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Kommentar zur Kultur in Beuel: Ein Quartier, das wär's

Kommentar zur Kultur in Beuel : Ein Quartier, das wär's

Mit dem Umzug des Pantheons auf die rechte Rheinseite hat der Kulturstandort Beuel an Bedeutung, Bekanntheit und Beliebtheit zugenommen. Beuel hat sich neben der Kulturmeile in Endenich zum Theater- und Konzert-Hotspot in der Bundesstadt entwickelt.

Das belegt auch die aktuelle Umfrage des General-Anzeigers: Fast 60 Prozent der Befragten benoten das Kulturangebot in Beuel mit sehr gut und gut. Das gute Abschneiden des Kulturstandortes ist hauptsächlich auf das außerordentliche persönliche Engagement der einzelnen Akteure zurückzuführen.

Menschen wie Rainer Pause, Martina Steimer, Moritz Seibert, Tina Jücker, Claus Overkamp, Jürgen Becker, Sigrid Lamprecht, Michael Kernbach, Julian Reininger und die vielen anderen Kollegen sind – was Kultur anbelangt – besessen oder wie der Rheinländer sagt „positiv bekloppt“. Sie sind gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Vertretern aus der Vereinswelt der Kulturmotor, der derzeit in Beuel auf Hochtouren läuft.

Um das Niveau zu halten und vielleicht sogar noch etwas zu steigern, bedarf es der Unterstützung der Stadt Bonn. Die Stadtverwaltung ist in Sachen Kulturarbeit engagiert unterwegs, legt den Fokus aber deutlich auf die Themen Beethoven, Oper und Schauspiel. Man kann aber das eine tun, ohne das andere zu lassen. Will heißen: Die freie Kulturszene benötigt mehr Rückhalt, mehr Zuspruch, mehr Geld.

Aktuell geht es vor allem um die Zukunft des Geländes der Schauspielhalle Beuel. Die Stadt Bonn will das Areal an der Siegburger Straße für etwa 13 Millionen Euro als Ausweichquartier für andere sanierungswürdige Kultureinrichtungen ertüchtigen. Bei diesen Investitionen muss die Gründung eines Kulturquartiers berücksichtigt werden. Das Areal bietet genug Platz und Potenzial, um dort Gastronomie, Clubs, Galerien und Szeneeinrichtungen zu etablieren. Ein professionell aufgestelltes Kulturquartier Beuel wäre ein Aushängeschild für Bonn und die Region.