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Verkehr auf der Friedrich-Breuer-Straße in Beuel: Geschäftsleute wollen Parkplätze behalten

Verkehr auf der Friedrich-Breuer-Straße in Beuel : Geschäftsleute wollen Parkplätze behalten

Unternehmer an der Friedrich-Breuer-Straße streuben sich gegen politische Überlegungen, die Buchten aufzuheben. Sie befürchten Umsatzeinbußen.

Sollen Parkplätze auf der Friedrich-Breuer-Straße wegfallen oder nicht? Das ist eine strittige Frage, die Geschäftsleute und Politik schon eine Weile umtreibt. Und es geht um das große Ganze, nämlich wie die Einkaufsstraße attraktiver gestaltet werden kann.

Diesen Faden nahm die FDP am Mittwoch wieder auf und befragte Geschäftsleute. Die hatten, wie die FDP-Delegation mit der Stadtverordneten Zehiye Dörtlemez, mit dem Fraktionsvorsitzenden Werner Hümmrich, dem Ortsverbandsvorsitzenden Florian Bräuer und Stellvertreter Dominique Löbach feststellen konnte, eine klare Meinung. Alle Parkplätze – es sind rund 30 beiderseits der Straße müssen bleiben.

Hümmrich kennt die Standpunkte auch vom Bonner Talweg. „Dort wollen die Geschäftsleute mit Blick auf die Kunden nicht einen Parkplatz missen“, sagt er. Vergleichbar ist auch die Situation mit Straßenbahnschienen, Auto- und Radverkehr und Fußgängern, die sich über beengte Verhältnisse beschweren. „Die Diskussion dauert. Da gibt es keine einheitliche Linie.“

Brigitte Thomes, Mitarbeiterin der Firma Pik-AB, kontert mit einem klaren „Nein“ zum möglichen Wegfall von Buchten. „Für unsere Kundschaft ist es wichtig, direkt vor dem Geschäft halten zu können“, sagt sie. Im Umkehrschluss bedeutet das: keine Parkplätze – die Kunden bleiben weg. Zur Sauberkeit auf der Straße befragt, hatte Thomes nichts auszusetzen. Zumal der Stadtrat in der jüngsten Sitzung beschlossen hat, dass Bonnorange Straße und Bürgersteig ab Januar sieben Tage die Woche reinigt statt wie bisher an drei Tagen. Thomes stört eher, dass die Stadt in den vergangenen Wochen weitere Abgrenzungspoller aufgestellt hat. So werde ein kurzer Halt vorm Geschäft zum Entladen jetzt unmöglich.

Anja Elsner, Mitarbeiterin der Parfümerie Becker, kommt morgens eine Stunde früher, um einen Parkplatz zu finden. „Dass Stellplätze wegfallen, geht gar nicht. Im Gegenteil, das Angebot müsste erweitert werden“, sagt sie. Ihre Kunden führten auf der Suche nach einem Stellplatz teils x-Mal um den Block. Ob denn die Parkhäuser – am Rathaus, im Brückenforum und auch bei Supermarkt Rewe – keine Entlastung böten, wollte Zehiye Dörtlemez wissen. Eher nicht. Ihr selbst war aufgefallen, dass die Tiefgarage am Rathaus mittwochs abends völlig leer war. „Die Lösung wäre ein Parkleitsystem“, schlägt sie vor.

Mit Blick auf eine Attraktivitätssteigerung der Friedrich-Breuer-Straße würde sich Anja Elsner mehr individuelle Geschäfte wünschen. Zwar gebe es keinen Ein-Euro-Laden, aber eine Häufung von Branchen. So nehmen Geschäftsleute häufig die Bonner Friedrichstraße als Beispiel, wie sie sich eine schöne Einkaufsmeile vorstellen könnten. Doch das Beispiel hinkt, denn dann müsste die Friedrich-Breuer-Straße Fußgängerzone werden. Und das findet in Beuel keine Mehrheit. Auch Goldschmied Hans-Joachim Weingarz hält „von einer Flaniermeile wenig“. Das stünde der Funktion der Friedrich-Breuer-Straße mit ihrem Angebot zur umfassenden Nahversorgung entgegen. Weingarz könnte auf Parkplätze verzichten, „auch auf die Haltestelle vor seiner Geschäftstür“. Sie bringe ihm nur Dreck, Kippen und Kaugummis.

„Auch die Haltestellen im Beueler Zentrum sind für die Politik Thema. Sie sollen 2018 barrierefrei umgebaut werden“, sagt Dörtlemez. „Im Rahmen dieser Maßnahme könnten auch Gestaltungsideen – etwa freie Baumscheiben, mehr Fahrradständer, mehr Grün – umgesetzt werden.“ Unterm Strich sind die Geschäftsleute mit dem Zustand ihrer Straße und der Kundenfrequenz zufrieden. Das bestätigt auch der Gastronom Carmine Mezzarana. „Einige Mülltonnen könnten noch aufgestellt werden.“

Zum Thema Parkplätze hat die Beueler Gewerbegemeinschaft keine eindeutige Position. „Ein Grundsatzbeschluss ist schlicht unmöglich“, sagt Vorsitzender Paul Ahrens.