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Oberkasseler Schützenfest: Frederic Otten ist neuer König

Oberkasseler Schützenfest : Frederic Otten ist neuer König

Die Jesus-Maria-Josef-Junggesellen-Schützenbruderschaft Bonn-Oberkassel 1794 zieht in diesen Tagen offensichtlich ganz Oberkassel in ihren Bann. Seit Samstag – und noch bis Mittwoch – feiert der Beueler Stadtteil Kirmes und Schützenfest. Alle feiern ihren neuen König: Frederic Otten.

Die Straßen sind mit grün-weißen Fähnchen und Fahnen geschmückt. Und der ganze Ort scheint auf den Beinen zu sein.

Zumindest konnte man am Montag diesen Eindruck gewinnen. Beim Königsschießen am Sportplatz am Stingenberg herrschte reger Betrieb. Nicht nur Angehörige der Schützen, auch viele Besucher bevölkerten den Parkplatz, standen an der Getränke- und der Grillbude und warteten darauf, dass sich der neue Schützenkönig zeigte. „Dieser Tag ist der höchste Feiertag in Oberkassel“, sagte ein Besucher zufrieden.

Um 12.18 Uhr, mit dem 56. Schuss, war es so weit: Frederic Otten erlangte die 165. Königswürde der Bruderschaft. Er ist 22 Jahre alt, seit 2010 in der Schützenbruderschaft und hat in diesem Jahr erst zum zweiten Mal am Königsschießen teilgenommen.

Es soll Schützen geben, die schon mal aus Versehen, ungewollt, gewonnen haben. Für Otten käme das nie in Frage. Für ihn ist der Sieg die höchste Würde, „die man in der Bruderschaft erreichen kann. Meine Hauptaufgabe wird es sein, die Bruderschaft zu repräsentieren“, sagte er.

Otten ist als Finanzanwärter noch in der Ausbildung. Darüber, was ihn das Königsdasein kosten könnte, hat er sich noch keine Gedanken gemacht. „Das ist auch stark vom Wetter abhängig, denn bei gutem Wetter wird mehr getrunken“, meinte er.

Tanja Möseler, die er seine Sandkastenfreundin nennt, wird ihn als Königin begleiten. Benedikt Lütz mit Maike Hardt sowie Jakob Schöning und Ariane Hofmann sind die Begleiterpaare.

Am Nachmittag wurde Frederic Otten im Bürgerpark unter großer Beteiligung der Oberkasseler Bevölkerung als neuer König offiziell gekrönt. Rolf Sülzen, der Vorsitzende des Verbandes der Ortsvereine in Oberkassel, fand in seiner Ansprache aber auch ein paar kritische Worte: „Was machen die Oberkasseler am Kirmessamstag?“, fragte er rhetorisch, um der Bruderschaft mit auf den Weg zu geben, dass trotz der großen Resonanz am Montag noch etwas getan werden müsse. „Macht euch mal Gedanken, wie man den ganzen Ort mit einbinden könnte.“

Dennoch: Kirmes und Schützenfest kommen gut an. „Mir gefällt das sehr gut. Ich wohne schon mehr als 60 Jahre in Oberkassel und bin jedes Jahr dabei“, sagte Werner Klein. Das Ehepaar Düppenbecker aus Vinxel kommt jedes Jahr den Berg herunter, weil es ihnen so gut gefällt.

„Wir finden es sehr gut, wie zahlreich die Jugend mitmacht“, meinten sie. Jennifer Scherer und Louisa Porces, selbst eher der Jugend zuzuordnen, sind immer dabei. „Uns hat die Krönung super gefallen“, meinten sie.