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Katholischer Friedhof in Vilich: Einer der ältesten Friedhöfe Bonns

Katholischer Friedhof in Vilich : Einer der ältesten Friedhöfe Bonns

Der heutige katholische Friedhof in Vilich entstand einst vor 200 Jahren zwischen dem früheren Friedhof der 1765 durch ein Hochwasser zerstörten Pfarrkiche St. Paulus und der heutigen Stiftskirche St. Peter. Einige der 240 Grabkreuze stammen sogar aus dem 16. Jahrhundert.

Der katholische Friedhof von Vilich gehört zu den ältesten in Bonn. Ursprünglich ein Kirchhof, ist das Gräberfeld heute in städtischer Obhut. Heute ist auch nicht mehr zu erkennen, dass er zwischen dem ehemaligen Friedhof der 1765 durch ein Hochwasser zerstörten Pfarrkiche St. Paulus und der heutigen Stiftskirche St.Peter angelegt ist. Von den beiden historischen Begräbnisstätten sind nur noch die 240 Grabkreuze vor und in der Friedhofsmauer zu finden, deren frühesten Exemplare aus dem 16. Jahrhundert stammen.

„Mit Beginn des 19. Jahrhunderts“, schreibt Heimatforscher Carl Jakob Bachem in einer historischen Abhandlung zur Vilicher Friedhofsgeschichte, erfolgte eine allmähliche Neugestaltung dieses großen Zwischenterrains bis hin zu dem heutigen Friedhof, rund um das spätbarocke Hochkreuz. Ab etwa 1850 wurde eine Neuordnung des aufgelassenen mittelalterlichen Pfarrkirchen- und Friedhofsgeländes vorgenommen: Das kleine St. Paulus-Ruinengelände wurde abgetrennt, während 1874 auf dem noch verbliebenen Areal das erste Schulgebäude dem ehemaligen Gräberfeld entstand. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Backsteinmauer mit den sie schmückenden Grabkreuzen aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert gebaut.

Gräberfläche für große Pfarrei

Der heutige „neue“ Friedhof hat den Recherchen Bachems zufolge seine ersten Belegungen ab etwa 1800 erfahren. Er war lange Zeit, wie schon zuvor der Kirchhof an St. Paulus, der einzige Begräbnisplatz für die ungewöhnlich große Pfarrei, die von Beuel über Rheindorf, Vilich bis Geislar, über Vilich-Müldorf, Hangelar sowie Pützchen und Bechlinghoven bis hin nach Kohlkaul und Holzlar reichte.

Der ursprünglich von Ulmen geprägte Friedhof war auch nach 1945 dicht belegt und spiegelte mit der Vielfalt seiner Grabstätten die Entwicklung der Friedhofskultur von mehr als einem Jahrhundert wider. Bemerkenswert sind heute nur noch einige wenige historische Gräber aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Das Grab des ersten Vilicher Bürgermeisters Leonhard Stroof (1809 bis 1825) ist verschollen. An ihn erinnert eine Gedenktafel auf der Rückseite des Hochkreuzes am Eingang des Friedhofs. Links daneben findet sich die Grabstätte seines Nachfolgers Gabriel von Pfingsten (1825 bis 1855). Das Hochgrab des dritten Bürgermeisters Ignaz Schnorrenberg liegt am ersten Weg rechts vom Eingang. Die Lage weiterer noch vorhandener bedeutender Grabstätten, wie das der Herren von der Wasserburg Lede sind über eine Infotafel am Eingang des Friedhofs auszumachen.

1984 wurde der Friedhof in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt. „Fatalerweise haben jedoch die Denkmalbehörden trotz ständigen Erinnerns seitens des Denkmalvereins, diese Sonderregelung zu keinem Zeitpunkt aktiv verfolgt“, sagt Bachem. Er kritisiert zudem manche Arbeiten des Grünflächenamtes, die auch vor dem ursprünglich so charakteristisch um sich greifenden Grünwuchs auf dem Vilicher Friedhof keinen Halt machten.