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Der Bonner Bogen als Ort der Kunst: "Filetstücke" vor dem Wasserturm

Der Bonner Bogen als Ort der Kunst : "Filetstücke" vor dem Wasserturm

Für Besucher des Bonner Bogens am ehemaligen Zementfabrik-Gelände in Oberkassel muss es ein seltsamer Anblick gewesen sein, als sechs Personen am Wochenende die Gegend rund um den Wasserturm nach Müll absuchten - und um genau den anschließend auf dem Platz vor dem Turm aufzureihen. "Filetstücke" ist der Titel der neunten "Kunstort"-Aktion eines Bonner Künstlers, der sich "Er_Ich.eS" nennt.

Die Idee der Aktion, die seit 2008 jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfindet, ist die der künstlerischen Arbeit an einem spannenden Ort im Raum Bonn. Initiator "Er_Ich.eS" sucht dafür einen Platz aus, den er als reizvoll empfindet. Anschließend lädt er befreundete Künstler ein, ihm bei der Arbeit vor Ort zu helfen.

So kam es, dass am Wochenende fünf Freunde und Freundinnen anreisten - ganz ohne Material, denn das finden sie ausschließlich an Ort und Stelle. "Kunstorte" fand bisher unter anderem unter der Autobahnbrücke Bonn-Nord und in der Rheinaue statt.

"Er_Ich.eS" findet es besonders spannend, für die Arbeit aus dem geschützten Raum, wie zum Beispiel einer Ausstellungshalle, nach draußen zu gehen und dort zu arbeiten. "Ich begegne vielen Leuten, die nichts mit Kunst zu tun haben", so der Künstler. Der Grund für ihn, ausgerechnet diesen Platz für seine neunte Aktion auszuwählen: "Die Geschichte der letzten 25 Jahre."

"Er_Ich.eS" lebt seit den 80-er Jahren in Beuel, bekam die Wandlung vom ehemaligen Zementfabrikgelände zum Büro- und Hotelkomplex mit und fand diese Veränderung spannend. Außerdem gefällt ihm der Wasserturm sehr gut. "Filetstücke" sei als Titel für die Arbeit vor Ort insofern passend, als dass die Zementfabrik damals immer als etwas sehr Besonderes und Wertiges beschrieben worden sei.

Nun machten sich die Sechs auf und sammelten die "Filetstücke" des Bonner Bogens, um diese anschließend künstlerisch in Szene zu setzen. So wurden leere Flaschen, Zigarettenschachteln und andere weggeworfene Gegenstände wie auf einem Buffet angerichtet - als "Filetstücke".

Im Nachhinein haben die Künstler großen Spaß daran, Tage nach der Aktion den Ort zu besuchen und zu sehen, wie sich die Kunst durch Zerstörung oder Witterung verändert. Nach spätestens vier Wochen steht dann der letzte und sicherlich unangenehmste Teil der Kunstaktion an: Aufräumen.