sich vielleicht lieber nicht eingemischt.

Eine Reise durch Bonn

Natürlich nimmt Wippermann seine Leser erneut mit auf eine Reise durch Bonn. Es geht in den Post Tower und in einige Lokale, die jeder Bonner anhand der Beschreibung erkennen wird. Zudem spielt die Handlung teilweise in der Schweiz, in der Welt von Mary Shelley. Ob Kens Freund am Ende wohlbehalten zurückkehrt und ob der Mord an dem Bonner Professor aufgeklärt wird, das verrät Wippermann natürlich nicht. Allerdings gibt er einen kleinen Hinweis darauf, wie sich die platonische Beziehung zwischen Professor Karl Jung und Paula Lanzini entwickeln wird. „Es taucht eine neue Frau auf, und es wird spannend“ schmunzelt Wippermann. Denn offenbar hat die neue Polizeipsychologin ein Auge auf den Professor geworfen.

Nach fachdidaktischen Veröffentlichungen, Gedichten und Kurzgeschichten ist dies nach „Beethovens letzter Wille“, „Des Goldes Schlaf“ und „Des Menschen Eitelkeit“ der vierte Bonn-Krimi des Beueler Autors. Kaum ist der neueste Fall gelöst, geht es im Hause Wippermann erneut auf Verbrecherjagd. Denn das fünfte Werk ist bereits zur Hälfte fertig. Darin legt Wippermann den Fokus auf die Aktivität von Altnazis und jungen Faschisten. Die Handlungen spielen in Bonn und in Rom.

Des Menschen Schöpfung, Hubert Wippermann, agenda Verlag, 236 Seiten, 14,90 Euro, ISBN/EAN: 9783896888105.

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