Vorbereitungen zum Saisonstart laufen Freibäder in Bonn starten zu Pfingsten in die Saison

Beuel/Hardtberg · Bonn startet zu Pfingsten in die diesjährige Freibadsaison. Zwei Bäder stehen kurz vor der Öffnung. Beim Thema Personal ist die Stadt kreativ geworden.

Die Vorbereitungen auf die Freibadsaison gehen im Ennertbad auf die Zielgeraden. Auch das Außengelände wird gereinigt.

Die Vorbereitungen auf die Freibadsaison gehen im Ennertbad auf die Zielgeraden. Auch das Außengelände wird gereinigt.

Foto: Stefan Knopp

Freibadfans scharren schon mit den Füßen, aber sie müssen sich noch gedulden. Weder Temperaturen noch Witterung eignen sich bislang für den Badespaß unter freiem Himmel. „Bis vor zwei Wochen gab es noch Frost“, konstatiert Elke Palm, stellvertretende Leiterin des Sport- und Bäderamtes. Das hat die Auswinterung der Bäder ausgebremst. Aber immerhin hat sich die Stadt jetzt auf einen Saisonstart festgelegt: Wie schon im April vermeldet, soll es am 27. Mai losgehen, aber erst einmal nur in zwei Bädern.

 Noch sind die Kassen unbesetzt. Am Pfingstwochenende öffnet das Ennertbad seine Tore für die Besucher.

Noch sind die Kassen unbesetzt. Am Pfingstwochenende öffnet das Ennertbad seine Tore für die Besucher.

Foto: Stefan Knopp

Neben dem Hardtbergbad öffnet das Ennertbad am Pfingstwochenende. Sport- und Bäderamtsleiter Stefan Günther hoffte beim Pressetermin dort mit Blick auf die graue Wolkendecke dann auf attraktiveres Wetter. Bis dahin hat das Team um Badleiterin Vanessa Balduin Zeit, alles auf Vordermann zu bringen. Aktuell wird Wasser in das große Becken eingelassen. Das dauert, aber man konnte auch erst recht spät mit allem beginnen, was dazu gehört.

Das alte Wasser schützt die Fliesen im Becken, es konnte erst abgelassen werden, nachdem nicht mehr mit allzu starkem Frost zu rechnen war. Defekte Fliesen werden dadurch erkannt, dass man alles abklopft, dafür muss das Becken leer sein. „Aber auch vorher waren schon Risse zu sehen“, sagte Balduin. Die Reparaturen sind durchgeführt, Algen und Dreck wurden mittels Hochdruckreiniger entfernt. Aber zwischendurch war es noch mal kalt, und es bestand die Gefahr, dass weitere Fliesen aufplatzen. Das große Becken ist das letzte, das wieder befüllt wird.

Außengelände bekommt Hochdruckkur

Parallel kümmern sich Badmitarbeiter um das Außengelände, das auch mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet wird, um die Umkleiden, Duschen und Toiletten. Auch die Überlaufrinnen wurden gereinigt. Die Technik läuft problemlos. Über den Winter waren alle Wasserrohre leer, aber mit Befüllen der Becken wurde der Wasserkreislauf wieder aktiviert. Die Chemikalien wurden auch angeschlossen. Jetzt wird die automatische Beckenerwärmung in Gang gebracht, die dafür sorgt, dass das Wasser immer mindestens 21 Grad Celsius warm ist.

Badleiterin Vanessa Balduin freut sich, wenn am Pfingstwochenende die ersten Besucher ins Ennertbad können. Bis dahin wird das große Becken befüllt, aber nicht nur durch diesen kleinen Schlauch.

Badleiterin Vanessa Balduin freut sich, wenn am Pfingstwochenende die ersten Besucher ins Ennertbad können. Bis dahin wird das große Becken befüllt, aber nicht nur durch diesen kleinen Schlauch.

Foto: Stefan Knopp

Und dann kann es losgehen am Ennert. Ähnlich sieht es im Hardtbergbad aus, bestätigte Bäderbetriebsleiter Marc Wester. Das Römerbad und das Panoramabad bräuchten ein bisschen länger – beide liegen in Rheinnähe, und dort, sagte Palm, fielen die Schäden immer etwas größer aus. Warum, ist nicht bekannt, aber das führt zum späteren Saisonstart (siehe Infokasten).

Noch länger müssen die Friesdorfer warten: Die umfangreichen Sanierungsarbeiten inklusive Austausch der Beckenfolie sowie neuem Sprungturm und der Modernisierung der Filteranlage sind laut Günther noch nicht abgeschlossen, auch dort funkte der Frost immer wieder dazwischen.

Der Start der Freibadzeit beendet die Hallenbadsaison für die Öffentlichkeit. Im Hardtbergbad können Vereine und Schulen das Innenbecken weiter nutzen, aber nur bis zu den Sommerferien. Aber auch die Beueler Bütt ist nach dem 26. Mai geschlossen – keine parallel laufenden Schwimmkurse für Kinder, die seit Corona keine Gelegenheit dazu hatten. Dafür fehlt das Personal. Solche Kurse oder auch Aquafitness könnten auch in den Freibädern absolviert werden, sagte Günther, wenn sich jemand findet, der sie leitet. Dann aber vormittags, wenn in den Bädern nicht viel los ist. Wenig los ist dann außerhalb der Ferien natürlich deshalb, weil die Kinder in Betreuung oder Schule sind und Eltern arbeiten.

Beim Personal brauchte es Kreativität

Beim Personal ist die Stadt kreativ geworden. Dass ausgebildete Rettungsschwimmer Mangelware sind, ist kein Geheimnis. „Wir haben uns in Bonn mit weiterführenden Schulen in Verbindung gesetzt“, sagte Günther. Insbesondere in den Abiturjahrgängen habe man Werbung gemacht. „Wir haben dadurch mehrere Interessenten anwerben können und sie in Intensivkursen rettungsfähig gemacht.“ Deshalb ist Bonn gut aufgestellt.

Weitere Bewerber seien aber erwünscht, so Palm. Aushilfen am Beckenrand müssen mindestens den Rettungsschwimmerschein in Silber und einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, beides darf nicht älter als zwei Jahre sein. Auch Kassierer werden gebraucht. Man muss die Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddiensten mitbringen und, so betonte die Stadt in einer früheren Pressemitteilung, ein freundliches Auftreten haben.

Die Stadt Bonn hat außerdem ihre Haus- und Badeordnung aktualisiert, was zuletzt 2016 geschehen war. Die wichtigste Neuerung darin findet sich in dieser Passage in Paragraf 7: „Im gesamten Badbereich ist stets eine angemessene Badekleidung zu tragen. Dabei muss die Badekleidung mindestens die primären Geschlechtsmerkmale vollständig bedecken.“ Anders ausgedrückt: Jeder darf künftig oben ohne in den Bonner Bädern herumlaufen und schwimmen. Außerdem ist darin festgelegt, dass man im Bad nicht rauchen darf und dass Liegen nicht dauerhaft mit Handtüchern oder anderen Dingen belegt werden dürfen.