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Käpt'n Book Lesefest: Grüffelo-Illustrator Axel Scheffler liest im Jungen Theater

Käpt'n Book Lesefest : Grüffelo-Illustrator Axel Scheffler liest im Jungen Theater

Der Kinderbuchautor und Illustrator des Bilderbuchs "Der Grüeffelo", Axel Scheffler hat im Jungen Theater gelesen. Die Veranstaltung verlief allerdings für die Besucher nicht wie erhofft.

Sie lege großen Wert darauf, dass die Veranstalter ihren großen – und vor allen Dingen auch – den kleinen Gästen den roten Teppich ausrollten, betont Käpt'n Book-Organisatorin Cornelia Kothe regelmäßig. Das war dem Verein für frühkindliche Bildung, „Känguru“, mit seiner Benefizveranstaltung am Sonntag im Jungen Theater allerdings nur eingeschränkt gelungen: Der Verein hatte den als Zeichner des „Grüffelo“ bekannt gewordenen Kinderbuchillustrator Axel Scheffler zu einer Spendengala eingeladen, die in diesem Jahr erstmals als Teil des Bonner Lesefestivals veranstaltet wurde. Eine ganze Reihe von Eltern, die mit ihrem Nachwuchs zu der als Lesung mit Zeichen- und Signierstunde angekündigten Veranstaltung gekommen war, verließ das Theater allerdings vorzeitig und enttäuscht.

Auf Missbilligung und Unverständnis stieß unter anderem die Tatsache, dass die Signatur der von den Kindern mitgebrachten Bücher fünf Euro kosten sollte. Moderator Sebastian Messerschmidt hatte erst während der laufenden Veranstaltung angekündigt, dass man das besser finde, als nur einfach eine Spendenbox aufzustellen. Zudem sollte jeweils nur ein selbst mitgebrachtes Buch signiert werden, auch für die vor Ort erstandenen Werke falle eine Gebühr von zwei Euro pro Signatur an.

Das sei so dem Veranstaltungshinweis nicht zu entnehmen gewesen und man habe zudem bereits für die Eintrittskarten bezahlt, bemängelten auch zwei Bonner Familien, die sich mit ihren vier Kindern in die lange Warteschlange für die Signierung eingereiht hatten. Daneben erntete die Abfolge der Veranstaltung im Theatersaal ebenfalls von vielen Seiten deutliche Kritik: Der Ablauf mit einer Rede von Bürgermeister Reinhard Limbach sei in keiner Weise kindgerecht gewesen, zudem habe die Känguru-Vorsitzende, Uta Claußen, den Kindern die Möglichkeit genommen, die Zeichenaktion zu verfolgen, weil sie auf dem eigentlich für die übertragende Kamera gedachten Platz neben Scheffler gesessen habe.

Claußen mag die Vorwürfe so allerdings nicht gelten lassen: Den Platz habe man ihr zugewiesen. Was die Veranstaltung selber betreffe, räumte sie allerdings Kommunikationsprobleme ein. Es hätte vielleicht im Vorfeld deutlicher gemacht werden müssen, dass es sich um eine Spendengala handele.

Das sehen auch Moritz Seibert, Intendant des Jungen Theaters, und Käpt'n Book-Organisatorin Kothe so: Mit viel Engagement bemühten sich beide, die Wogen zu glätten. „Wir sind eigentlich wieder besänftigt“, sagten die beiden Familien, nachdem sie sich vom Ende der Schlange bis zu dem Autor nach vorne durchgearbeitet hatten. Niemand habe mehr nach Geld gefragt, aber man habe selbstverständlich und auch gerne einen entsprechenden Betrag gespendet, so die Eltern. Schließlich stehe der gute Zweck, für den sich die Vereinsmitglieder von Känguru einsetzten, ja außerhalb jeder Kritik. Und die vier Kinder der Familien hatten die Langeweile während der Veranstaltung im Saal bereits wieder vergessen, als sie ihre frisch erstandenen Scheffler-Bücher dem Zeichner zum Signieren vorlegten.

Auch Kothe und Seibert hatten daran hinter den Kulissen ein wenig mitgewirkt: Denn spätestens, als plötzlich auch noch die Darsteller der auf die Spendengala folgenden Theatervorstellung des Grüffelo in ihrem Bühnenoutfit vor den Kindern standen, strahlten die Augen der Kleinen.