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Vorfall in Beuel: Gericht verurteilt Ex-Rennfahrer aus Alfter zu Geldstrafe

Vorfall in Beuel : Gericht verurteilt Ex-Rennfahrer aus Alfter zu Geldstrafe

Ein Mann aus Alfter muss 2800 Euro zahlen, weil er sich nach einer Fluchtfahrt seiner Verhaftung widersetzt und Beamte beleidigt hatte. Bei einer weiteren Fahrt ging sein Ferrari zu Bruch.

Der Polizeibeamte im Zeugenstand konnte sich noch bestens an den Vorfall erinnern: Am Abend des 12. Dezember 2019 war er mit einem Kollegen im Streifenwagen auf der Siegburger Straße in Beuel unterwegs, als ihm eine entgegenkommende silberne Limousine mit defektem Abblendlicht auffiel. Die Beamten wendeten und folgten dem Fahrzeug in Richtung Königswinterer Straße; trotz deutlicher Aufforderung anzuhalten, brachte der Fahrer seinen Wagen aber erst an einer Bus-Haltebucht auf der Friedrich-Breuer-Straße zum Stehen. Der Beifahrer hatte gerade erst seine Papiere herausgekramt, als der Fahrer spontan wieder Gas gab und die verblüfften Beamten zu einer kurzen Verfolgungsjagd nötigte. Nachdem der flüchtige Fahrer ein Rotlicht überfahren und einem Taxi die Vorfahrt genommen hatte, verloren ihn die Beamten aus der Sicht.

Nun musste sich der Fahrer vor einer Bonner Amtsrichterin wegen dieses und diverser weiterer Verkehrsvergehen verantworten und wurde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung sowie fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Geldstrafe in Höhe von 2800 Euro verurteilt. Die Fluchtfahrt hatte nämlich ein Nachspiel: Weil die Beamten sich natürlich das Kennzeichen des Wagens gemerkt hatten, standen gegen Viertel nach zwei in der Nacht zwei Kollegen vor der Wohnungstüre des Halters in Alfter. Und auch die Vorgebirgs-Polizisten lernten den Mann nicht von seiner besten Seite kennen: Mit wüsten Beschimpfungen widersetzte er sich einer Alkoholkontrolle und in Folge seiner Verhaftung. Erst unter Einsatz all ihrer Kräfte gelang es den Beamten, den Mann in Gewahrsam zu nehmen.

Für den daraufhin festgestellten Blutalkoholwert von 2,04 Promille hatte der Angeklagte dann eine originelle Erklärung parat: Auf den Schreck der ersten Kontrolle habe er in seiner heimischen „Garagen-Bar“ erst mal einen Wodka und einen kräftigen Schluck Stroh-Rum getrunken. Bei der von ihm im Prinzip eingeräumten Fluchtfahrt sei er hingegen noch nüchtern gewesen. Er habe einen Freund von einer Geburtstagsfeier nach Hause gefahren und nur zu Beginn der Party eine einzige Halbliterflasche Pils getrunken. Dass er die Polizisten beleidigt hatte, stritt er nicht ab, vielmehr entschuldigte sich der nicht vorbestrafte Delinquent bei den als Zeugen hinzugezogenen Beamten.

Eine weitere Trunkenheitsfahrt gestand der Arbeitslose hingegen komplett ein: Am 6. September vergangenen Jahres war er mit einem durch einen Kredit finanzierten Ferrari zwischen dem Bonner Ortsteil Niederholtorf und Königswinter-Vinxel im Straßengraben gelandet. Bei der Fahrt habe auch ein Kaufinteressent mit im Wagen gesessen. Der ehemalige Rennfahrer hatte den Sportwagen nämlich nach seinen Angaben selbst restauriert und wollte die für 87 000 Euro erstandene Edelkarosse nun gewinnbringend verkaufen.

Im Graben sei er durch einen Fahrfehler gelandet und im Anschluss habe er das Bewusstsein verloren. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand; der Sportwagen ist allerdings stark beschädigt. Mindestens für das kommende halbe Jahr wird der Verurteilte aber ohnehin auf langsamere Verkehrsmittel umsteigen müssen: Solange ordnete die Richterin nämlich eine Führerscheinsperre an. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.