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Kommentar zur Seilbahn: Ehrliche Aussprache

Kommentar zur Seilbahn : Ehrliche Aussprache

GA-Redakteur Holger Willcke hofft, dass es am Dienstag bei der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel zur Aussprache zwischen Stadtbaurat Helmut Wiesner und den Politikern kommt. Es werden deutliche Worte fallen müssen.

Hoffentlich kommt es am Dienstag zur Aussprache zwischen Stadtbaurat Helmut Wiesner und den Beueler Politikern. Vor allem die Öffentlichkeit will erfahren, wie es zu der sehr unterschiedlichen Einschätzung bezüglich des Planungsstands der Seilbahn kommen konnte. Der über die Medien geführte Streit über die Frage, wo in Beuel eine Seilbahnstation gebaut werden soll, hat jedenfalls kein Vertrauen in das Zusammenspiel zwischen Politik und Verwaltung aufkommen lassen.

Dass die Beueler Koalition den Beigeordneten Wiesner nun zur Sitzung der Bezirksvertretung einbestellt hat, lässt vermuten, dass deutliche Worte fallen werden. Da einige Alt-Vordere der Fraktionen am Dienstag an der letzten Sitzung ihrer Politkarriere teilnehmen, werden sie dem Stadtbaurat unangenehme Fragen nicht ersparen.

Allerdings: Zu heftig wird der Schlagabtausch sicherlich nicht werden. Warum? Sowohl Politik als Verwaltung gelten mehrheitlich als Befürworter des Seilbahnbaus. Und deshalb hat das zu erwartende Muskelspiel vor allem einen Hintergrund: Die Politik will klarstellen, wer in Bonn Entscheidungen trifft und wer sie anschließend umzusetzen hat.

Für beide Seiten gilt aber auch: Letztlich wird die mit Spannung erwartete Kosten-Nutzen-Relation des Seilbahnprojekts darüber entscheiden, ob Bund und Land Fördergelder nach Bonn überweisen. Da werden Erinnerungen an eine umstrittene Ost-West-Entlastung aus dem vergangenen Jahrhundert wach. Bei der Südtangente, die die Autobahnen A3 und A565 verbinden soll, drehte sich damals auch (fast) alles um die Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Bis heute schlummert das Straßenbauprojekt in den Untiefen des Bundesverkehrswegeplans. Das darf mit der Seilbahn nicht passieren.