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Kultur in Beuel: Die Brotfabrik: Ein Palast mit bröckelndem Putz

Kultur in Beuel: Die Brotfabrik : Ein Palast mit bröckelndem Putz

Ein Raum für Visionen, das sollte die Brotfabrik von Anfang an sein. Deswegen nannte die Gruppe von Studenten, die sich Mitte der 1980er-Jahre zusammentat, um das große Kulturzentrum ins Leben zu rufen, den Trägerverein "Traumpalast". 30 Jahre später bietet die ehemalige Fabrik in der Kreuzstraße Ausstellungen, Programmkino, Theater, Tanz, Musik, Workshops und Seminaren ein Zuhause.

Was verbirgt sich hinter der Brotfabrik?

Ein Kulturzentrum, das allen Sparten und Altersgruppen ein Zuhause und niederschwelligen Zugang zu Kultur bietet: So ließe sich das Konzept der Brotfabrik kurz beschreiben. Getragen wird das Zentrum vom Verein Traumpalast. Es beherbergt das Programmkino Bonner Kinemathek, die Bühne in der Brotfabrik, das Theater Marabu, das Bildungswerk Kulturgut, die Kreative Werkstatt für Kinder und Jugendliche und die Kulturkneipe. "So können gerade Menschen, die neu in der Stadt sind, ohne große Hürde einen Kaffee trinken und in unsere Angebote reinschnuppern", sagt Limprecht.

  • Wer sind die Macher und was wollen sie?

Der Trägerverein mit seinen rund 20 Mitgliedern ist zuständig für die Koordination des Kulturzentrums und verantwortlich für das Angebot der Werkstatt. Die anderen Sparten sind inhaltlich eigenständig. "Wir haben in jedem Bereich Profis auf ihrem Gebiet." Ein friedlicher, interkultureller Austausch und die intelligente künstlerische Auseinandersetzung mit dem politischen Geschehen seien das Ziel.

  • Wie finanziert sich das kulturelle Angebot?

Wie sich das Angebot finanziert, ist je nach Sparte unterschiedlich. "Wir haben Bereiche, wie das Programmkino, die sich selbst tragen. Andere Sparten, wie das Theater, sind auf öffentliche Zuschüsse angewiesen." Letztendlich finanziere sich das Kulturzentrum aber auch über die extrem niedrigen Löhne, die gezahlt würden. "Unsere Mitarbeiter tragen das Angebot durch Lohnverzicht mit."

  • Wer nutzt das Angebot?

Rund 200 000 Besucher ziehe die Brotfabrik im Jahr an, sagt Limprecht. "Von kleinen Kindern bis zur Generation 70 plus ist alles dabei." Nur dass inzwischen immer weniger Studenten kommen, bedauert sie. "Die sind keineswegs zu doof oder uninteressiert. Eher haben sie das Gefühl, sich für Kultur keine Zeit nehmen zu können."

  • Woran hapert es?

Sorgen bereitet den Verantwortlichen, dass der Mietvertrag für das Fabrikgelände 2016 ausläuft. "Wir verhandeln noch und hoffen natürlich, dass es danach weitergeht." Zudem seien die Gebäude sanierungsbedürftig. Ein "Palast" müsse die Brotfabrik zwar nicht sein, aber "an einigen Stelle bröckelt die Substanz".