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Freiwillige Feuerwehr in Beuel könnte umziehen - Politiker stellen Anttrag

Antrag aus der Politik : Freiwillige Feuerwehr in Beuel könnte umziehen

Politiker in Beuel haben einen gemeinsamen Standort für die Löscheinheit der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr an der Maarstraße vorgeschlagen. Die Stadt prüft den Antrag.

Wenn es nach der Beueler Koalition aus CDU, SPD und FDP geht, könnte die Löscheinheit Beuel aus ihrer Wache an der Siegburger Straße zu den Kollegen der Berufsfeuerwehr der Feuerwache zwei an die Maarstraße ziehen. Das geht aus einem Antrag an die Stadtverwaltung hervor. Darin wird diese gebeten, im Zusammenhang mit der beabsichtigten Sanierung und Erweiterung der Feuerwache zwei eine Verlagerung der Löscheinheit vom Gelände der Theaterwerkstätten zu prüfen. „Hierfür könnte sich der Ankauf des unmittelbar neben der Feuerwache zwei gelegenen und aktuell als Autoverwertung genutzten Grundstücks als sinnvoll erweisen“, so die Antragssteller. Durch einen Wegzug der Feuerwehr könnte das Kulturquartier an der Siegburger Straße weiter entwickelt werden.

Eine dezidierte Meinung der Stadtverwaltung zu diesem Antrag ist derzeit noch nicht zu bekommen. „Die Verwaltung erarbeitet derzeit eine Stellungnahme zu diesem Antrag“, erklärt Kristina Buchmiller vom städtischen Presseamt.

Bei dem Vorhaben stellt sich auch die Frage der Wirtschaftlichkeit. Denn das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Beuel, das an der Siegburg Straße vis-à-vis der Theaterwerkstätten und unmittelbar am Pantheon liegt, ist erst im vergangenen Jahr umfassend saniert worden. Seit 1986 dient es den ehrenamtlichen Einsatzkräften als Gerätehaus. Bis auf die Außenwände wurde für die Liegenschaft für die Kameradinnen und Kameraden aufwendig saniert. Es gibt einen neuen Fliesenboden, eine Absauganlage für Fahrzeugabgase, eine energiesparende LED-Deckenbeleuchtung und die Spinde und auch die Sozialräume wurden erneuert. Während der achtmonatigen Bauphase fanden die Feuerwehrleute bereits schon einmal Unterschlupf bei der Berufsfeuerwehr in der Feuerwache zwei.

Die Löscheinheit Beuel ist in einem Gebäude vis-á-vis zum Pantheon untergebracht. Im vergangenen Jahr wurde der Standort umfassend saniert. Foto: Benjamin Westhoff

„Die Wirtschaftlichkeit eines Umzuges der Löscheinheit Beuel an die Maarstraße ist im Wesentlichen von der Quartiersentwicklung und einer Nachnutzung der derzeitigen Liegenschaft abhängig“, so Buchmiller.

Eines sei seitens der Stadtverwaltung allerdings schon jetzt sicher: Ein Umzug der Beueler Löscheinheit an die Maarstraße ist nur mit einem Neubau zu realisieren. „Die bestehenden Kapazitäten am Standort sind mit der aktuellen Nutzung ausgereizt“, erklärt Buchmiller. Die Löscheinheit Beuel besitzt laut Stadt unter anderem vier Einsatzfahrzeuge, die entsprechend untergebracht werden müssen. Die Einheitsführung der Freiwilligen Feuerwehr Beuel ließ eine GA-Anfrage zum Thema unbeantwortet.

An dem Zeitplan der Stadtverwaltung zur Sanierung der Feuerwache zwei in den Jahren 2023/2024, soll sich nichts ändern. „Die Planungen zur Sanierung der Feuerwache zwei entstammen dem aktuell gültigen Brandschutzbedarfsplan“, so Buchmiller. Derzeit wird in Bad Godesberg die Feuerwache drei an der Friesdorfer Straße saniert. Der Bedarfsplan, der am 11. Dezember 2018, im Stadtrat beschlossen wurde, gibt die Ausstattung und Organisation der Bonner Feuerwehr in den Jahren 2019 bis 2023 vor.

Bislang wurden an der Feuerwache zwei verschiedenste notwendig gewordene Sanierungen durchgeführt, die aber nicht ausreichen. „Trotz der erfolgreichen Durchführung von Einzelmaßnahmen wie einer Dachflächensanierung oder dem Einbau von neuen Hallentoren steht an dem Gebäude, das seit rund 50 Jahren rund um die Uhr in Nutzung ist, eine Generalsanierung oder alternativ ein Neubau an“, so Buchmiller.

Eines der Probleme wurde dabei in den vergangenen Jahren deutlich: Es gab immer wieder die Kritik von Feuerwehrleuten, die in der Feuerwache zwei ihren Dienst versehen, dass sich die Räumlichkeiten im Sommer sehr stark aufheizen (der GA berichtete). Bereits früh morgens sei die 35-Grad-Marke regelmäßig überschritten worden. „Nach Abwägung der örtlichen Umstände wurden Klimageräte in den Aufenthalts- und Flurbereichen im ersten Obergeschoss installiert“, so Buchmiller.