1. Bonn
  2. Beuel

500. Reformationsgedenken: Erstes ökumenisches Gemeindefest in Beuel

500. Reformationsgedenken : Erstes ökumenisches Gemeindefest in Beuel

Tolles Wetter beim ökumenischen Gemeindefest in Beuel. Und dann präsentieren Kantor Hubert Arnold und Pfarrerin Heike Lipski-Melchior ein extra für diesen Tag geschriebenes Lied.

„Pastor Evertz war zuständig für das Wetter heute“, sagte Pfarrerin Heike Lipski-Melchior auf dem Beueler Rathausvorplatz bei der Begrüßung der Besucher des ökumenischen Gemeindefestes. Und Evertz gab zurück: „Ich hatte eben die besseren Verbindungen zu Petrus.“ Und Bezirksbürgermeister Guido Déus meinte dazu: „Der liebe Gott liebt einfach die Beueler.“ Recht hatten sie alle, denn schüttete es noch den ganzen Samstag, so strahlte am Sonntag die Sonne über Beuel.

Das 500. Reformationsgedenken war für die evangelische Gemeinde Beuel, Bezirk Mitte, der Grund, zusammen mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef und Paulus ein erstes ökumenisches Gemeindefest rund um die Versöhnungskirche an der Neustraße zu feiern. Das Motto: „Gemeinsam unterwegs“.

So war von Déus zu erfahren, dass es für ihn bei der Ökumene wichtig sei, dass man das Gemeinsame und nicht das Trennende in den Vordergrund stelle. „Die Politik kann davon sehr viel lernen“, meinte er. Nach dem Gottesdienst in der Versöhnungskirche und der gleichzeitig stattfindenden Messe in St. Josef zogen die Kirchenbesucher sternförmig zum Rathausvorplatz, wo sie nicht nur von Déus begrüßt wurden, sondern auch von dem neuen mobilen Glockenstuhl des Schiffer-Vereins Beuel.

Zweite Überraschung: ein neues Taizé-Kreuz

Georg Wagner und Winfried Clarenbach von den Glockenfreunden Königswinter blieb es vorbehalten, als erste für die Besucher zu „beiern“. Beiern ist eine rheinische Tradition und bedeutet, die Glocken nicht am langen Seil zu läuten, sondern mit einem kurzen Seil anzuschlagen und somit eine Melodie zu intonieren.

Die vier Glocken dieses Glockenstuhls mit den Tönen G, H, D und E haben es Hubert Arnold, Kantor der evangelischen Gemeinde Beuel, ermöglicht, eine Melodie zu komponieren. Pfarrerin Lipski-Melchior hatte zuvor den Text dafür geschrieben. Zuerst wurde die Melodie gebeiert, dann von allen gesungen und im dritten Durchlauf vom Posaunenchor „Blechlawine“ begleitet. Und das, so Arnold, ohne vorher geprobt zu haben.

Nach dem kleinen Festakt und unter lautstarker musikalischer Unterstützung durch die Sambagruppe „Los Beuelos“ zogen alle Besucher zur Versöhnungskirche in die Neustraße, wo bei Speisen und Getränken ein langer, unterhaltsamer Nachmittag stattfand. Der mobile Glockenstuhl wurde mit Hilfe des THW dorthin transportiert. „Seinen vorläufigen Platz wird er in der Paulus-Kirche einnehmen“, erklärte Claus Werner Müller vom Schiffer-Verein. „Ohne die Unterstützung des THW könnten wir ihn derzeit überhaupt nicht transportieren.“

Ein ökumenischer Festausschuss – Pfarrausschuss auf katholischer, Presbyter auf evangelischer Seite – hat von Anfang an das ganze Fest geplant, war von Pfarrerin Lipski-Melchior und Pastor Evertz zu erfahren. „Gemeinsam unterwegs zu sein“, das ist für Evertz gelebte Ökumene. Begleitet wurde das ökumenische Gemeindefest von einer zweiten Neuigkeit: einem Taizé-Kreuz. Dieses schlichte Kreuz war im Frühsommer dieses Jahres von einem ökumenischen Team aus Metall geschmiedet worden.

Erlös kommt dem Hospizverein zugute

Bernd Scheuvens, Schmied, Lehrer, Seelsorger und Theologe aus Beuel, hatte die Idee dazu. „Taizé steht wunderbar für Ökumene“, sagt er. „Taizé hat das Christentum verstanden.“ Sowohl die Pfarrerin, als auch ein Kommunionskind, die Mutter eines Firmlings und ein Konfirmand haben daran mitgearbeitet. Das Taizé-Kreuz, so der Wunsch von Scheuvens, soll „wandern“, das heißt, es kann ausgeliehen werden und für kurze Zeit in privaten Räumen oder in Kirchen aufgestellt werden.

Den Abschluss dieses Gemeindefests bildeten, ganz ökumenisch, der Chor „Haste Töne“ unter Hubert Arnold zusammen mit der Schola von St. Josef und Paulus unter der Leitung von Michael Bottenhorn beim Taizé-Gebet. Der Erlös des Fests kommt dem Beueler Hospizverein zugute, der selbstredend ökumenisch organisiert ist.