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Kinderstadt "Mini-Beuel": Finanzierung der Neuauflage 2015 unsicher

Kinderstadt "Mini-Beuel" : Finanzierung der Neuauflage 2015 unsicher

Die Steuern abschaffen! Da hatte Timo Nitschke (12), in der zweiten Woche Bürgermeister von Mini-Beuel, ja eine Schnapsidee. Der Stadtrat setzte das um und musste schnell feststellen, dass danach die 3000 Beulis in der Stadtkasse nicht mehr ausreichten, um alle Bürger zu bezahlen.

Also alles wieder zurück auf Anfang. "Dafür haben wir den Lohn erhöht", sagte Timo. Paradiesische Bedingungen in der Pützchener Kinderstadt. Auch die zweite Woche ging erfolgreich vorüber, und mit der Abschlussveranstaltung gestern, an der auch Eltern teilnehmen durften, endete die Mini-Beuel-Saison 2013.

Alles verlief reibungslos, wenn man mal davon absieht, dass sich die kriminellen Elemente sehr lebhaft präsentierten: In der ersten Woche war Falschgeld im Umlauf, in der zweiten trieb eine Bande ihr Unwesen. Und Pfarrer Jim Nikodem (10) ließ sogar eine Mafia-Hochzeit zu, bei der es zum Tumult mit einer verfeindeten Bande kam. Alles nachzulesen im Mini-Beuel-Anzeiger.

Die Kinder hatten eine Menge Spaß, auch wenn ihnen die Hitze ordentlich zu schaffen machte. Für Kim (7) war deshalb der Lebensmittelladen der Lieblingsplatz: "Weil der einen Kühlwagen hat.

Und es kommen immer so viele Leute da hin." Der Stadtrat hatte alles im Griff, allerdings war auffällig, dass es jede Menge Regeln und Strafen gab: Zum Beispiel durfte man in Mini-Beuel nicht rennen, sagte Ratsmitglied Gregor (8) - aus Sicherheitsgründen. Wer sich nicht daran hielt, musste eine Strafe zahlen.

Der Stadtrat hatte am Donnerstag auch eine Dienstreise ins Alte Rathaus unternommen, um Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zu treffen. Ihm machten sie auch Vorschläge dazu, was man in Bonn noch verbessern könne. "Zum Beispiel einen Notschalter an Bahnhöfen, falls mal was passiert", so Vize-Bürgermeister Patrick (12).

Außerdem solle es mehr Geld für Jugendarbeit geben, mehr Mülltrennung in der Stadt, mehr Sommerferienaktionen wie Mini-Beuel und dergleichen. Mit einer Zirkusvorstellung, einem religionsübergreifenden Gottesdienst und Rasensprenger zur Erfrischung endete der letzte Tag.

Auf der abschließenden Bürgerversammlung wurden Bürgermeister und Stadtrat wie bei der Oscar-Verleihung geehrt und erhielten kleine goldene Statuen. Jetzt müssen sich die Kinder zwei Jahre gedulden, bevor die Aktion wieder stattfindet. Vielleicht machen dann einige als Betreuer mit.

Ob Jugendfarm, der Verein Kleiner Muck und die evangelische Kirchengemeinde auch 2015 Mini-Beuel anbieten können, ist für Mitorganisatorin Elisabeth Koppitz eine spannende Frage. "Die Finanzierung ist halt schwierig." Geplant sei die Fortführung jedenfalls. Von der Idee, Mini-Beuel notfalls auf eine Woche zu verkürzen, hält sie nichts: "Das lohnt sich nicht."