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Ennerthang: Teich- und Uferpflege: Geburtshelferkröten brauchen Hilfe

Ennerthang: Teich- und Uferpflege : Geburtshelferkröten brauchen Hilfe

Seit gestern Vormittag hören Spaziergänger im westlichen Teil des Ennerts das Kreischen von Motorsägen. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat oberhalb der Bundesstraße 42 in Nähe des Rauchlochwegs mit intensiven Pflegearbeiten begonnen.

Bis Samstag, 17. Oktober, werden zwei Teiche saniert, die zwischen Blauer See und Märchensee liegen.

Die Gewässer wurden in den 1980er-Jahren als Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in Natur und Landschaft, die seinerzeit durch den Bau der B 42 verursacht wurden, von der Straßenbauverwaltung als Laichgewässer für Amphibien angelegt.

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW ist als Verursacher des Eingriffs verpflichtet, die Funktionsfähigkeit der Gewässer auf Dauer durch geeignete Pflegemaßnahmen sicherzustellen.

"Die Teiche sind in den vergangenen drei Jahrzehnten stark verlandet und verkrautet, weil sie wegen der angrenzenden Bäume und Büsche zu stark beschattet werden", erklärte Timo Frenz-Kupke von der Abteilung Landschaftsbau von Straßen NRW.

Deshalb werden zu Beginn der Pflegearbeiten Büsche und Bäume entfernt. Während dieser Zeit bleibt der Wanderweg oberhalb der B 42 gesperrt. Spaziergänger und Radfahrer werden gebeten, die vorhandene alternative Wegeverbindung um die Baustelle zu nutzen.

"Die Teiche sind derzeit als Laichgewässer für Amphibien nur noch bedingt tauglich. Und da hier sowohl die in Bonn sehr seltene Geburtshelferkröte als auch der selten vorkommende Kammmolch leben und laichen, müssen die Teiche dringend entschlammt werden", sagte Christian Chmela, Leiter der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft.

Chmela wirbt bei den Spaziergängern um Verständnis für den starken Gehölzrückschnitt: "Aus ökologischer Sicht ist diese Pflegemaßnahmen dringend erforderlich. Die Narben in der Natur werden in wenigen Jahren verschwunden sein."

Der Landesbetrieb Straßen NRW wird die vorhandene Einzäunung ausbessern und das Tor erneuern. Die Arbeiten werden von einer qualifizierten Firma durchgeführt und kontinuierlich von Mitarbeitern der Biologischen Station und der Straßenbauverwaltung fachlich begleitet.

Die Pflegemaßnahmen wurden mit der Höheren Landschaftsbehörde bei der Bezirksregierung Köln, der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Bonn, dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft sowie der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft abgestimmt. Die Sanierung der Teiche kostet 12 000 Euro. Nach Abschluss der Pflegearbeiten werden entstandene Wegeschäden umgehend beseitigt.