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Erweiterung des einstigen Provisoriums: Frida-Kahlo-Schule in Vilich wächst

Erweiterung des einstigen Provisoriums : Frida-Kahlo-Schule in Vilich wächst

Die Dependance der Sankt Augustiner Förderschule hat am Donnerstag ihren Erweiterungsbau in Beuel eingeweiht. Mit der Erweiterung der Einrichtung mit Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ werden die Schüler jetzt in Klassenräumen unterrichtet.

Die Vilicher Dependance der Sankt Augustiner Frida-Kahlo-Förderschule war, als der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger sie 2001 auf dem Grundstück des benachbarten heilpädagogischen Heims eröffnete, eigentlich als Provisorium gedacht. Inzwischen hält es sich seit 17 Jahren und hat jetzt sogar einen Anbau erhalten. Der war dringend nötig, wie Schulleiterin Silke Hano am Donnerstag bei der offiziellen Einweihung dieser Erweiterung erklärte.

„Ursprünglich hatten wir vier Klassenräume“, so Hano. Und einen Werkraum, der aber zum fünften Klassenzimmer umgewandelt wurde. „Der Werkunterricht fand im Stallgebäude statt – ohne Heizung im Winter.“ Der Hausmeisterraum diente gleichzeitig der Krankenpflege. Unbefriedigende Zustände, die jetzt aus der Welt geräumt sind.

Mit der Erweiterung der Einrichtung mit Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ werden die 75 Schüler jetzt in sechs richtigen Klassenräumen unterrichtet, außerdem gibt es Nebenräume für das Lernen in Kleingruppen. Der Werkraum wird wieder als solcher genutzt – der Stall musste für den Anbau abgerissen werden. Außerdem wurde ein Lehrerzimmer eingerichtet. Weiterhin wurden die Lagerkapazitäten für medizinische Hilfsmittel der Schüler erhöht.

Schüler ab dem achten Schuljahr

Und die Pflegeräume sind jetzt mit einem Hebegerät ausgestattet, mit dem Schüler aus Rollstühlen oder Betten auf die Toilette oder den Duschsitz gehoben werden können. Früher habe man sie tragen müssen, sagte Hano, was für die Jugendlichen oft unangenehm gewesen sei.

In der Außenstelle der Schule an der Käsbergstraße werden die älteren Schüler ab dem achten Schuljahr unterrichtet. Bis dahin sind sie am Hauptstandort in Sankt Augustin. Der Umzug bereite aber in der Regel keine Probleme. „Die sind ganz stolz darauf, Vilicher zu werden“, sagte Hano. Das sei für sie wie ein Übergang in die Erwachsenenwelt. „Das wird quasi als Auszeichnung empfunden.“

Zugleich sollen die Jugendlichen in Vilich ihre Selbstständigkeit erweitern, etwa indem sie eigenständig öffentliche Verkehrsmittel zur Schule nutzen, und sie erhalten Berufsorientierung. Die Agentur für Arbeit könne 99 Prozent der Schüler vermitteln, nicht nur in Werkstätten, sondern auch in eine Anstellung als Informatiker, Gärtner oder Fliesenleger sowie an die Bad Honnefer Schule für Körperbehinderte im Handelsbereich.

Erweiterung war notwendig

Die Eröffnung wurde mit Musik, Ansprachen und einem von Schülern vorgetragenen Limerick gefeiert, zudem wurde der Film über das Theater-Schulprojekt „Hans im Glück“ gezeigt. Die LVR-Dezernentin für Schulen und Integration, Angela Faber, betonte angesichts steigender Schülerzahlen die Notwendigkeit der Erweiterung: 2016 seien Quereinsteiger vom gemeinsamen Lernen an anderen Schulen sowie Flüchtlinge dazugekommen. „Da war klar: Es musste eine langfristige Lösung her.“ Den Schülern wünschte sie, dass die Räume so gestaltet sind, „dass ihr euch gerne darin aufhaltet“.

Die Bonner Dezernentin für Soziales, Bildung und Gesundheit, Carolin Krause, war überzeugt, dass Einrichtungen wie die nach der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo benannte Förderschule auch in Zeiten, in denen alle über Inklusion redeten, weiterhin notwendig seien: „Es ist wunderbar, dass es auf Bonner Boden eine solche Schule gibt.“ Und die Schulamtsdirektorin des Rhein-Sieg-Kreises, Birgitt Kreitz-Henn, wünschte dem einstigen Provisorium in Vilich ein langes Bestehen.