Katholikenrat appelliert an Politiker Finanzausschuss soll auf Vertragsstrafe für Caritas verzichten

Geislar · Weil der Bonner Caritasverband beim Bau von zwei Apartment-Häusern für ehemals Obdachlose und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gegen Energiestandards verstieß, soll er eine Vertragsstrafe von 15.000 Euro Strafe zahlen. Der Katholikenrat bittet die Finanzausschuss-Mitglieder, dagegen zu stimmen.

 Anfang 2022 konnten die beiden Häuser Auf der Rötschen im Neubaugebiet Geislar bezogen werden.

Anfang 2022 konnten die beiden Häuser Auf der Rötschen im Neubaugebiet Geislar bezogen werden.

Foto: Caritasverband Bonn

Der Bonner Katholikenrat appelliert an die Mitglieder des Finanzausschusses, in ihrer Sitzung am Mittwoch, 13. März, gegen die von der Verwaltung vorgeschlagene Vertragsstrafe von 15.000 Euro für die Caritas zu stimmen. Das geht aus einem Schreiben der Vorsitzenden Andrea Honecker an die Mitglieder des Finanzausschusses hervor, das dem GA vorliegt.

Der Caritasverband hatte beim Bau von zwei Apartment-Häusern für ehemals Obdachlose und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Geislar gegen Energiestandards verstoßen. Der Caritasverband habe die Gebäude mit einem geringeren KfW-Standard errichten lassen, weil die Einhaltung des höheren Standards Unsicherheiten hinsichtlich des Personals und des Materials und eine erhebliche zeitliche Verzögerung bedeutet hätte, argumentiert der Katholikenrat. „Man bedenke auch, dass Obdachlose in den Jahren, als diese Entscheidungen getroffen werden mussten, in besonderem Maße unter den pandemiebedingten Einschränkungen zu leiden hatten.“

Schnelle und unbürokratische Hilfe für Betroffene

Die Caritas habe mit dem Bau und der Organisation der Wohneinrichtungen, wie an vielen anderen Orten, subsidiäre Aufgaben für unsere Stadt übernommen, „denn es wäre die Aufgabe der Stadt, sich um alle Einwohner, insbesondere diejenigen am Rande unserer Gesellschaft, zu kümmern“. Das umsichtige Handeln des Wohlfahrtsverbands habe dafür gesorgt, dass den betroffenen Menschen schneller und unbürokratisch Hilfe zuteilwurde.

Wie Honecker für den Katholikenrat weiter ausführt, könne die Caritas die Summe, die nun als „Strafe“ im Raum stehe, nicht mehr einsetzen, um weitere Projekte zu finanzieren, die ebenfalls die Fürsorgepflicht der Stadt unterstützen und den Menschen in Not zugutekommen. „Wir bitten Sie daher eindringlich, gegen den Antrag der Verwaltung zu stimmen!“

Ehrenamtliche leisten unverzichtbare Arbeit

Außerdem erinnert der Katholikenrat in seinem Appell daran, dass nicht nur die institutionelle Caritas, sondern zahlreiche Ehrenamtliche mit den Wohlfahrtsverbänden, ihren Kirchengemeinden oder auf eigene Initiative hin unverzichtbare Aufgaben in Bonn übernehmen, ohne dass der Stadt dadurch Kosten entstehen. Das Angebot reiche von Kinder- und Jugendarbeit über Kleiderkammern, der Ausgabe warmer Mahlzeiten und der Unterstützung finanzschwacher Familien und Einzelpersonen bis hin zu Flüchtlingsbegleitung und Senioren-Cafés. Honecker: „Wie arm wäre unsere Stadt, wenn es dies alles nicht gäbe?“

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